Prairie Oyster aus Kanada in Zürich

Seit rund 30 Jahren gibt es in Toronto, Ontario, Kanada die Formation „Prairie Oyster". Ihre große Zeit war vor rund 15 Jahren, 2001 hatten sie sich mit einer Zusammenstellung ihrer besten Einspielungen zurückgezogen. Die Batterien sind inzwischen aber wieder aufgeladen und die CD „One Kiss" von 2006 eröffnet ihnen einen optimalen Neustart. Das klassische Prairie Oyster-Quintett Russell deCarle am Leadgesang und Bass, Joan Besen am Keyboard, sie schreibt die Lieder der Band und spricht ganz gut deutsch, John P. Allen an Fiddle, Mandoline und akustischer Gitarre, jetzt nicht mehr in Aushilfe bei den Goods, Keith Glasse an elektrischer Gitarre und Dennis Delmore an der Pedal Steel Guitar sind Prairie Oyster auf CD und auf der Bühne, komplettiert durch einen Schlagzeuger. Am Aschermittwoch, den 21. Februar 2007 traten sie im Albisgütli in Zürich auf, im Rahmen des sechswöchigen 23. Internationalen Country Festivals, bei dem auch Mark Chesnutt, George Hamilton V. oder die Cherryholmes mit von der Partie sind.

Super Country, eine der besten schweizer Country Bands um Jimmy Duncomb aus London feierte als Vorgruppe ebenfalls eine Art Comeback, inzwischen hat Jimmy’s Tochter Miriam die Stelle von Jacky Woodridge als Sängerin eingenommen. Mit seiner Beat-Formation Jimmy & The Rackets hatte Jimmy Duncomb 1964 einen Nummer-1-Hit in Deutschland mit „Skinny Minny", „My Soul" wurde für sie in Deutschland Platz 14, was zu einem Auftritt in Chris Howland’s Fernseh-Show „Musik aus Studio B" führte. Sie traten zwar nicht im Star Club, aber im Top 10 Club in Hamburg auf und wollen dieses Jahr ebenfalls nochmals durchstarten. 1965 war Jimmy in die Schweiz gezogen. Ihre beiden Sets brachten schöne Klassiker der Country Music und auch aus ihrem Umfeld, eine Steel Guitar fehlt noch, aber Miriam wird im Juli einen Sohn zur Welt bringen und er soll rasch das Instrument übernehmen, so Jimmy’s Hoffnung.

Prairie Oyster stellten natürlich einige Lieder ihrer neuen, 8. CD vor, neben dem Titelsong auch „Too Bad For Me", „Open Up Your Heart", „Long & Lonesome Old Freight Train" oder „I Wish I’d Never Known Love" mit Tex-Mex-Einschlag. Die klare und kraftvolle Stimme von Russell deCarle kreiert immer noch ein wenig ein „Mavericks-Feeling", wenngleich die Show nicht mehr so energiegeladen rüberkommt, wie früher. Im zweiten Set hatten sie einen Zahn zugelegt, insbesondere „Everybody Knows", „One Way Track" und „Did You Fall In Love With Me" (bester Country Song des Jahres 1992 bei der kanadischen Country Music Association) kamen mit der gewohnten Prägnanz und Power, die Gitarre war ebenfalls markant. Ein wenig Swing („Mona Lisa"), some Straight Honky Tonk, kein Crap, man konnte der Musik entspannt zuhören oder dazu tanzen im gut gefüllten Albisgütli. „Such A Lonely One" war eine Nummer 1 in Kanada.



Im Albisgütli herrschen sehr gute Soundbedingungen, Mandoline und Steel waren am Anfang noch etwas leise, aber das hat sich richten lassen. Prairie Oyster sind wieder da und es macht richtig Vergnügen, ihnen zuzuhören, Substanz und Können sind in all den Jahren nur gewachsen und vielleicht kommen sie ja mal wieder nach Europa, geplant haben sie das. Dann könnten sie ihren größten US-Hit nachholen, „One Precious Love", den habe ich nämlich vermisst. (Friedrich Hog)

 
 
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