09. Internationales Bühler Bluegrass Festival 2011 in Bühl/Baden:

Vorstellung der Bands für Freitag, den 13. und Samstag, den 14. Mai 
Von Walter Fuchs und Friedrich Hog 

Das renommierte Bühler Bluegrass Festival freut sich auf seine 09. Auflage. Im bewährten zweitägigen Ablauf gastieren sechs Bands aus vier Nationen im Bürgerhaus Neuer Markt. Drei Nationen sind 2011 am 13. & 14. Mai erstmals in Bühl vertreten, Kanada, England und die Schweiz. Die restlichen drei Bands kommen aus den USA, mit Doyle Lawson & Quicksilver und Special Consensus sind zwei legendäre Bands in Bühl, die erstmals 90-minütige Sets spielen. Special Consensus hat am Samstag Nachmittag den entsprechenden Auftritt, Doyle Lawson & Quicksilver sind am Samstag Abend der Höhepunkt des Festivals.

Beginn ist am Freitag um 19 Uhr, am Samstag um 14 Uhr, Einlass ist jeweils 30 Minuten zuvor. Um 10.30 Uhr und um 12.00 Uhr treten zwei der Formationen open air und bei freiem Eintritt am Johannensplatz in Bühl auf. Es empfiehlt sich, vorab schon die Karten zu bestellen.  www.bluegrassfestivalbuehl.de lautet die Website für weitere Infos.

Sunny Mountain Grass

Die Geburtsstunde der Schweizer Bluegrassband „Sunny Mountain Grass“ geht zurück auf das Jahr 1988. Doch die Nachwehen dieser Geburt scheinen heftig gewesen zu sein, denn nach den turbulenten 90er Jahren, die von Personalwechsel geprägt waren, fanden sich erst 2002 vier Musiker zusammen, bei denen die Chemie stimmte und als schließlich 2004 aus dem Quartett ein Quintett wurde, da hatte man die Besetzung gefunden, mit der „Sunny Mountain Grass“ innerhalb weniger Jahre zu einer der besten Bluegrassbands der Schweiz avancierte, und genau in dieser Besetzung kommt die Band zum 9. Internationalen Bühler Bluegrass Festival, um dieses jährliche Ereignis am Freitag, 13. Mai 2011, um 19.00 Uhr zu eröffnen.

Die Band pflegt einen traditionellen Bluegrass-Stil, besticht aber durchaus mit einem eigenständigen Sound und zahlreichen eigenen Kompositionen. Alle fünf Musiker spielen mehrere Instrumente und bringen auch interessante Erfahrungen aus anderen Musikbereichen mit wie Jazz, Rock, Boogie-Woogie, Dixieland oder Welt- und Chormusik. Die Gruppe gehört mit zum Besten was die Schweizer Bluegrass-Szene zu bieten hat.

Mit Robert Brunner und Tom Borcherding erlebt man die einzigen Gründungsmitglieder von „Sunny Mountain Grass“ aus dem Jahre 1988. „Röbi“ Brunner begann im Alter von 10 Jahren Akkordeon zu spielen, wechselte dann zur Mundharmonika, nur, um 1988 bei der Bandgründung den Kontrabass zu zupfen. Schliesslich fand er zur Square-Neck-Dobro-Gitarre, die er so sehr liebt, sodass er heute nicht nur als Virtuose auf diesem Instrument, sondern auch als begehrter Dobro-Instrumentenbauer gilt.

Der Gitarrist Tom Borcherding verließ 1994 Sunny Mountain Grass und gründete zusammen mit dem Bassisten Daniel Girard die Gruppe „Holiday Bluegrass Jam“. Borcherding fand 2002 wieder zurück zu „Sunny Mountain Grass“ und Daniel Girard ist seit 2004 mit dabei.

Andreas Käppeli, ein ehemaliger Trompeter der Kadettenmusik Thun, fand Mitte der 90er Jahre mit dem Banjo seine grosse musikalische Liebe, sammelte in zahlreichen Bluegrassbands Erfahrung und ist seit 2002 bei „Sunny Mountain Grass“.

