Eric Brace & Peter Cooper – You Don’t Have To Like Them Both – CRZ 255116

I Know A Bird / Omar’s Blues # 2 / Down To The Well / Drinking From A Swimming Pool / The Man Who Loves To Hate / The First In Line / Denali, Not McKinley / I Know Better Now / Lucky Bones / Her Bright Smile Haunts Me Still / Just The Other Side Of Nowhere / Yesterdays And Used To Be’s

Es ist immer erfreulich, eine CD mit richtig schöner Country Music zu erhalten, fern ab vom Kommerz, der die in Nashville von industriell betriebenen Labels produzierte Musik mehr und mehr von den Wurzeln davonträgt. Fortentwicklung der Musik gelingt auf authentischem Gebiet offenbar ohnehin viel besser, wie die erste gemeinsame CD von Eric Brace und Peter Cooper belegt. Die Künstler waren 2008 bereits gemeinsam bei den Country & Western Friends Kötz im Zehntstadel Leipheim aufgetreten und freuen sich derzeit auf ihre Auftritte in Langenau und Neu-Ulm am 27. und 28. Juni. Lloyd Green steuert, wie auch bei der Solo-CD von Peter Cooper, „Cautionary Tales", die Steel Guitar bei und so ist auch „You Don’t Have To Like Them Both" eine relaxte und durchweg hörenswerte Scheibe.

Eric Brace schrieb „I Know A Bird", das aufgrund des Clawhammer Banjos von Tim O’Brien irischen bzw. Old-Time-Einschlag aufweist. Die Aufbruchstimmung der Iren, die nach Amerika ausgewandert waren, wird gleich mitgeliefert, herrlich interpretiert und vor allem auf die aktuelle Zeit ausgelegt, in der Menschen immer noch das Unbekannte suchen. „Omar’s Blues # 2" schrieb David Olney auf einer Veranda in Spartanburg, South Carolina, nachdem er intensiv Shakespeare gelesen hatte. Richard Bennett spielt bei „Down To The Well" die elektrische Gitarre, beneide ich Peter Cooper und Eric Brace um ihre Nachbarn, die offenbar jederzeit für sie greifbar sind und ihre Musik bereichern, gerade wie es benötigt wird. Kevin Gordon, ein anderer Nachbar hat ihnen das Lied geschrieben. „Drinking From A Swimming Pool" hat eine charakteristische Last-Train-Home-Melodie, kein Wunder, kommt es von Karl Straub, dessen Lieder die Fans von Eric’s Band bereits kennen. Spätestens hier wird dem Hörer klar, mit welch hochkarätiger Scheibe er es hier zu tun hat. Paul Kennerley’s trauriges, aber wunderschönes „The First In Line" findet bei Peter Cooper und Eric Brace eine besonders gelungene Neuinterpretation, die Everly Brothers hatten es schon gesungen und auch Emmylou Harris im Duett mit John Starling.

Die zweite Hälfte der CD beginnt mit „Denali, Not McKinley" von Peter Cooper und Todd Snider mit Alaska als Ziel. Jim Lauderdale schrieb „I Know Better Now" und „Lucky Bones", letzteres in Zusammenarbeit mit Eric Brace und Peter Cooper. Das Traditional „Her Bright Smile Haunts Me Still" kommt genial schön herüber, man könnte meinen, nur was weh tut, ist auch gut. Herrlich, welch feinfühliger Gesang den liebevoll verfassten Text in Szene setzt, traumhaft schön musikalisch eingebettet. Kris Kristofferson steuert „Just The Other Side Of Nowhere" bei, auch hier eine perfekte Kombination von Text und Melodie. Todd Snider’s „Yesterdays And Used To Be’s" führt aus der CD heraus, gut, dass in Nashville so begabte Nachbarn wohnen, die großartige neue Lieder schreiben können.

Eric Brace und Peter Cooper haben im Stil ihrer jeweiligen Musik eine gemeinsame CD eingespielt, die zeigt, wie wunderbar die beiden Künstler zusammenpassen und welch riesiges Potential sie haben, im Aufnahmestudio und auf der Bühne, welcome back Eric & Peter! (Friedrich Hog)

 
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