Two Tons Of Steel: Countrybilly Music am Sonntag

Aufgrund des kurzfristigen Ausfalls eines Auftritts in Frankreich war die texanische Spitzenformation Two Tons Of Steel am Sonntag, den 28. September 2008 spontan ins Four Corners in Untermeitingen eingeladen worden, um dort bereits zum zweiten Mal authentische texanische Country Music der absoluten Spitzenklasse zu spielen. Der Auftritt war auf 16 Uhr angesetzt.

Mit schöner und schnörkelloser Honky Tonk Music und geradlinigem Rock’n’Roll überzeugte die Formation aus San Antonio im Rahmen von zwei Sets. Die Musik der Band ist klar strukturiert, laut, aber keinesfalls zu druckvoll. Countrybilly nennen sie es selbst, Elvis Presley und Elvis Costello haben gleichermaßen ihre Berechtigung, versehen mit einer liberalen Dosis Buddy Holly und etwas Ramones. Das kann man sich auf der Bühne des Amphitheaters am Riverwalk vorstellen, aber man kann es gewisslich auch im gemütlichen Four Corners in vollen Zügen genießen. Egal, ob es eigene Singles sind wie "Vegas" vom Juni 2005, Titelsong ihrer CD, oder ob Elvis gecovert wird, "Mystery Train" oder "Trying To Get To You", die Band um Sänger Kevin Geil und E-Gitarrist Dennis Fallon hat Stil und behält ihre Eigenständigkeit bei. Chris Rhoades überzeugte am Kontrabass, während Chris Dodds am Schlagzeug für die richtige Geschwindigkeit sorgte. "Alcohol & Pills" erinnert an Hank Williams, Elvis Presley und Janis Joplin gleichermaßen. Auch Bill Monroe’s "Blue Moon Of Kentucky" durfte scheinen, freilich eher in der Elvis-Version, als nach Bluegrass klingend. Scheinen durfte auch der „Havana Moon", entstanden bei einer Cuba-Tour 1997. Da ihr Steel Gitarrist Denny Mathis nicht dabei war, bot sich für Dietmar Wächter von der Daniel T. Coates Band die Möglichkeit an, bei einigen Stücken die Steel zu bedienen. Der Original-Sound der Band lebt eigentlich von diesem Instrument.

Mit ihrer Single vom Februar 2006 "I Wanna Be Sedated" ging die Band in die Pause. Im zweiten Set gab’s "Red Hot" und "Maybe Baby", sowie ihre Single "Unglued" aus der "Vegas"-CD. "Folsom Prison Blues" war ihre Verbeugung vor Johnny Cash und "Not Fade Away" unterstrich, wie sehr die Band für independent music steht, Schlagzeugsolo inbegriffen.

Die Band sollte an einem Freitag oder Samstag die Halle füllen, an jenem Sonntag haben die wenigen Gäste, die rechtzeitig vom Auftritt von Two Tons Of Steel erfahren haben, ihre wahre Freude an der Musik gehabt. Nicht vergessen wollen wir ihr genial schönes „Diddley Daddy", das sie natürlich auch gebracht haben. Neben den Studio-CD’s gibt es auch eine CD-DVD, die bei einem Auftritt in der weltbekannten Gruene Hall in Texas entstanden ist, „Two Ton Tuesdays Live!" von 2006. Solche Formationen sollten viel öfters die Chance haben, vor europäischem Publikum zu spielen. Erstens, weil sie die ungeteilte Aufmerksamkeit des hiesigen Publikums schätzen und zweitens, weil die Country Szene mit solch herausragenden Bands auch außerhalb der "Szene" punkten könnte. Voraussetzung ist allerdings, dass man geschlossen hinter solch großartigen Formationen steht. (Friedrich Hog)



 
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