Erfolgreiche Bluegrass & Country Night zum St. Patrick’s Day

Bereits zum 12. Mal luden die vhs Ehingen/Donau und die Country & Western Friends Kötz zur Bluegrass & Country Night anlässlich des St. Patrick’s Days in die Lindenhalle Ehingen ein. Erstmals wurde die Zahl von 200 Gästen überschritten, aus Österreich, der Schweiz und ganz Süddeutschland war das Publikum angereist. Mit den Good Brothers aus Kanada und The Hickory Project aus Pennsylvania hatte man zwei hochkarätige Bands engagiert, die auf unterschiedliche Arten mit irisch inspirierter Musik das Publikum begeisterten.

Erstmals hatte man jeder Band nur einen Set zugebilligt, dafür aber jeweils 90 Minuten anstelle der bisherigen zwei Mal 45 Minuten. Die große Pause wurde vom Publikum zur Verpflegung und zur Kontaktaufnahme mit den Künstlern genutzt. Zunächst brachte The Hickory Project anspruchsvollen Bluegrass. Sue Cunningham, ursprünglich aus Florida, erwies sich als variantenreiche und virtuose Fiddlerin, Billy Gilmore aus Stuart, Florida konnte als Gitarrist in jeder Hinsicht überzeugen, er beherrscht gleichermaßen die Mandoline und die Fiddle, was zu Twin-Fiddle-Einlagen einlud. Am Banjo bestach David Cavage aus Carbondale, Pennsylvania und den richtigen Rhythmus gab Steve Belcher, am Kontrabass an, er wurde in Liverpool, England geboren, lebt jetzt aber in Pennsylvania. Die Musik bewegte sich auf sicheren Pfaden weg vom traditionellen Bluegrass, der aber mit z.B. Bill Monroe’s „I’m On My Way Back To The Old Home" auch vertreten war. Modern hingegen der „Beautiful Morning In Sydney". Fiddle und Banjo griffen filigran ineinander, konnten aber auch rasante Läufe bieten. Swing war bei Fats Waller’s „Ain’t Missbehavin‘" und Glenn Miller’s „In The Mood" angesagt. Aus dem eigenen Repertoire kam z.B. „Waves In The Sand", die Welle verläuft am Strande im Sande ...

Wunderschön dargeboten wurde „He Rode All The Way To Texas", man hätte die sprichwörtliche Nadel fallen hören können, so aufmerksam war das Publikum. Dann wieder Raum für Improvisationen, Szenenapplaus. Typisch irisch waren „Whiskey Before Breakfast" und im Anschluss die Twin Fiddles, geht der St. Patrick’s Day doch auf den irischen Nationalheiligen zurück, der am 17. März 461gestorben war. Geboren wurde er in Wales, als Junge war er nach Irland verschleppt worden und später brachte er den Iren den katholischen Glauben und das Kleeblatt als nationales Symbol. Bill Monroe’s und Peter Rowan’s „Walls Of Time" fand beim Hickory Project eine feinfühlige Interpretation, dann kam mit „Travelin‘ On" der Titelsong der jüngsten CD, aus der Feder von David Cavage. Von Vassar Clements kam noch „The Lonesome Fiddle Blues" mit dem überraschend eingebauten „Another Brick In The Wall" von Pink Floyd. Nach der Zugabe und der Pause folgten die Good Brothers.

Sie bestachen mit leicht zugänglichen Liedern wie dem schmissigen „Fox On The Run" und Ian Tyson’s „Summer Wages". Die Zwillinge Bruce (Autoharp, Dobro und Mundharmonika) und Brian (Gitarre, irische Tin Whistle, ist 5 Minuten jünger als Bruce) Good erläuterten die Zusammenhänge innerhalb der kanadischen Musik, deren eine Hälfte irisch-schottischer Abstammung ist (St. Anne’s Reel), deren andere Seite aber französische Ursprünge hat, so wie auch die Großmutter der Good Brothers, die French-Canadian aus New Brunswick war. So entwickelte sich ein historisch nachvollziehbarer Trip durch die Geschichte der kanadischen Musik, die vom „Virginia Reel" auf den ursprünglichen Titel der Nummer, „The Irish Washwoman", zurückgreift. Hits wie Merle Haggard’s „Sing Me Back Home" und „Seasons In The Sun" von Terry Jacks fanden ebenso Eingang ins Repertoire der Goods wie der alte Hitklassiker „No Help Wanted" aus dem Jahre 1953 von den Carlisles. „The Beautiful Life" brachte mehrstimmigen Gesang, der jüngere Bruder Larry Good reiht sich insoweit bestens ein, zu finden auf der aktuellen Bluegrass-Gospel-CD der Good Brothers, „Blind Faith". „Rodeo Red" berichtete über einen alternden Cowboy, zwei entsprechend gekleidete Hobbyisten hatten sich auch im Publikum eingefunden, das ansonsten rein konzertant ausgerichtet war. Bruce spielte den Klassiker der Carter Family auf der Autoharp, „Wildwood Flower". Schließlich hatte John P. Allen seine große Stunde beim variantenreichen „Orange Blossom Special", der Abhandlung einer Fahrt des legendären Güterzugs von Baltimore, Maryland nach Miami, Florida. Dazwischen immer wieder klassische Country Hits wie „Always Late" von Lefty Frizzell oder „Linda On My Mind" von Conway Twitty, sehr angenehm dargeboten bei idealer Lautstärke. Viel Spaß mit südlichen Rhythmen versehen bereitete „Come A Little Bit Closer" von Jay & The Americans, ehe die Goods mit dem befreundeten Songpoeten Gordon Lightfoot schon wieder „Alberta Bound" waren. Gemeinsam mit dem Hickory Project sangen die Goods um Mitternacht „You Are My Sunshine".

Die Veranstaltung erfreut sich weiterhin steigender Beliebtheit und findet um den 17. März 2009 herum ihre 13. Auflage. (Friedrich Hog)

 
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