Erfolgreiches Kötzer Country Festival
![]() 25. Internationales Kötzer Country Music Festival verzeichnet guten Zuspruch Großkötz – hog Trotz guten Wetters fanden am 23. und 24. Mai anlässlich des Kötzer Country Music Festivals über 600 Country Fans aus nah und fern den Weg in die Kötzer Günzhalle. Sechs internationale Bands begleiteten ein durchweg harmonisches Festival mit sehr unterschiedlichen Musikstilen. Ob die Country & Western Friends Kötz mit dem Festival in der Günzhalle nach einem viertel Jahrhundert nun aufhören, wenn es am schönsten ist, oder ob sie die nicht enden wollenden Zugaberufe am Samstag beim Finale aller beteiligter Musiker als Ansporn sehen, am gewohnten Ort auch 2009 ein internationales Festival zu organisieren, war bisher nicht zu erfahren. Ein harmonischer Festivalverlauf unter Anwesenheit von Landrat Hubert Hafner und Bürgermeister Ernst Walter spricht für sich. Beide Ehrengäste richteten schon am Freitag ihre Grußworte an die Gäste, in denen sie das langjährige Engagement des Vereins würdigten. Den Country & Western Friends Kötz als Veranstalter ist es gelungen, ihr Festival für ein gutes und bestens durchmischtes Publikum zu öffnen, das bis aus Österreich, der Schweiz, Holland und Liechtenstein angereist war und den Wert der dargebotenen Musik offenbar zu schätzen wusste. Das wurde gleich beim ersten Künstler des Freitags deutlich, Gary Fjellgaard. Der norwegisch-stämmige Kanadier ist seit 52 Jahren verheiratet, was man ihm nicht ansehen würde. Mit seiner warmen Stimme brachte er nur zur eigenen Gitarre seine Lieder zu Gehör, die meist Geschichten sind von der Prärie oder vom Reisen. Darrel De La Ronde und Saskia Overbeek gesellten sich teilweise dazu und hatten auch ein eigenes Programm parat, das so schöne Lieder wie „If I Needed You" von Townes Van Zandt beinhaltete. Bei „If I Could Fly" kam die wunderschöne Stimme von Saskia besonders zur Geltung, das Lied beschreibt die erste Liebe des 17-jährigen Sohns. Obwohl die beiden Sets dieser Künstler ausschließlich akustisch waren, kamen sie gut beim Publikum an, das weit überwiegend aufmerksam zugehört hat. Smokestack Lightnin‘ aus Nürnberg hatten mit ihren beiden knackigen Sets ebenfalls keine Schwierigkeiten, Gehör zu finden. Ob Junior Brown’s „Highway Patrol" oder alte Klassiker wie „Ring Of Fire" oder „I’m So Lonesome I Could Cry", die Band war effektiv und überzeugend. Alternativer Country mit einer gefestigten Basis in den 60-er Jahren hatte auch den Rockabilly Fans einiges zu bieten. Am Samstag waren vier Bands vor Ort, 4 Wheel Drive machten mit virtuosem Bluegrass den Anfang. Sie kamen mit ihrer hochklassigen Darbietung äußerst gut an, und sorgten für Begeisterung und Zugabewünsche. „Thirsty In The Rain" aus der Feder von Peter Rowan zum Beispiel zeigte, dass die Formation nicht auf schnelle aufreißerische Stücke angewiesen ist, um sich durchzusetzen. Hier durfte die hohe Schule der Songschreiberkunst in Verbindung mit gutem mehrstimmigem Satzgesang und perfekter Instrumentenbeherrschung des Künstlers Freiheit uneingeschränkt zur Entfaltung bringen. Bei David Waddell & Hellbound Train stand die Persönlichkeit des aus South Carolina stammenden Bassisten David Waddell im Vordergrund. Seine klare Baritonstimme und sein südlicher Akzent paarten sich mit dem Outlaw-Feeling der 70-er Jahre, das durch seine schwarze Lederkleidung verstärkt wurde. Die Musik war druckvoll, ähnlich wie bei Waylon Jennings, Mark Wise setzte auf der akustischen Gitarre Akzente. Arbeiter, arme Leute und Outlaws, „The Lady And The Outlaw", hierüber singt der Künstler, und das nimmt man ihm voll ab, ebenso wie die herrliche Ballade über seine Heimat in den Appalachen „Smokey Mountain Rain". Lynette Morgan & The Blackwater Valley Boys aus London bzw. seinen südlichen Vororten fanden den Weg in die Herzen des Publikums mit unverfälschten Klängen der 40-er und 50-er Jahre wie z.B. „Blackberry Boogie" von Tennessee Ernie Ford. Derart erfrischend dargebracht sprang von der Musik auf der Bühne der Funke sofort aufs Publikum über, was auch wieder zu den Musikern zurückkam. Man spürt den Elan der authentischen frühen Country Musik, aus der sich Anfang und Mitte der 50-er Jahre in Verbindung mit dem Rhythm’n’Blues der farbigen Bevölkerung Amerikas der Rock’n’Roll entwickelt hat. Die wunderbare Stimme von Lynette Morgan stand gemeinsam mit der feinen elektrischen Gitarre von Willy Briggs im Vordergrund, der viele der Lieder der Band geschrieben hat. Die beiden Auftritte von Daniel T. Coates aus Pennsylvania und seiner Band waren ganz besondere Highlights. Die Formation baute mehrere Lieder von George Strait und viel eigenes Material ein, das ist moderne Country Music in Vollendung, ohne dass sie durch kommerziellen Anstrich verwässert werden müsste. Das Akkordeon von Thomas Schönheiter und die Steel Guitar von Dietmar Wächtler klangen wohltuend; schön, dass man der Steel auch eine eigene Passage eingeräumt hat, das ist immer noch ausbaufähig. Nachdem die Formation den Klassiker "Fire On The Mountain" interpretiert hatte, stand die Halle um halb 2 in der Frühe noch Kopf. Zuvor hatte ein Finale aller beteiligter Künstler am Ende des zweiten Sets der DTC-Band bereits für nicht enden wollende Zugaberufe gesorgt. Das Doppelschlagzeug von Stefan Kain und Brad Gross von den Blackwater Valley Boys sorgte für Aufsehen und Beifallsstürme. Ein Kompliment darf man der Sound Crew machen, die für alle sechs komplett unterschiedlichen Bands hervorragende Arbeit geleistet hat im Sinne eines klaren und differenzierten Klangs in der ganzen Halle bei stets angenehmer Lautstärke. Präsident Peter Wroblewski hatte seiner Frau Annemarie auf der Bühne einen großartigen Rosenstrauß überreicht und sich damit für die gemeinsamen Jahre bedankt und für all das Positive, ohne das die erfolgreiche Tätigkeit für den Country-Verein undenkbar wäre. Die Helfer hatten außerdem erneut die Herausforderung gerne angenommen, die kärglich anmutende Halle in einen geschmückten und damit wohnlichen Zustand zu versetzen. Das Festival wurde vom Publikum erfreulich gut angenommen und darf als Plädoyer der Musikfreunde gewertet werden, auch zukünftig wenigstens einmal im Jahr eine mehrtägige Veranstaltung mit unterschiedlichen Bands der Country Music auf die Beine zu stellen. (Friedrich Hog)
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