Thomas Custer begann 1972 mit der Gitarre, wechselte 1985 zum E-Bass und spielte in verschiedenen Rock-Bands. 1987 entdeckte er den Jazz, wurde Kontrabassist bei „Swing Avenue“ und „Boogie Peach“ und schaffte nach einem Studium 1991 sein Jazz-Diplom an der Jazzschule St.Gallen. Er spielte bei den „Swing Strings“ und bei „Cafe Mondial“, wechselte 2001 auf die Mandoline und stieß 2002 zu „Sunny Mountain Grass“.

Aktuelle Besetzung:

Robert Brunner: Gesang, Dobro

Tom Borcherding: Gesang, Gitarre

Thomas Custer: Gesang, Mandoline

Andreas Käppeli: Gesang, Banjo

Daniel Girard: Gesang, Bass

Valerie Smith & Liberty Pike

Mit Valerie Smith und ihrer Band “Liberty Pike” aus Bellbuckle/Tennessee kommt eine der bemerkenswertesten Künstlerinnen der Bluegrass Music erneut nach Europa und zum zweiten Mal auf die Bühne des Internationalen Bühler Bluegrass Festivals. Valerie Smith gehört zu jenen Künstlerinnen, die konsequent und erfolgreich den schwierigen Grat zwischen Bluegrass, Swing und akustischer Country Music beschreiten. Ihre herrliche, mit einer Prise „Mountain Soul“ gewürzte Stimme, begeistert Fans und Kritiker und ist ein Juwel unter den besten Sängerinnen des Genres. Beim größten deutschen Weltmusikfestival in Rudolstadt brachte sie mit ihrer rasanten Show tausende Musikfans zum Toben. Eine exzellente Werbung dieser Botschafterin für die nun auch in Europa boomende Bluegrass Music mit all ihren Facetten.

Das Fachblatt „Bluegrass Unlimited“ beschrieb Valerie Smiths Stimme als „... full of character and charisma, blessed with a dusky, soul-drenched quality“. Das Magazin “Country Standard Time” brachte es auf den Punkt: “…eine der besten Sängerinnen des Genres” und Billboard’s einzigartig kompetenter Kommentator Chet Flippo meinte zu Valeries aktuellem Album: „…undoubtly the most charming hybrid Bluegrass/Country this year”. Valeries Interpretation des Gillian Welch Meisterwerks “Red Clay Halo” führte diverse Independent Hitlisten an. Mittlerweile reihen sich die Auszeichnungen und Nominierungen wie auf einer langen Perlenkette. Highlights waren die Nominierungen als Traditional Female Vocalist of the Year und die Best Bluegrass Album Grammy Nominierung für ihre Zusammenarbeit mit der Bluegrass Legende Ralph Stanley.

Wie viele große Künstler des Genres begann Valerie Smith sehr früh mit der Musik. Ihr Vater, selbst Musiker, führte sie schon fünfjährig zu den großen Stilisten der ländlichen Musik Amerikas – Kitty Wells, Emmylou Harris, Carter Family, Louvin Brothers, Loretta Lynn und natürlich Hank Williams. Dennoch besann sich Valerie erst einmal auf eine solide Ausbildung an der Hochschule von Kansas City, wo sie ihren Abschluß in Jazz, Pop, Broadway und Oper schaffte. Natürlich widmete sie ihrer Liebe zur ländlichen Musik Amerikas weiterhin viel Zeit und gab ihrer Karriere die entscheidende Wendung als sie nach Nashville umzog. Nicht lange dauerte es und sie stand mit der Legende Charlie Louvin auf der wichtigsten Bühne der Szene, der Grand Ole Opry, und sang zusammen mit Superstar Dolly Parton.

Valerie Smith’s erstes Album „Patchwork Heart“ war gleich ein sensationeller Erfolg, ebenso wie ihr zweites Werk „Turtle Wings“, produziert von Alan O’Bryant. Ihre dritte CD „No Summer Storm“ gelangte sogar in die Hitparaden der Bluegrass Charts und begeisterte Kritiker bis hin zur Washington Post. Und bei ihrer Tournee 2011 wird Valerie Smith in Bühl auch ihr neuestes und sechstes Album vorstellen.

