John Arthur Martinez & Tejas aus Austin, Texas

John Arthur Martinez wurde in der Hauptstadt von Texas geboren, Austin. Seine Band nennt er "Tejas", das ist die indianische Bezeichnung für Texas und die Tejas-Indianer dienten als Namensgeber für seine Band. Zusammen mit seinem Gitarristen Chris Reeves, seinem Bassisten B.B. Morse, auch als "The Singing Bartender of Luckenbach" bekannt, da er 8 Stunden pro Tag die Bar versorgte und sie nur dann seinem Kumpel überließ, wenn er auftreten musste; und B.B.’s Frau Cindy John am Akkordeon war er im Oktober 2006 für zwei Konzerte im Großraum Ulm zu Gast. Am Dienstag, den 10. Oktober spielte die Formation im Alten Sportheim Vöhringen-Illerberg bei den Illertal Cowboys, am Donnerstag, den 12. Oktober traten sie in Dany’s Club in Neu-Ulm auf. Beide Konzerte waren wunderbare akustische Singer-Songwriter-Music aus Texas, mit leichtem mexikanischem Einschlag.

In Illerberg erfuhr man zum Beispiel, dass die "Jerry Springs Dance Hall" deutschen Hintergrund hat, sie liegt westlich von Fredericksburg, nördlich von San Antonio, in einem seiner Lieder lässt John Arthur Martinez sie herrlich swingen. "The Ride" hat John Arthur Martinez gemeinsam mit Mike Blakely geschrieben, das Leben dreht sich meist nicht um das Ziel, sondern es spielt sich auf dem Weg dorthin ab, gesegnet, wer dort seine Belohnung entdeckt, "even if we don’t reach the destination, the reward is in the ride". Ron Knuth, der ansonsten in der Band die Geige spielt, war bei dieser Tour nicht dabei, aber "The Man Who Holds The Bow" war dennoch ein schönes Lied, wobei eigentlich der Großvater das Lied inspirierte, bei dem jegliche Arbeit immer mit Spaß verbunden war. Zumindest sah es für den kleinen John so aus, weshalb er gerne mithalf. "Bolero" natürlich in spanischer Sprache und mit entsprechendem Hintergrund, sehr von Herzen. Seine sehr schöne aktuelle Single "Amarillo By Morning", die Chris LeDoux schon aufgenommen und George Strait bereits auf Platz 4 der Country Charts getragen hatte, war 1971 im Original von Terry Stafford. "Take Me Back To Texas", wie "Take Me Back To Tulsa" ursprünglich hieß, bevor Bob Wills wegen Streitigkeiten mit texanischen Radiostationen seinen Sitz in’s nördlich gelegene Oklahoma verlagert hatte, kam in der absoluten Originalversion und "Tonight At Fiesta" bereitete großes Vergnügen mit mexikanischem Touch: "Bist Du mein Mädel für diesen Abend ...?" Der Zuhörer wird von John Arthur Martinez persönlich in das Fest unter dem herbstlichen Harvestmoon eingeführt. Nach seiner Rückkehr arbeitet er aber wieder am "Home Made Of Stone", an seinem Massivhaus für sich und seine Familie, schöne ruhige Nummer aus der Feder seiner Ehefrau Yvonna – wohl der Wink mit dem Zaunpfahl J . Mehr Geschwindigkeit erlebt man beim "Armadillo Song" und in "Amor Amor" betritt man den Riverwalk in San Antonio. Gelungen die gesangliche Einlage von B.B. Morse mit "Boogie Woogie Zydeco". Paul Overstreet’s "When You Say Nothing At All" hatte bei John Arthur Martinez einen spanischen Teil, der schwierig zu spielende Western Swing - man muss nur beides beherrschen, Country und Jazz - war bei "Roly Poly" und der "San Antonio Rose" prominent vertreten und der alte Westen konnte bei "Trouble Rides A Fast Horse" punkten.

Nachdem John Arthur Martinez seinen Job als Lehrer an den Nagel gehängt hatte, um seine musikalische Karriere mit 100-prozentiger Kraft voranzubringen, waren die Einnahmen anfangs noch nicht so groß. In dieser Zeit lernte er, von Bohnen und Reis zu leben, eine Idee, die er für seine herrliche Polka „Frijoles Con Arroz" verwenden konnte, wenn sie seine Liebste wäre, dann würden ihm im übrigen Bohnen und Reis zum Leben genügen. Mit "Down On The Corner" und "La Bamba" ging der Abend in Illerberg schon seinem Ende entgegen, um Mitternacht mit Standing Ovations. Ab in die "Lone Starry Night", wir sehen uns morgen bei Bucky Halker wieder und übermorgen in Dany’s Club in Neu-Ulm. Dort hatte John Arthur Martinez auf einem Barhocker zum gepflegten Abendessen der Gäste solo begonnen, bei "Too Old To Die Young" aus der Feder von Kevin Welch kam B.B. Morse am Kontrabass hinzu, bald auch die restliche Band. (Friedrich Hog)

 
 
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