Dan Tyminski – Wheels – Rounder Records

Eine großartige Solo-CD hat er am 17. Juni 2008 herausgegeben, Dan Tyminski, Stimme von George Clooney im Film „O Brother Where Art Thouh?" - „Man Of Constant Sorrow" - und Mitglied bei Alison Krauss & Union Station. Da Alison Krauss derzeit mit Altrocker Robert Plant unterwegs ist, um die Erfolgs-CD „Raising Sand" vorzustellen, sind die Bandmitglieder derzeit auf eigene Faust aktiv, Jerry Douglas hat am 19. August einmal mehr eine Solo-CD herausgegeben, „Glide" und Dan Tyminski überrascht mit einer astreinen Bluegrass-CD allerhöchster Güte. Dabei bedient Dan Tyminski die akustische Gitarre, Adam Steffey die Mandoline, Barry Bales den Bass, Justin Moses Fiddle und Dobro und Ron Stewart das Banjo. Betrachtet man die Ergebnisse der IBMA-Awards des Jahres 2008, so erkennt man die hohe Klasse der Mitstreiter von Dan Tyminski. Die Summe der Einzelteile addiert sich hier in besonders hohem Maße, was insgesamt zu einer Bluegrass-CD der Extraklasse führt.

Positiv fällt von Anfang an die einfühlsame und feine Stimme von Dan Tyminski auf, die besonders bei Balladen wie „Making Hay" voll zur Geltung kommt. Mord ist im traditionellen Bluegrass ein gängiges Thema, „Who Showed Who" steigt auf diesen Zug auf und verleiht der CD so einen traditionellen Touch. Experimentierfreudig zeigt sich die Formation bei „It All Comes Down To You", hier hat die Moderne ihre Einflüsse hinterlassen, aber nur die positiven. „How Long Is This Train" führt uns zur Realität des modernen Lebens, wo man Gefühle verbirgt und dem Tod auf bizarre Weise begegnet, zum Beispiel als Soldat im Ausland bzw. Empfänger eines mit einer Flagge bedeckten Sarges.

Geheimnisvoll mutet „Heads You Win Tails I Lose" an, mystische Musik war ja schon immer Teil des Bluegrass, das Banjo erzielt die Stimmung hier recht gekonnt, in Verbindung mit der Fiddle und der Mandoline, die schwer getragen daherkommen, nicht weit vom Old Time entfernt, Appalachian Mountains in all ihren Facetten. Flott und melodisch dann „How Many Times", die Tenorstimme von Dan Tyminski und die Fiddle korrespondieren hier auf geniale Weise. Zärtlich „The One You Lean On", Liebeslied nennt man das, Freude und Schmerz gehören hier zusammen und das zeigt das Lied anhand einer inniger werdenden Beziehung. Manchmal braucht eine Beziehung viel Zeit, bis sie Früchte trägt, dann aber um so reifere. Für Fans des Overdrive ist das Instrumental „Knock Knock!" gedacht, „Some Early Morning" entführt den Hörer auf den schwierigen Weg, auf dem Whiskey und Gewehre lauern. Da gibt’s nur eins, weg aus dem Gefängnis, und die „Wheels" erneut in Fahrt bringen mit Track 1, der virtuos und leichtfüßig den Weg eröffnet. (Friedrich Hog)

  Titel Länge Komponist
1 Wheels 2:58  
2 Whose Shoulder Will You Cry On 2:22  
3 Making Hay 3:57  
4 Who Showed Who 3:22  
5 It All Comes Down To You 2:40  
6 How Long Is This Train 2:57  
7 I Ain’t Taking You Back No More 2:56  
8 Heads You Win Tails I Lose 3:41  
9 How Many Times 2:31  
10 The One You Lean On 2:42  
11 Knock Knock ! 1:53  
12 Some Early Morning 4:29  
 
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