| Dale Watson & James Hand bestens im
Four Corners
Texas hat als zweitgrößter US-Bundesstaat hinter Alaska naturgemäß viel zu bieten. Insbesondere Country Music kam schon immer aus dem Lone Star State, sei es Bob Wills, seien es Willie Nelson, Waylon Jennings oder Clint Black. Mit James Hand war ein Singer-Songwriter aus West Texas erstmals auf Europatournee, mitgebracht von Dale Watson. James Hand eröffnete mit der Band von Dale Watson und zusätzlich einem eigenen Musiker, dem Gitarristen Will Indian, den Abend. Stimmlich sehr an Hank Williams erinnernd, kam er optisch eher Lefty Frizzell sehr nahe. In den frühen 50-er Jahren hätte ein Mann wie er es zu ganz großen Erfolgen bringen können, schließlich besitzt James Hand alles, was einen authentischen Country Sänger ausmacht. Er hat eine kräftige und klare Baritonstimme, die er geschickt einsetzen kann, teils mit ein wenig Vibration. Er hat Charisma, will sagen, er verkörpert das, was er singt. Und er schreibt tolle Lieder, die er bei seinem Auftritt mit handgepflückten Fremdkompositionen mischte. Ferner hat er mit "The Truth Will Set You Free" eine genial schöne aktuelle CD. Hieraus erklang "Baby, Baby, Don’t Tell Me That", was gleich die Stimmung in die richtigen Bahnen lenkte, nichts konnte mehr schief gehen und es ging auch nichts mehr schief. Klassiker wie "According To My Heart", "Misty Moonlight" oder "I Still Miss Someone" wechselten sich ab mit eigenem Material aus der CD wie "In The Corner, At The Table, By The Jukebox" oder die Eigenkomposition "I Got A Lot Of Hiding To Do", die einen mehr als schüchternen Charakter beschreibt, unter den er sich offenbar auch subsumiert. Dann der "Honky Tonk Blues" von Hank Williams und Bob Nolan’s "Tumblin’ Tumbleweeds", die Steel Guitar klang und das bereitete höchstes Vergnügen. Das galt auch für den "Cherokee Boogie" und den guten alten "Blue Train". Neu war seine Eigenkomposition "I’m Takin’ A Midnight Run". Aus seiner CD spielte James Hand dann noch den Titelsong, "Leave The Lonely Alone" und "Banks Of The Brazos". Die Herzen der Fans und die Gunst des Musikkritikers gleichermaßen hat James Hand mit dieser Performance mit Sicherheit erobert, da freut man sich schon auf seine hoffentlich bald startende zweite Europatournee.
Damit endet der Bericht von dieser erfreulichen Veranstaltung so abrupt wie die Heimreise angetreten werden musste, und man kann Marianne und Bill nur gratulieren zu ihrer immer wieder gelungenen Musikauswahl. (Friedrich Hog) |
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