| The Beggars, Klasse aus Australien
Seit ihrer Single "Preacher I Have Sinned" von vor einem Jahr sind The Beggars nicht mehr aus den Programmen versierter Radiomacher wegzudenken. Ihre Musik ist erfrischend und im innern heilsam beruhigend zugleich. Quinton Dunne (Kontrabass, Gesang) war vor fünf Jahren bereits als Tourist in München, seither hat er sich zwei genial gut passende Mitmusiker gesucht, mit denen er nun auf dreiwöchiger Tournee durch Deutschland und die Schweiz ist. Gefunden hat er sie in Renee Donaghey (Gesang, Gitarre) und Stuart Day (Gesang, Gitarre, Mandoline, Fiddle, Mundharmonika). Craig Lauritsen begleitete die drei am Cajon, also am hölzernen Minischlagzeug, als Schlagzeuger ist er auch auf der letztjährigen ersten CD der Beggars, "The Beggars", bereits zu hören. Der Auftritt fand ohne P.A. statt, was bereits ein wenig von der Kraft und Dynamik dieser akustischen Band verrät. Mit ihrem neuen Lied "East Of The Moon, West Of The Sun" begann der erste von drei ausführlichen Sets, die ihr gesamtes Spektrum abdeckten, Folk, Country, Pop. Zu den neuen Liedern, die sie für ihre künftige zweite CD bereits sammeln, gehört auch "My Baby Only Wants A Banjo". 14 ihrer 15 Lieder auf der ersten CD haben die Beggars selbst verfasst, Quinton ist Autor von "Hey Momma", wo er seine Jugendjahre Revue passieren lässt, herrlich der mehrstimmige Gesang. Einzig das schottische Traditional "The Water Is Wide", das Stuart Day von seiner Großmutter vermittelt bekommen hatte, ist nicht selbst verfasst, Stuart und Renee teilten sich den Gesang. Renee als Gesangslehrerin ist ohnehin mit dem Instrument Stimme bestens vertraut. Viel schöne Power bei "It’s Not You" und herrlich auch anzuhören Stuart’s Gedanken auf der Terrasse an einem Herbsttag im südlichen Australien, "It’s Such A Lovely Day". Natürlich durften auch spezifisch australische Lieder nicht fehlen wie "Waltzing Matilda", hier in der Queensland-Version, wo ein Mann ein Schaf stiehlt, am Ende sich aber umbringt. Herrlich ihre gefühlvolle Version von "Landslide" (Fleetwood Mac, Dixie Chicks). In "The Garden Of Love" brachte Stuart seine Gefühle für seine Frau zum Ausdruck. Im zweiten Set kamen Lieblingsautoren der Band zu Wort wie Neil Young (Comes A Time), John Prine (Please Don’t Bury Me) oder Gram Parsons (In My Hour Of Darkness). Sehr gelungen auch die Old Time Nummer "Too Old To Cut The Mustard" und "If I Could Only Win Your Love" von den Louvin Brothers. "Mercedes Benz" bestückt Renee mit einem Plasma-TV, Janis Joplin war noch mit einem Colour-TV zufrieden gewesen. Der australische Humor kam insbesondere bei "The Fatal Wedding" zum Ausdruck, keiner hat’s überlebt. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass der Kontinent vom Meer und Stränden umgeben ist, wo immer wieder mal jemand vom Hai verspeist wird, wie kürzlich der Bassist einer Band, die einen Gig am Meer hätte spielen sollen. Slim Dusty kam mit "I’ve Been A Fool Too Long" zu Ehren, sogar mit einem Jodel begleitet, auch das beherrschte das australische Country Music Urgestein. Mit ihren Hits "Kangaroo", wo spätestens das XXXX, das bekannte australische Bier zuschlägt, und dem genial schönen und ergreifenden "Preacher I Have Sinned" verabschiedeten sich The Beggars von ihrem Publikum, das die Band, ihre schönen Stimmen und Melodien, und virtuos gespielten Instrumente erst nach einigen Zugaben gehen ließ, zu denen "Better Be Home Soon" der australischen Band Crowded House gehörte. Im Herbst 2009 wollen sie wiederkommen, vom 08. bis 10. Februar spielen The Beggars auf der Country Music Messe in Berlin und am Samstag, den 16. Februar sind sie um 20 Uhr im Pfleghofsaal Langenau bei Ulm zu Gast. (Friedrich Hog)
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