| Oldtime, Honky Tonk, Hank &
Rockabilly: The Wilders
Aus Amsterdam kamen sie gegen 20.30 Uhr angereist, 20 Minuten später legten sie mit ihrer dynamischen Show los, dass es eine wahre Freude war. Dabei ist das Wort "Show" nicht exakt zutreffend, denn die drei Musiker und ihre Fiddlerin Betse Ellis zelebrieren ihren tatsächlichen Lebensstil, wenn sie auf der Bühne stehen. Das ist authentisch, echt und aufregend vom ersten bis zum letzten Ton. Phil Wade ist für Clawhammer Banjo, Dobro und Mandoline zuständig, Ike Sheldon aus Phillipsburg, Missouri spielt die Gitarre und ist meist der Leadsänger und Nate Gawron bedient den Kontrabass. Betse ist in den Ozark Mountains in Arkansas aufgewachsen, während Phil und Nate aus Kansas City, Missouri stammen, wo die Band auch beheimatet ist. Vier CD’s haben sie bereits veröffentlicht, "Spring A Leak" und "Throw Down" sind die beiden jüngsten. Mit pfiffigen Instrumentals können sie überzeugen, aber gesanglich passt alles ebenso gut zusammen. Durch die Vielfalt der Instrumente konnte die Band diverse Stimmungen aufleben lassen, Mountain Music bei Banjo, Bluegrass bei Mandoline, Blues bei Dobro. Alles aber aus einem Guss, niemals artfremd, trotz aller Vielfalt der musikalischen Stile. Mit "Seven Lonely Days" von Patsy Cline verbanden sie die positive Aussage, dass das hiesige Publikum sich eher um langsame Titel kümmert, als das amerikanische. Der "V-8 Blues" blendet zurück in die 30er Jahre, als erstmals der Achtzylindermotor für Overdrive auf den Straßen sorgte. Sofern man Benzin und Alkohol nicht mischt, sei alles noch überschaubar, zumindest zur damaligen Zeit, meinten sie. Unübertrefflich diese Formation, die Spaß und Unterhaltungswert mit musikalischem Können zu verbinden versteht, wie kaum jemand sonst. Wunderschön daher auch Buck Owens’ "There Goes My Love". Nach rasantem Oldtime folgte ein gemächlicher "Honky Tonk Man" à la Johnny Horton. Betse Ellis sorgte alleine mit ihrem Gesang und ihrer Fiddle für einen Höhepunkt, als sie "Further On" sang. Eigene Lieder haben sie durchaus auch zu bieten, wie das dynamische "Honky Tonk Habit" von Nate Gawron und "Once More" kam im ursprünglichen Stil von Roy Acuff daher, sehr individuell phrasiert, schön, dass man das auf einer Bühne noch erleben darf! Roger Miller’s "Kansas City Star" durfte nicht fehlen und viel zu schnell war es Mitternacht geworden, was das total begeisterte Publikum nicht davon abhielt, die Band noch für ein paar weiter Stücke dazubehalten. Die Wilders sind derzeit auf ausgedehnter Deutschlandtournee und haben offensichtlich große Freude daran. Am Donnerstag, den 24. Mai gastieren sie beispielsweise im Ulmer Zelt in Ulm an der Donau, jener Stadt die mit dem Münster den höchsten Kirchturm der Welt zu bieten hat. Die Wilders im Ulmer Zelt, das ist Kult, Kultur und mehr. Wer an anderer Stelle Gelegenheit hat, die Wilders einmal live zu erleben, darf sich das auf keinen Fall entgehen lassen, sie sind auch in Nashville eine echte Sensation und stechen in jedem Lineup äußerst positiv hervor. Bereits am Donnerstag, den 17. Mai kann man von 10 bis 18 Uhr bei einem Vatertagsfest vor oder im Alten Sportheim in Illerberg Dan Paisley & Southern Grass aus den Appalachen live erleben, eine Top-Bluegrass-Formation und Willie & The Poorboys aus Kempten im Allgäu präsentieren in Abwechslung hierzu Rockabilly. (Friedrich Hog)
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