| Too Country & Proud Of It – Billy
Yates glänzt im 4 Corners
Geboren wurde Billy Yates in Doniphan, Missouri, aufgewachsen ist er
auf einer kleinen Farm an der Grenze zu Arkansas. Obwohl die Kindheit
kärglich war, hat es ihm an nichts gefehlt und er möchte seine Kindheit
mit nichts eintauschen. Der Schallplattensammlung seiner Eltern entnahm
er Musik von Jim Reeves, Ernest Tubb, Lefty Frizzell, George Jones, Mac
Wiseman, Buck Owens, Merle Haggard und den Louvin Brothers. Seine
eigenen Interessen waren Emmylou Harris und Don Williams zugewandt. 1987
kam er nach Nashville, Tennessee, wo inzwischen sechs seiner Songs von
George Jones
Um halb neuen eröffneten Savannah den Abend mit einem mehr als
gelungenen Set. Der differenzierte Klang zwang förmlich zum Zuhören, was
sehr viel Freude bereitete. Elektrische Gitarre, akustische Gitarre,
Bass, Schlagzeug und Keyboard kamen zum Einsatz, „Hello Trouble" galt
zumindest im Hinblick auf die Musik nicht. Schöner mehrstimmiger Gesang
ertönte bei „Baby’s Got A Hold On Me" von der Nitty Gritty Dirt Band und
„Habit Of The Heart" erwies sich als bisher unentdeckte Perle aus der
Feder von Michael Woody. „K-I-S-S-I-N-G" riss die Zuhörer mit seiner
Dynamik mit, Shawn Camp hatte das Lied in den 90-er Jahren bekannt
gemacht. Einflüsse von Lefty Frizzell und Merle Haggard wurden sehr
deutlich, „That’s The Way Love Goes", „Ramblin‘ Fever", sehr gute
E-Gitarre! Der Bogen wurde gespannt bis Johnny Cash, „I Still Miss
Someone" und Tex-Mex, Keyboard macht’s möglich. Im zweiten Set kam Cor
Sanne als Leadsänger hinzu, er kramte in älteren Titeln
Im dritten Set übernahm schließlich der Star des Abends das Ruder,
Billy Yates. Von Anfang an machte er klar, „Anywhere But Nashville" und
„Too Country & Proud Of It": er gilt beim Establishment als zu sehr
Country und findet daher nicht die Unterstützung der großen
Plattenfirmen, aber verbiegen lassen möchte er sich nicht. Das ist eine
Einstellung, die die Fans im Four Corners voll mitgetragen haben, das
Publikum war mit Sicherheit kompetenter und aufgeschlossener, als das in
den USA beim durchschnittlichen Gig zu erwarten ist. Billy Yates
streifte den „Harmony Man", geriet ins Schwärmen über Lefty Frizzell,
Merle Haggard und Keith Whitley bei „I Never Go Around Mirrors" und
packte auch Power aus, wo’s gepasst hat, „Down At The Station". Seine
aktuelle sechste CD heißt „Favorites", sie ist seine fünfte CD auf
eigener Plattenfirma. Es sind seine Lieblingslieder aus den vier
Vorgängeralben enthalten, „Flowers" hat er neu eingespielt und „Choises"
ist hier erstmals im Duett mit George Jones zu hören, der die
Billy-Yates-Komposition in den 90-er Jahren zum Hit gemacht hatte. 21
Lieder sind auf dem neuen Album enthalten. Wo viel Freiheit, ist viel
Irrtum, so der Inhalt von „Choises", man lebt und stirbt mit seinen
Entscheidungen. Klar, dass dieses Lied nicht fehlen durfte, ebenso wie
„I Don’t Need Your Rockin‘ Chair", das
Sehr positiv zu erwähnen sind auch die Ansagen von Billy Yates zu den einzelnen Liedern, die einem die Hintergründe erläutern wie bei „My Infinite Love", das George Strait auf CD gecovert hat. Billy hatte es für eine an Krebs leidende Freundin geschrieben und an ihrer Beerdigung gesungen. Um Tod ging’s auch bei „Daddy Had A Cardiac And Mama‘s Got A Cadillac", wobei hier die Aufbereitung viel lustiger ist, denn der Daddy starb im falschen Bett an Herzinfarkt mit einem Lächeln im Gesicht, jetzt konnte die Mutter sich einen Cadillac leisten, das englische Wortspiel gibt hier viel her und es heißt unter anderem: "Daddy Died Smiling, Mama Had The Last Laugh". Augenzwinkern auch bei der aktuellen Single „Better Every Beer", nach jedem Bier scheinen die Mädels in den Augen der Kerle hübscher zu werden. Wunderschön mit mehrstimmigem Satzgesang wurde akapella-Gospel dargereicht „Talk About Suffering ...", „Roxanne’s Bayou" und „Me Marie" machten wieder auf niveauvolle Weise Stimmung und „Got No Reason Now For Going Home" war Honky Tonk pur aus dem Hitfundus von Gene Watson. „Tonight The Bottle Let Me Down" und „Alcohol Abuse" leiteten nach Mitternacht den Schlussakkord ein, der in der zweiten Zugabe „American Voices" sehr gehaltvoll angestimmt wurde. Billy schrieb dieses Lied über die ganzen Probleme, die sein Land derzeit verursacht und bittet u.a. darum, die Stimmen der Menschen mit roter oder dunkler Hautfarbe nicht in Abrede zu stellen. Standing Ovations waren verdienter Lohn für diese großartige Performance, der eine ausführliche Autogrammstunde folgte. Billy Yates ist uneingeschränkt sehr gut rübergekommen und mit Savannah hat er eine Band im Hintergrund, die seine Musik optimal in Szene setzt. (Friedrich Hog) |
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