Herausragend unter den Top-Liga Musikern von Liberty Pike ist Geigerin, Komponistin und Sängerin Becky Buller. Ihr superbes Geigenspiel, sowie ihre Gesangsduette mit Chefin Valerie Smith sind ein absoluter Hörgenuss. Becky hat bereits einige eigene CDs veröffentlicht und arbeitet an weiteren Projekten. Ihre Songs werden von Stars der Szene geschätzt und interpretiert.

Freuen wir uns also auf einen Abend mit Valerie Smith & Liberty Pike mit ihrem einmaligen „Southern Mix“ und einer expressiven und temperamentvollen Entertainerin, die es versteht, ihre Musik und ihr Feeling dem Publikum charmant zu vermitteln.

Aktuelle Besetzung:

Valerie Smith: Gesang, Gitarre, Fiddle

Becky Buller: Gesang, Fiddle, Banjo, Gitarre

Ernie Evans: Gesang, Gitarre, Mandoline, Banjo, Fiddle

David Tousley: Bass

Redgrass

Von der Westküste Kanadas, aus Vancouver, kommt das Trio „Redgrass“, das Bluegrass- und Old-Time-Music in einer großen Bandbreite anbietet, wobei offensichtlich die Harmonien der Brother-Duets aus den 30er und 40er Jahren Pate gestanden haben. Der „High Lonesome Sound“ im Trio Gesang mit virtuoser Instrumentalbegleitung auf Banjo, Mandoline, Gitarre und Bass verbunden mit rasanten Up-Tempo-Songs, einem starken Bluesfeeling und einer witzigen Bühnenpräsenz lassen den Auftritt dieser Kanadier zu einem eindrucksvollen musikalischen Erlebnis werden. Hinterlässt schon das aktuelle Album „On That Good Road“ überraschtes Erstaunen, so ist dies jedoch nur ein kleiner Eindruck von dem, was dieses Trio „live“ auf der Bühne zu bieten versteht. Man muss diese drei Typen einfach erlebt haben mit Songs wie „Hydraulic Oil“, „Big Round Moon“ oder „Bluegrass Saved My Life“.

Die musikalische Reise von Kris Boyd begann beim Winnipeg Folk Festival als er im Alter von 4 Jahren erklärte: „I want to play the banjo“. 20 Jahre später spielte er Gitarre und Bass in Punk-, Blues-, Reggae- und Folk-Bands. Er wurde Ton-Ingenieur und als er zufällig eine Mandoline in die Hände bekam, erinnerte er sich an seine Jugendliebe, die Bluegrass Music, studierte Jazz am Vancouver Community College und landete bei „Redgrass“.

Steven Charles, der 1999 sein Studium mit einem Diplom in Jazzgitarre abschloß, war zunächst spezialisiert auf Brasilianische Musik, bevor er 2005 die Liebe zur Bluegrass- und Old-Time-Music entdeckte. Er ist ein Multiinstrumentalist und spielt so ziemlich alles, was ihm mit Nylon- oder Stahlsaiten unter die Finger kommt, Piano, Banjo, Bass, Gitarre und Mandoline.

Sean Cronin begann mit dem Kontrabass im Alter von 12 Jahren und unterlag in seiner Jugendzeit den unterschiedlichsten musikalischen Einflüssen von Punk, Rock und Jazz bis hin zum ländlichen Finger-Picking-Stil seines Vaters, John Cronin. Seit Sean nach Vancouver zog, spielte er in den besten Bands dieser Westküstenmetropole und kam schließlich zu Redgrass.

