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Annie Keating – Belmont – http://www.anniekeating.com/
Längst ist es nicht mehr üblich, eine gute CD zwingend über eine Plattenfirma zu vermarkten, es gibt andere Wege, insbesondere das Internet. Anne Keating wählt mit ihrer wunderbaren Americana-CD des Jahrgangs 2008 diesen Weg. „Belmont" nennt sie das Werk, das einen Freigeist ausstrahlt, wie es schon lange nicht mehr zu hören war. Das Gemälde auf dem Cover trügt insoweit nicht. Alle 12 Lieder hat Anne Keating selbst geschrieben, das passt bestens ins ohnehin stimmige Gesamtbild. Todd Sickafoose bedient den Bass, er ist durch sein Mitwirken bei Laurie Lewis auch dem europäischen Publikum ein Begriff, ansonsten bedient sich die junge Sängerin, Songschreiberin und Gitarristin Anne Keating einer Vielzahl von Musikern, die insbesondere Fiddle, Akkordeon, Pedal Steel Guitar, Dobro, Mandoline, Mundharmonika, Orgel, Schlagzeug und diverse akustischen und elektrische Gitarren einbringen. Folkig beginnt die CD mit „For The Taking", erinnert an die frühen Aufnahmen von Nanci Griffith, sowohl hinsichtlich der Stimme, als auch hinsichtlich der Feinfühligkeit. „On The Road By 10" hat elektrische Kraft, leichte Blues-Einflüsse. Besonders gelungen „Valentine", das mit Mandoline und Dobro beginnt und uns klare Worte schenkt zur Frage wie man es schafft, dass sie sich bei ihm zuhause fühlt. Es ist einfach nach einem gewissen Reifeprozess das Gegenteil vom Zeitverschwenden, das man in den Jahren zuvor durchlaufen hat. Jetzt hat ein Glücksgefühl Einzug gehalten, das jenem entspricht, das am Anfang als Traum vorhanden war. Ein dickes Ausrufezeichen für Radio Airplay erhielt „I’ve Got You" von mir, gleich beim ersten Hören der CD. Geht richtig gut ab und lief auch schon in einer meiner Sendungen, Mundharmonika und ein wenig Blues beflügeln diese im Übrigen eher fröhliche Aufnahme. Ein Hauch von Emmylou Harris schleicht sich ein bei „I Want To Start Something With You", nur, dass die Gefühle hier sehr direkt angesprochen werden, die Fiddle hat einen Touch von Oldtime. Steel Guitar eröffnet „Belmont", hier fühlt sich der Country Fan besonders angesprochen, mit 12 hat sie auf der Front Porch Gitarre gelernt, der Duft des Sommerregens bringt alte Erinnerungen hoch. Der Vater konnte nie verstehen, weshalb sie ihre Zeit mit dem Gitarrespiel „vergeudet" hat. Die alternative Version am Ende der CD ist Americana-orientierter arrangiert, vielleicht war die Front Porch hier schon in einer der bekannten amerikanischen Vorstädte angesiedelt. Insgesamt ein sehr erfrischendes Album von einer aufregend schönen Stimme. Vielleicht setzt sich ihre Strategie durch, unabhängig von Vorgaben einer Plattenfirma absolute künstlerische Freiheit in Anspruch zu nehmen. (Friedrich Hog) |
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