Elizabeth Cook – Balls – CSCCD1051

Times Are Tough In Rock’n’Roll / Don’t Go Borrowing Trouble / Sometimes It Takes Balls To Be A Woman / Rest Your Weary Mind / He Got No Heart / Mama’s Prayers / Sunday Morning / What Do I Do / Down Girl / Gonna Be / Always Tomorrow

Nach der gelungenen ersten CD „Elizabeth Cook" vom 27. August 2002 und der absolut grandiosen Nachfolge-CD „This Side Of The Moon" von 2004 sind einige Jahre vergangen im Leben von Elizabeth Cook. Nach fünf Jahren erschien 2009 ihre dritte CD „Balls". Ein großer Wurf in jeder Hinsicht, gesanglich erstklassig, dazu die wunderbaren Lieder, zum Teil mit einem gewissen Augenzwinkern verfasst, nach wie vor schreibt sie so gut wie alles selbst. Harry Stinson (Marty Stuart) bedient das Schlagzeug, Richard Bennett und Kenny Vaughn (Marty Stuart) sind für die Gitarren zuständig, die Hintergrundgesänge werden von Rodney Crowell und Nanci Griffith besorgt. Rodney Crowell zeichnet auch als Produzent verantwortlich.

„Times Are Tough In Rock’n’Roll" bringt es auf den Punkt: Für ehrliche Arbeit wird man heute nicht mehr vernünftig bezahlt, das ist in der Musik nicht anders als anderswo, jeder versucht nur, den anderen übers Ohr zu hauen und die Menschen jagen einander das Geld ab. Wo bleibt hier die Lebensqualität? Honky Tonk Music in Reinkultur erreicht uns in „Don’t Go Borrowing Trouble", hier lässt sich Tanzen, aber das Zuhören lohnt sich ebenso. Im Partykleid muss man manchmal die richtigen Voraussetzungen mitbringen, damit es wirkt, so oder so ähnlich geht „Sometimes It Takes Balls To Be A Woman", dabei sieht man bei Elizabeth Cook gar nichts, das auf solche Rundungen wie bei Dolly Parton oder Loretta Lynn schließen lässt, was aber durchaus mehr als angenehm ist.

Bobby Bare jr. spielt seine Country Music mit viel Old Time und geradlinigem Punk-Einflüssen. Die Fiddle in seinem Duett mit Elizabeth Cook, „Rest Your Weary Mind" kommt von Matt Combs und leitet die ruhige und zärtliche Old Time Nummer gekonnt ein. Schön herausgearbeitet ist der Gegensatz in den Stimmen, Bare jr. singt eher brüchig, während Cook auf sehr angenehme Weise in die Vollen gehen kann. Power und ein gigantisch guter authentischer Country Sound sind angesagt bei „He Got No Heart", nicht nur Fans von Jann Browne werden es mögen. Leichte Bluegrass-Einflüsse zeichnet „Mama’s Prayers" aus, die klare Stimme von Elizabeth Cook macht auch hieraus seine Perle, jenem Lied, in dem sie hofft, von Mutters Gebeten umfasst zu sein, wenn sich schon ansonsten niemand ernsthaft kümmert. Ruhig und inhaltsreich, ja nachdenklich setzt „Sunday Morning" fort, ehe „What Do I Do" einen Merle Haggard gleichen Honky Tonk Sound kreiert. Ganz positiv und lustig kommt „Gonna Be" daher, wo sie klar macht, dass sie an der Zukunft arbeitet und nicht ein Übrigbleibsel irgendeiner Vergangenheit ist.

Das fasst auch die Stoßrichtung der gesamten CD zusammen, man sollte künftig ruhig verstärkt Ausschau halten nach Elizabeth Cook und ihrer faszinierenden und fesselnden Musik. Und „Balls" fehlen da wirklich in keinster Weise. (Friedrich Hog)

 
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