Crooked Still – Still Crooked – SIG 2013

Modernste Variante von Old Time Music, auf höchstem instrumentellen und gesanglichen Niveau, so ist die Nachfolge-CD von „Shaken By A Low Sound" von 2006 der Formation „Crooked Still" zu umschreiben. „Still Crooked", nicht nur ein genial gewählter CD-Titel für Album Nummer drei, sondern auch Programm, denn die Musik passt in keine gängige Schublade, ist einzigartig, wenngleich aus vertrauten Elementen zusammengesetzt. Aoife O’Donovan erweist sich als Sängerin mit Feingefühl und sanfter Wärme, irgendwo zwischen Cowboy Junkies und Alison Krauss, aber auch als stimmige Gitarristin, die auch mal die Bariton Ukulele bedienen kann, das Glockenspiel und ein Piano. Brittany Haas spielt die 5 String Fiddle, Gregory Liszt das Banjo (wie auch bei Bruce Springsteen’s Projekt „The Pete Seeger Sessions"), Tristan Clarridge Cello und Fiddle, Corey Dimario den Kontrabass und die Tenor Gitarre. Auf ausschließlich akustischen Instrumenten ohne Schlagzeug gelingt den Künstlern ein intensives Werk, wie es ein ähnliches noch nicht gegeben hat. Entdeckungsreise ist angesagt, bei jedem Hören dringt man weiter vor.

Scheinbar mühelos, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, verschmelzen die Musiker archaische Mountain Music aus den Appalachen mit Elementen aus Rock, Folk und Pop, und das in astreiner Live-Atmosphäre, ohne overdubs. Seit 2003 ist das Quintett aus Boston, Massachusetts zusammen und gilt trotz des Weggangs von Gründungsmitglied Rushad Eggleston als allgemein angesagte Formation. Sie ist nicht nur in Fachmagazinen aufgetaucht, sondern auch in der Bibel der Musikindustrie, „Billboard" und in „USA Today", einem nicht einmal musikalisch orientierten Organ. Integer, jenseits gängiger Pfade, erfreut diese einzigartige Musik das akustische Country Music liebende Ohr. Tim O’Brien als Gast auf der CD wird auf der Bühne kaum vermisst werden, wenn die Band im Mai 2009 auf Europatournee geht, einschließlich Bühler Bluegrass Festival. Die Musik kommt stets atmosphärisch und schön herüber, keine Spur von Hektik oder Überproduktion. Luftig, ja durchsichtig scheint der Sound Teppich, den Fiddle und Banjo ein ums andere mal kreieren. Das hindert nicht, die mörderische Geschichte der Ellen Smith neu zu bearbeiten, überhaupt scheint die Kunst der Formation kaum Grenzen zu kennen, sondern auf geniale Weise zusammenzuführen. (Friedrich Hog)

  Titel Länge Komponist
1 Undone In Sorrow 3:04 Ola Belle Reed
2 The Absentee 2:27 Trad.
3 Captain, Captain 2:43 Trad.
4 Tell Her To Come Back Home 2:56 Trad.
5 Low Down And Dirty 4:00 Aoife O‘Donovan
6 Oh, Agamemnon 4:03 Brittany Haas, Aoife O‘Donovan
7 Pharao 4:42 Trad.
8 Florence 3:26 T.W. Carter
9 Did You Sleep Well 4:07 Nathan Taylor
10 Poor Ellen Smith 2:44 Trad.
11 Theme From „The Absentee" 0:21 Gregory Liszt
12 Wading Deep Waters 4:11 Trad.
13 Baby, What’s Wrong With You 5:07 John Hurt
 
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