Loud Rock’n’Roll: Bobby Bare jr. im Kapilio Langenau

Auf Samstag, den 14. April 2007 hatte sich Bloodshot Recording Artist Bobby Bare jr. im Café Kapilio in Langenau angesagt. Der kleine Musentempel ist dabei nicht richtig voll geworden, aber a bisserl was geht immer. Und das war bei Bobby Bare jr. so ziemlich alles zwischen Punk- artigem Rock und Old Time Country Music.

Country Music Legende Bobby Bare ist ja bekannt durch seinen Hit „The All American Boy", mit dem er 1959 Platz 2 der amerikanischen Pop Singles Charts erreichte, ferner durch Hits in den Country Charts wie „Marie Laveau" (No. 1/1974), „Four Strong Winds" (No. 3/1964/65), „That’s How I Got To Memphis" (No. 3/1970), „Miller’s Cave" (No. 4/1964), „Margie’s At The Lincoln Park Inn" (No. 4/1969), „500 Miles Away From Home" (No. 5/1963/64), „The Streets Of Baltimore" (No. 5/1966), „The Game Of Triangles" mit Norma Jean und Liz Anderson (No. 5/1966) oder die Grammy Single „Detroit City" (No. 6/1963). Rund 70 Hitparadenerfolge in Billboard’s Country Charts konnte er ab 1962 landen, seit gut 20 Jahren ist er jedoch schon aus dem „großen Geschäft" heraus, hat auch schon mal eine Abschiedstournee gemacht, ist aber hin und wieder so ein klein wenig rückfällig und tritt noch auf. 1974 hatte er zusätzlich zu den genannten Hits Position 2 erreicht mit „Daddy What If", einem Duett mit seinem damals kleinen Sohn Bobby Bare jr.. Dieser geht inzwischen auf die 40 zu, wohnt in Nashville und macht Musik. Diese ist jedoch etwas anders, als jener Folk-Country, den sein berühmter Vater macht, „This Is Big Bare" meinte der Junior, als ich ihm einige Fotos zeigte, die ich vor annähernd 20 Jahren von seinem Vater gemacht hatte. Sehr anders sogar, obwohl Bobby Bare jr. die aktuelle CD seines Vaters produziert hat und nach Rückkehr in die USA die nächste Bobby Bare-CD produzieren wird. „The Big Bare" wird hierfür Songs aufnehmen, die er alle selbst geschrieben hat, vorwiegend in den 60er Jahren.

Zunächst hatte Bobby Bare jr. im Kapilio eine akustische Gitarre umgeschnallt, Cory Younts aus Nashville die Mandoline. Der Start hatte etwas von rauher Old Time Music und das verdichtete sich beim zweiten Lied „Valentine" sogar noch, als Cory Younts das Clawhammer Banjo bediente. Die Stimme von Junior Bare ist kaum mit jener seines Vaters zu vergleichen, kein gemütlicher Bariton, eher ein rauher, wilder Tenor. Sodann nahm Aaron Ford aus dem nördlichen Teil von Georgia ergänzend am Schlagzeug Platz. Bald schon wechselte Bobby Bare jr. zur elektrischen Gitarre und meinte „Now We Make Loud Rock’n’Roll". Gesagt, getan, das dauerte dann gut eine halbe Stunde, Psychedelic, Funk, Punk, ich weiß nicht, was man da alles raushören konnte, aber es war eindeutig zu laut für das Kapilio. Schön war jenes Lied, in dem es u.a. hieß „Stop Crying, I Kiss The Tears Out Of Your Eyes - I Mean It This Time". Als er sich verabschieden wollte, war kaum eine Stunde gespielt, das ließ das Publikum nicht zu, und so gab’s den schönsten Teil des Auftritts, als Bobby Bare jr. solo mit akustischer Gitarre noch fünf Songs als Zugaben klampfte. Da er in Nashville aufgewachsen ist, kennt er dort zwar längst nicht alle, aber einige, er meinte in einem lustigen und gelungenen Vortrag daher „Come And Visit Me In Nashville, Tennessee". Klasse war auch seine Version von „Sister Golden Hair".

Bobby Bare jr. scheint eine Menge Spaß gehabt zu haben in Langenau, den Leuten hat’s auch Spaß gemacht, sogar der elektrifizierte Teil. (Friedrich Hog)

 
 
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