Western Feeling aus Kansas in
Günzburg-Leinheim
Judy Coder & Andy Glandt glänzten mit ihren Formationen
Günzburg-Leinheim
(hog) - Am Freitag, den 23. März kamen Judy Coder & The Pride Of The
Prairie aus Kansas ins Weiße Rössle nach Günzburg-Leinheim. Der Saal war
voll geworden und die Fans konnten schöne Stimmen und virtuose
akustische Country Music erleben. Das Andy Glandt & George Kràlik
Quartett eröffnete mit Bluegrass den Abend.
Die Country & Western Friends Kötz haben im Rahmen ihrer 25-jährigen
Vereinsgeschichte bereits mehrere schöne Konzerte im Weißen Rössle in
Günzburg-Leinheim ausgerichtet. Daher lag es nahe, im Jubiläumsjahr dort
wieder einmal präsent zu sein. Andy Glandt aus Jena, einer der
versiertesten Banjo-Spieler Europas, war zusammen mit dem tschechischen
Fiddler George Kràlik angereist, zwei weitere tschechische
Musiker haben an Bass und Mandoline/Gitarre die Formation ergänzt. Es
gab schnelle Banjoläufe zu hören bei „Sally Goodin", Swing- und
Jazzelemente dominierten bei dem „Bye Bye Blues" oder in „Sweet Georgia
Brown". Der „Festival Waltz" war die europäische Komponente in der Musik
dieser virtuosen Formation. Andy Glandt zeigte sich über die
musikalische Ebene hinaus als einer der wenigen singenden Banjo-Spieler.
Judy Coder (Gitarre) und Alan Lawton (Fiddle, Gitarre)
standen im Vordergrund bei The Pride Of The Prairie, einer
Formation
aus dem US-Bundesstaat Kansas. Dem großen Vorbild nacheifernd sang Judy
Coder mit wunderbarer Stimme Patsy Montana‘s „I Wanna Be A Cowboy’s
Sweetheart", Alan Lawton ging auf Gene Autry ein, „Back In The Saddle
Again" oder sang Marty Robbins‘ Klassiker „El Paso". Das war stilechte
Western Musik, wie sie vor dem zweiten Weltkrieg existierte, und auch
noch kurze Zeit später, bevor kommerzielle Anwandlungen den Dollar vor
das Gefühl in der Musik gestellt hatten. Judy Coder & The Pride Of The
Prairie haben sich jedenfalls niemals von ihrem Weg abbringen lassen und
präsentierten den Fans entspannte Musik von der Prärie wie Carson
Robison’s „Story Of Yodellin’ Tex". Bunte Melodien brachten Schwung
rein, „Listen To The Rhythm Of The Range", wobei Judy Coder’s schöne,
drei Oktaven umfassende Stimme sowohl die stimmungsvollen, als auch die
herzhaften Lieder bestens transportieren kann. Die inzwischen 45-jährige
Sängerin brachte desweiteren Klassiker zu Gehör wie „Wayward Wind" oder
„Don’t Fence Me In", das Alan Lawton sang.
Beide Formationen spielten je zwei Sets und gegen Ende standen alle
Musiker gemeinsam auf der Bühne und ließen den „Orange Blossom Special"
in den Bahnhof einfahren. Schöne Musik war zu hören, virtuos
dargebracht, und das gilt für beide Formationen gleichermaßen. Niveau
ist auch das Kriterium, das den Country & Western Friends Kötz als
Maßstab gilt, weniger der kommerzielle Aspekt. Einmal mehr hat der
eingetragene Verein eine bisher in unseren Breiten unbekannte
amerikanische Band erstmals präsentiert und damit den Horizont wieder
einmal gekonnt erweitert. Diese Pionierarbeit wurde durch einen
Streifzug durch die Western Music belohnt, wie ihn kaum eine Formation
bieten kann.
Ausblick: Mit der Kimmie Rhodes Band am 13. April und Hugh & Katy
Moffatt am 28. April stellen die Country Friends Kötz im April jeweils
im Pfleghofsaal Langenau hochkarätige Künstler aus der reichhaltigen
texanischen Musikszene vor. (Friedrich Hog)