Aktuelle Besetzung:

Kris Boyd: Gesang, Mandoline, Gitarre

Steve Charles: Gesang, Gitarre, Banjo

Sean Cronin: Gesang, Bass

The Toy Hearts

Als die britische Band „The Toy Hearts“ im Dezember 2009 mit dem „Bluegrass Jamboree“, einem „Traveling Festival“, quer durch Deutschland zog, da war sie die Sensation dieser Veranstaltung und wurde überall stürmisch gefeiert. Dass diese etwas skurril anmutende Gruppe so gut ankam, lag keineswegs nur daran, dass die beiden bildhübschen Frontfrauen Hannah und Sophia Johnson in Highheels und extrem sparsamen Mini-Röckchen auftraten und obendrein ihren Banjo und Dobro spielenden Papa, den manche Besucher für den Opa hielten, mitbrachten, nein, es war vor allem die Musik, welche die Besucher von den Stühlen riss. Kein Wunder, dass die „Toy Hearts“ im Vereinigten Königreich als heißeste Band der akustischen Musikszene apostrophiert werden.

Für das 9. Internationale Bühler Bluegrass Festival wurden die „Toy Hearts“ exklusiv verpflichtet, das heißt, die Band trifft am Freitag von Birmingham/England kommend in Bühl ein, tritt am Samstag um 12.00 Uhr zunächst am Johannesplatz und am Nachmittag und Abend im Bürgerhaus auf und fliegt am Sonntag wieder nach Hause. Dabei kann sich das Publikum davon überzeugen, wie frisch und virtuos die Musik dieses Quintetts klingt, das sich nicht nur im Bluegrassbereich bewegt, sondern auch eine Leidenschaft für den Blues und den akustischen Swing eines Django Reinhardts entwickelt hat. Abwechslung ist also angesagt.

Im Jahre 2001 wurden die „Toy Hearts“ gegründet und aus dem Familien-Trio von Stewart Johnson mit den beiden Töchtern Hannah und Sophia wurde rasch mit Hilfe von zwei externen Musikern, einem Fiddler und einem Bassisten, ein Quintett, das dank seiner musikalischen Vielfalt, Dynamik, Intensität und Bühnenshow nicht nur das europäische, sondern auch das amerikanische Publikum, im Sturm erobert hat. Allein in 2007 spielte die Gruppe bei allen wichtigen Festivals von Großbritannien, z.B. das 16. Annual  Music Festival in Omagh/Northern Ireland, Dunmore East Bluegrass Festival, The Cornish Bluegrass Festival, Wolverstock Festival, Americana International, The Shetland Folk Festival und spielte als Vorgruppe für Ricky Skaggs & Kentucky Thunder. 2008 bereisten sie den europäischen Kontinent mit Auftritten bei Festivals in Holland und Frankreich und unternahmen zwei Tourneen durch die USA, sie spielten unter anderem in Austin/Texas und bei der IBMA World of Bluegrass in Nashville/Tennessee. Auch 2009 und 2010 fand man die Toy Hearts wieder auf wochenlangen Tourneen durch die USA, nicht zu vergessen jene „Bluegrass Jamboree“ Tournee, die diese Ausnahmeband 2009 durch 16 deutsche Städte führte.

All dies sind gute Gründe, diese Ausnahmeband endlich auch zum Bluegrass Festival nach Bühl zu holen, wo sich wohl kaum jemand dem Zauber des immer makellosen und ausdrucksstarken Solo- und Harmoniegesangs von Hannah und Sophia Johnson entziehen kann. Hannah Johnson kommt übrigens schon zum zweiten Male nach Bühl. Bereits im Februar 2009 hat sie am 1. European Bluegrass Summit teilgenommen.

Aktuelle Besetzung:

Hannah Johnson: Gesang, Mandoline

Sophia Johnson: Gesang, Gitarre

Stewart Johnson: Banjo, Dobro

Howard Gregory: Fiddle

Tom Bull: Bass

Special Consensus

Für die amerikanische Band „Special Consensus“ ist es der zweite Auftritt beim  Internationalen Bühler Bluegrass Festival. Bereits 2003, beim allerersten Festival, standen sie als einzige U.S.-Band auf dem Programm und fast hätte es damals nicht geklappt, und dies hätte durchaus zu einem Disaster für die Zukunft des Festivals werden können, denn wer hätte es den Organisatoren verzeihen können, wenn schon zu Beginn die wichtigste Band, eine U.S.-Gruppe, nicht erscheint.

