Ungeteilte Aufmerksamkeit des Publikums 
Joan Enguita aus Kalifornien und Karen Hatch aus Kanada

Langenau – hog Am Samstag, den 11. November 2006 hatten die Country & Western Friends Kötz in den Pfleghofsaal Langenau eingeladen. Mit Unterstützung des Kulturamts der Stadt Langenau konnten sie erstmals in der Region Joan Enguita aus Kalifornien präsentieren, die von ihrer kanadischen Gitarristin Karen Hatch begleitet wurde. Gebannt lauschte das Publikum der wunderschönen warmen Stimme von Joan Enguita und ihren herrlichen melodiösen Liedern.

Den Country & Western Friends Kötz ist einmal mehr die erstmalige Präsentation einer zuvor in der Gegend unbekannten Künstlerin aus Amerika gelungen. Die Förderung der amerikanischen Country Music in Deutschland ist der Vereinszweck und die Umsetzung beinhaltet, sich auch an neuere Künstler heranzuwagen, die noch keine gesicherte Fan-Basis im Deutschland haben. Belohnt wurde der Verein und sein Publikum einmal mehr durch einen zauberhaften musikalischen Abend, der von akustischer Americana-Music geprägt war. Joan Enguita, die in der Wüste Kaliforniens beheimatet ist, sang und spielte akustische Rhythmus Gitarre, Karen Hatch aus Victoria, British Columbia in Kanada’s Westen gelegen, bediente die akustische Lead Gitarre und steuerte die Harmoniestimmen bei. Bei einem fünftägigen Songschreiber-Workshop in Kanada hatten sie sich kennengelernt, der von Kathy Mattea und ihrem Ehemann Jon Vezner („Where’ve You Been") geleitet wurde. Rasch hatten die beiden begonnen, gemeinsam Lieder zu schreiben, was sie auch in Deutschland fortgesetzt haben. Welturaufführung erlebte daher ihr in Ulm geschriebenes Lied „Why I’m Still Calling You". Auch „Cowboy’s Girl" war während des gemeinsamen Deutschlandaufenthalts fertig geworden, eine Woche zuvor waren die Künstlerinnen bereits bei der Country Music Messe in der Meistersingerhalle Nürnberg aufgetreten.

„I Wanna Hear It From You" ist aus der Joan Enguita’s CD „Two Suitcases" bereits bekannt, eine Frau wünscht sich, die drei Worte von „ihm" zu hören, egal wo, wann und wie, Hauptsache, er sagt sie! „Boots & Pearls" brachte mehr Rhythmus, dafür atmete „Two Suitcases" eine herrliche Brise einer wunderschönen Melodie ein, wenn man auf Reisen ist, sieht man Menschen, deren ganzes Leben in zwei Koffern verstaut wurde, oder besser gesagt, was von ihrem Leben übrig ist. Vorbilder von Joan Enguita sind Joan Baez, Judy Collins, Patsy Cline, Jim Reeves, Eddy Arnold oder auch Chet Atkins, die Grenzen zwischen Folk und Country sind bei ihr besonders offen, Americana nennt man diese Musik. „Walking After Midnight" war mithin das Tribut für Patsy Cline. Schön der Gedanke hinter „Kiss Me Awake" und Karen sang Hank Williams‘ „Hey Good Lookin‘" und das lustige „I’d Like To Be A Cowgirl, But I’m Afraid Of Cows". „Walk A Mile In My Shoes" zielt auf das gegenseitige Verständnis unter den Menschen ab, an dem es nach wie vor auf dieser Welt sehr fehlt. Das Publikum nahm diese Gedanken und Gefühle sehr gerne auf und schenkte über zwei ausführliche Sets hinweg den wunderbaren Künstlerinnen ungeteilte Aufmerksamkeit. (Friedrich Hog)

 
 
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