Country Music Gala Nacht der ACMF
Zum
17. Mal fand am Sonntag, den 25. Oktober 2009 die jährliche Verleihung
der Awards der Austrian Country Music Federation statt. Austragungsort
war heuer das Kongress & Theater Haus in Bad Ischl, also das erste Haus
am Platz. Die langjährigen guten Kontakte der ACMF zu Herrn
Bürgermeister Hannes Heide haben für beide Seiten positive Früchte
getragen. Der Saal war vollständig mit Tischen und Stühlen ausgestattet
und das aus nah und fern zahlreich angereiste Publikum hat sich
sichtlich wohl gefühlt in dem schönen Ambiente. In einem großen
Nebensaal konnte man auf einer Leinwand die Veranstaltung live
mitverfolgen, dort haben sich auch die Linedancer aktiv beteiligen
können, denn im Hauptsaal war bis unmittelbar vor die Bühne bestuhlt,
was der Veranstaltung eine konzertante Atmosphäre gab.
Den Anfang machten gegen 19.15 Uhr pünktlich die Wicked Wildcats als „Pre-Opener“,
Foto rechts oben: Kitty Lynx, Sängerin der Wicked Wildcats. Später
wurden sie mit den Awards als beste Newcomer und beste Band
ausgezeichnet. Die Freude war den Künstlern buchstäblich ins Gesicht
geschrieben und das Publikum konnte sich mit ihnen mitfreuen. Ihre
Versionen von Klassikern wie „Cherokee Boogie“ über „Roly Poly“ bis „Redneck
Woman“ waren geschmackvoll arrangiert und die Bühnenshow der Formation
war auch optisch sehr ansprechend. Hervorzuheben ist die
Resonatorgitarre, auch die Fiddle kam zum Einsatz. Die Verbeugung vor
Patsy Cline und k.d. lang war würdig und schön und so hatte man
spätestens aufgrund der Awards das Gefühl, die Band war nicht nur pre,
sondern zentral.
Die
Eröffnungsworte des Präsidenten der ACMF und des Country Circle Bad
Ischl, Robert Stadler, und die galante und sichere Moderation von
Gerhard Meidl verhalfen der Veranstaltung zu Herzlichkeit und Niveau,
will sagen, die Gäste haben sich wohl gefühlt und das hielt auch den
ganzen Abend an. J.D. Hank erhielt für seine CD „Just Country“ den Award
für den besten internationalen Tonträger, ehe Midlife Grass aus dem
Wiener Raum den Bluegrass auf die Bühne brachten. Sie wurden auch als
beste Band aus dem Bereich Bluegrass/Oldtime geehrt und es erwies sich
als eine wohltuende Einrichtung, akustischer Musik auch im Rahmen
ansonsten elektrifizierter Bands ein Forum zu geben. In Nashville hat
man dies leider bei der CMA schon vor vier Jahrzehnten verlernt.
Mit dem Award für den besten Song des Jahres wurden die Western Cowboys
geehrt, „Ka Zeit“ heißt das mit wertvollem Text versehene Werk. Das
gleichnamige dazugehörige Album wurde auch Album des Jahres. Christian
Pöschl nahm jeweils die Ehrungen entgegen. Musiker des Jahres wurde der
Mandolinenvirtuose Helmut Mitteregger, er führt die Bluegrass Band
Nugget und die Country Band New West. Seine Ehefrau Katarina Mitteregger,
Foto oben, die in beiden Bands die Sängerin ist, wurde beste Sängerin
des Jahres, was sie sich allerdings mit Kitty „Bad Cat“ Lynx von den
Wicked Wildcats teilen musste, verdiente Awards auf alle Fälle.
John Deer brachten Livemusik im Stil von Marty Stuart und Keith Urban. „Why
Baby Why“ von Webb Pierce und „Highway To Hell“ von AC/DC waren Boten
aus
einer etwas zurückliegenden Zeit, wenngleich ersteres richtig Country
klingt, letzteres zum Abrocken gedacht ist. Gekonnt bediente die
Formation die große Bandbreite und überzeugte beim zweistimmigen Gesang.
Ihr australischer Sänger Brett Reid wurde zum besten Sänger des Jahres
gewählt. Beim letzten Song wurde Katja Bernroider als Duettpartnerin auf
die Bühne gebeten.
„Best Of Austrian Country“ wurde Video des Jahres, aufgenommen am 22.
November 2008 im Burgenland vor ausverkauftem Haus. 21 musikalische Acts
sind an dem Projekt beteiligt. Rock’n’Rodeo aus Deutschland wurden beste
internationale Band. Nach einem äußerst gelungenen Auftritt von New
West, der u.a. ein herrliches Eagles Medley brachte und Rockin‘ Sidney’s
„My Tootoot“ wiederbelebte, neben der Bemerkung „It Don’t Get More
Western Than That“, nämlich Kalifornien, wurde erstmals der
Internationale Extra Award verliehen.
Die ACMF ehrt damit Preisträger aus dem Ausland, deren Verdienste um die
Country Music im Inland Spuren hinterlassen haben. Erste Preisträger
waren die deutschen Country & Western Friends Kötz, deren Präsidenten
Peter Wroblewski und Friedrich Hog die Ehrung aus der Hand von Robert
Stadler entgegennahmen. Zuvor hatten sie dem Grab von Oskar Zaglmayr,
dem Vater der österreichischen Country Music Szene, einen ehrenden
Besuch abgestattet. Schon in den 80er und 90er Jahren bestand zwischen
dem von Oskar geführten Country Circle und den Country & Western Friends
Kötz eine enge Zusammenarbeit, einschließlich gegenseitiger Besuche.
Black
Horse mit ihrer Sängerin Katja Bernroider setzten mit ihrem
musikalischen Teil das Programm fort, „I Feel Lucky“ hieß es da und das
Publikum sah dies angesichts dieser Performance auch so. Nach der
letzten Awardvergabe für Album und Band und dem Gruppenfoto brachten
Travis Truitt & Band mit Dietmar Wächtler an der Steel Guitar den Abend
bis deutlich nach Mitternacht dem Ausklang entgegen. Travis Truitt war
1986 von Kansas nach Deutschland gekommen, wo er heute noch lebt. Schön
losgeswingt hat er mit Ty England’s Hit „Should’ve Asked Her Faster“.
Im nächsten Jahr findet die Veranstaltung turnusgemäß in einem anderen
Bundesland statt und man darf jetzt schon gespannt sein, wer sich bis
dahin an die Spitze der Preisträger gespielt haben wird. Die ACMF hat
ein gutes Auge und mit dem Infoheft im DIN A 4 Format und Farbfotos auch
ein hervorragendes Sprachrohr.
Text: Friedrich Hog, Fotos: Christopher Hog
 

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