Wir erinnern uns: Am Samstag, 12. April 2003, sollte die Premiere des Bühler Bluegrass Festival steigen. Die Plakate und Flyer waren gedruckt, die Werbung in der Presse lief seit Monaten. Da begann am 20. März 2003 der 2. Irak-Krieg und schon wenige Tage danach erreichte den Organisator des Festivals, der  gerade in Nashville weilte, die Nachricht, dass „Special Consensus“ nicht in Bühl auftreten könne, da alle Mitglieder der Band, ausser dem Bandleader Greg Cahill, nicht nach Europa kommen wollten, aus Angst um ihr Leben. Ein Telefongespräch mit Cahill in Chicago rettete den Auftritt. Er versprach eine Ersatzmannschaft zu rekrutieren aus mutigen ehemaligen Bandmitgliedern von „Special Consensus“. Und genau so lief es dann ab, die Band spielte in Bühl beim ersten Festival mit großem Erfolg.

Die Bluegrass-Band „Special Consensus“ wurde im Frühjahr 1975 in Chicago/Illinois gegründet. 1979 ging das erste Album in Produktion und ab 1984 erlangte die Gruppe durch ihre landesweiten TV-Auftritte einen überregionalen Bekanntheitsgrad. Über die Jahre hinweg gab es natürlich immer wieder Wechsel in der Besetzung. Der ruhende Pol war jedoch immer der Bandchef und Banjovirtuose Greg Cahill und als die Band im Jahre 2000 ihr 25-jähriges Jubiläum feierte, da hatte Cahill eine Superbesetzung zusammen mit Tim Dishman, Chris Walz und dem Sänger und Gitarristen Josh Williams, der später in der Band von Rhonda Vincent auftauchte und inzwischen seit mehreren Jahren mit seiner eigenen Band zu den Top Gruppen der Szene zählt.

Das Repertoire von „Special Consensus“ umfasste schon immer ältere Standardtitel gemischt mit neuen Kompositionen der Bandmitglieder. Auch Titel aus anderen musikalischen Genres wurden immer wieder bluegrassmäßig verarbeitet wie z.B. Irving Berlins „Blue Skies“ oder von den Statler Brothers „I’ll Go To My Grave Lovin’ You“. „Special Consensus“ schließt damit geschickt die Lücke zwischen den traditionellen und den progressiven Bands. Auch swingende Titel werden immer wieder mit einbezogen. Das Markenzeichen von „Special Consensus“, die Abwechslung und die Überraschung, sind immer gewährleistet, schließlich kommt es auf die Mischung an und dafür hatte der Bandchef und anerkannte Banjostilist Greg Cahill schon immer ein gutes Händchen und die Freunde aus alten Tagen als „Special Consensus“ im Hotel „Schweizer Hof“ in Baden-Baden auftrat und später beim ersten Bluegrass Festival in Bühl, werden ihm und seiner Truppe auch beim 9. Internationalen Bühler Bluegrass Festival sicherlich einen würdigen Empfang bereiten. Im Gepäck hat „Special Consensus“ das neue Album mit dem Titel „35“, aus Anlass des 35-jährigen Jubiläums in 2010.

Aktuelle Besetzung:

Greg Cahill: Gesang, Banjo

Rick Faris: Gesang, Mandoline

Ryan Roberts: Gesang, Gitarre

David Thomas: Gesang, Bass

Doyle Lawson & Quicksilver

Von den Bluegrass-Pionieren der ersten Generation leben nur noch wenige und auch einige der zweiten Generation sind bereits gestorben. Man denke nur an Bill Monroe, Carter Stanley, Don Reno, Lester Flatt, Jimmy Martin oder Charlie Waller. Und jene, die noch leben und aktiv sind, die kann man fast an den Fingern einer Hand abzählen. Es sind allen voran Dr. Ralph Stanley, Earl Scruggs, Del McCoury und Doyle Lawson, der mit seiner Band „Quicksilver“ bei „World Of Bluegrass“ 2010 in Nashville/Tennessee auftrat und von der IBMA als die  „Bluegrassband-Legende“ vorgestellt wurde. Und dieser Doyle Lawson kommt mit seiner Gruppe zum 9. Internationalen Bühler Bluegrass Festival. Dies war nur möglich über private Kontakte, die letztendlich dazu führten, Doyle Lawson & Quicksilver noch einmal nach Europa zu holen zu einer Art „Sentimental Journey“ und neben ein oder zwei kleineren Auftritten wird Lawson außer in Bühl nur noch in Genua und Prag auftreten.

