Old Crow Medicine Show – Tennessee Pusher – Nettwerk Records

Was da am 23. September 2008 herausgegeben wurde, ist kein Bluegrass, ist ebenso weit vom aktuellen „Nashville-Country" entfernt, passt am besten unter den großen Begriff des Americana. Musik, die bewegt, die lebendig ist, die virtuos gespielt wird, und die Einflüsse aus diversen Roots-orientierten Musikstilen offen zur Schau stellt. Erdige Musik, die man früher dem Country Rock zugeordnet hätte, aber auf akustischer Ebene. Eigenständige Musik also, die aber angenehm rüberkommt und Aussagekraft besitzt.

Die Band selbst nennt ihre Musik „American Roots Music with a Rock’n’Roll Attitude". Sie haben in den Straßen von Nashville gespielt, inzwischen aber das Ryman Auditorium erobert. Dabei hatte sich dieses überaus spielfreudige Quintett im Staat New York zusammengetan. In Doc Watson fanden sie rasch einen bedeutenden Fan und so wurden sie auch in Nashville mit offenen Armen empfangen, wo sie im legendären RCA Studio B (Elvis‘ Lieblingsstudio) ihre CD „O.C.M.S." einspielten. 2004 kam die Scheibe heraus und seither sind sie in aller Munde. Die Nachfolge-CD „Big Iron World" kam im August 2006 heraus und rasch hatten sie über 200.000 Alben verkauft.

Critter Fuqua, Kevin Hayes, Morgan Jahnig, Ketch Secor und Willie Watson schließen hieran perfekt an mit dem jüngsten Album „Tennessee Pusher". Old Time und Rock-Enerige treffen in „Alabama High-Test" zusammen, das macht richtig Laune, auch angesichts des dichten Gesangsteppichs. Leicht schräg passt hier ins Bild. Singer-Songwriter-typisch kommt „Highway Halo" daher, Mundharmonika eingeschlossen. Noch ruhiger geht die Band „The Greatest Hustler" an, Levon Helm bzw. The Band lassen grüßen. Großartig „Motel In Memphis", Lorraine Motel that is, dort wurde der Mann aus Atlanta, Georgia ermordet, Dr. Martin Luther King jr., der seine Botschaft auch in die Stadt des Muddy Waters (Mississippi) gebracht hat, Gewaltlosigkeit, Gleichberechtigung und friedliches Zusammenleben der Rassen. Bei „Evening Sun" bringt das Dobro die Stimmung rasch wieder nach oben, so wertvoll die dunklen Themen des Lebens sind, so erfreulich sind dann doch die fröhlich anmutenden Klänge einer Bluegrass-orientierten Nummer, wenngleich die Abendsonne für ihn Einsamkeit verheißt. Richtig ausgelassen endet die Scheibe bei „Caroline", Tanz ist angesagt. Damit hat die Formation einen guten Grundstein gelegt für die nächsten 200.000 verkauften CD’s und sie haben insoweit den Segen des Americana-Gottes, der sich nach dem Genuss dieser Scheibe zufrieden zurücklehnt. (Friedrich Hog)

  Titel Länge Komponist
1 Alabama High-Test 2:21  
2 Highway Halo 3:37  
3 The Greatest Hustler Of All 6:59  
4 Methamphetamine 5:23  
5 Next Go ‘Round 3:32  
6 Humdinger 2:24  
7 Motel In Memphis 4:21  
8 Evening Sun 3:39  
9 Mary’s Kitchen 2:39  
10 Crazy Eyes 4:13  
11 Tennessee Pusher 5:25  
12 Lift Him Up 3:54  
13 Caroline 3:33  
 
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