Doyle Lawson wurde 1944 in Fordtown in der Nähe von Kingsport/Tennessee geboren. Sein Vater sang in einem Gospel-Quartett und so wurde Doyle schon sehr früh mit der geistlichen Musik der weißen Kirchengemeinden vertraut. Mit 10 Jahren spielte er bereits Mandoline, Banjo und Gitarre, doch gefesselt von Bill Monroe’s Mandolinenstil, war bereits damals die Mandoline sein Lieblingsinstrument. Seine professionelle Karriere begann für Doyle Lawson 1963, als er bei „Jimmy Martin’s Sunny Mountain Boys“ das Banjo spielte. 1966 fand man ihn in der Band von J.D.Crowe, wo er zunächst die Gitarre und wenig später die Mandoline bediente. 1971 schloss er sich den damals schon berühmten „Country Gentlemen“ an, einer der wichtigsten Bands der 2. Bluegrassgeneration, tourte mit ihnen durch Japan und Europa und war an 10 Album-Projekten dieser Supergruppe beteiligt, daneben spielte er ein Solo-Mandolinen-Instrumental-Album ein.

1979 verließ Doyle Lawson die „Country Gentlemen“ und gründete seine eigene Band, die er „Quicksilver“ nannte, eine Gruppe, die rasch bekannt wurde und aus der immer wieder berühmte Musiker hervorgingen. Man nannte deshalb in Musikerkreisen die Doyle Lawson Band oft „The Farm Team Of Bluegrass“, und in später so bekannten Bands wie „IIIrd Time Out“, „Mountain Heart“, „Continental Divide“ und „Ricky Skaggs‘ Kentucky Thunder“ fand man immer wieder ehemalige Musiker aus der Doyle Lawson Band. Im Verlauf der Jahrzehnte produzierte Doyle Lawson aufgrund des ganz normalen Personalwechsels immer wieder ganz große Stars, jüngste Beispiele Russell Moore und Jamie Dailey.

Fast 50 Alben hat Doyle Lawson bis jetzt veröffentlicht und unzählige Awards und Preise gehen auf sein Konto. Allein von der International Bluegrass Music Association (IBMA) erhielt er jedes Jahr von 2001 bis 2007 den Award als „Beste Gesangsgruppe“.

Doyle Lawsons große Liebe ist die Gospelmusik und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass er über 50% seines Repertoires der weißen Gospelmusik widmet, dabei werden sehr viele dieser Stücke a cappella vorgetragen werden.

Übrigens herrschen in der Doyle Lawson Band sehr demokratische Regeln: Jeder Musiker hat seine Instrumentalsoli und jeder hat auch seine Gesangs-Soloauftritte, der vierstimmige Satzgesang ist obligatorisch. Die Gruppe ist seit Jahrzehnten bekannt als eine Art Kollektiv der außergewöhnlichen Stimmen und virtuosen Instrumentalisten.

Und so darf man gespannt sein auf den 90-minütigen pausenlosen Auftritt von „Doyle Lawson & Quicksilver“ am Samstagabend beim 9. Internationalen Bühler Bluegrass Festival, wo die Band in einer Powerbesetzung auftreten wird.

Aktuelle Besetzung:

Doyle Lawson: Gesang, Mandoline

Corey Hensley: Gesang, Gitarre

Jessie Baker: Gesang, Banjo

Jason Barie: Fiddle

Josh Swift: Dobro

Jason Leek: Gesang, Bass

 
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