5. Internationales Bühler Bluegrass Festival

Am Samstag, den 05. Mai 2007 steigt das 5. Internationale Bluegrass Festival im Bürgerhaus Neuer Markt in Bühl/Baden. Ab 14 Uhr kann man zwei Bands aus den USA erleben, zwei Bands aus Deutschland und eine Formation aus Frankreich. Die Moderation hat wie immer Walter Fuchs.

Folgende Gruppen haben sich angesagt:

The Claire Lynch Band (USA)

Bereits 1997 wurde Claire Lynch von der IBMA, der International Bluegrass Music Association zur besten Bluegrass Sängerin des Jahres gewählt. Nachdem sie sich im Jahr 2000 ins Privatleben zurückgezogen hatte, zwei Kinder waren zu versorgen, Kegan und Christy, begann sie 2005 mit dem Aufbau einer neuen Band. Bei ihrem früheren Label Rounder Records kam sie sofort wieder unter Vertrag und 2006 ist ihre neue und damit fünfte Solo-CD "New Day" erschienen. Ein Song daraus, "Train Long Gone" wurde 2006 von der IBMA als bester Song nominiert, Claire Lynch selbst als beste Sängerin des Jahres. Bandgitarrist Jim Hurst erhielt eine Nomination als bester Gitarrist des Jahres und die großartige Missy Raines freute sich über den Erhalt des IBMA-Awards als beste Bassistin des Jahres. Claire Lynch selbst spielt ebenfalls Gitarre, der Mandolinist heißt David Harvey.

Begonnen hatte für Claire Lynch alles 1975 in der Universitätsstadt Tuscaloosa im Westen Alabamas, als die "Front Porch Band" gegründet wurde und sie die Leadsängerin war. 1977 nahm Claire Lynch mit dieser Band die LP’s "Smilin’ At You" und "Country Rain" auf. 1981 war die 3. LP der Formation "Front Porch String Band" veröffentlicht worden, der 1991die 4. CD "Lines And Traces" folgte. "Friends For A Lifetime" hieß 1993 ihre erste CD unter eigenem Namen, eine Gospel-CD, aus der Tanya Tucker das Lied "Between The Two Of Them" gecovert und 1995 auf Platz 27 der Country Hitparade getragen hat. Dann folgten die Alben "Moonlighter" (2. CD 1995, Grammy Nominierung als bestes Bluegrass Album), "Silver And Gold" (3. CD 1997) und "Love Light" (4. CD 2000).

The Wilders (USA)

The Wilders sind eine energiegeladene Old Time Band aus Kansas City, Missouri. Nachdem ich sie, ebenso wie die Claire Lynch Band, im Oktober 2005 beim Fan Fest der IBMA in Nashville bereits bewundern konnte, "that music is a little rough around the edges like it used to be", kommen sie nun zum ersten Mal nach Mitteleuropa. Neben den alten Stringband- und Fiddle- Tunes spielen sie die herrlichen alten Songs von Roy Acuff, Hank Williams, Lefty Frizzell, den Louvin Brothers oder der Carter Family. Aber auch Eigenkompositionen gehören zum Repertoire dieser Supergruppe, die die Country Music dort abholt, wo sie ab Mitte der 40-er Jahre zu einer der Wurzeln des Rock’n’Roll wurde. Die Bühnenshow ist äußerst lebendig und vielfältig, wie dies bei wenigen Formationen der Fall ist. Auch die leisen Töne beherrschen sie vorzüglich. Betse Ellis ist die Sängerin, sie spielt Fiddle. Ike Sheldon, der Gitarrist, singt ebenfalls. Phil Wade spielt Dobro, Mandoline und Banjo, auch er singt, Nate Gawron ist der Bassist.

Turquoise (F)

Nachdem die Gruppe Turquoise bereits 2004 beim 2. Internationalen Bühler Bluegrass Festival stürmisch gefeiert wurde, konnte sie nun ein zweites Mal verpflichtet werden und tritt bereits am Vormittag ab 10.30 Uhr mit einer kleinen Open-Air-Kostprobe in der Bühler Innenstadt auf. Später ist sie wichtiger Teil des Indoor-Ereignisses im Bürgerhaus. Die Band kommt aus Vichy in Frankreich und ist eine glückliche Verbindung von 5 Musikers aus 4 Nationen. Natalie Shelar, die Sängerin und Bassistin, kommt aus Tucson, Arizona, also aus den USA, Gitarrist und Sänger Jeanmarie Peschiutta stammt aus Italien, Mandolinist und Sänger Christian Seguret und Jean-Marc Delon am Banjo und Gesang sind Franzosen und Joost van Es an Fiddle und Gesang kommt aus den Niederlanden. Die Gruppe präsentiert feine moderne Bluegrass Music und akustischen Swing, das alles bei einer lebendigen Bühnenshow der Extraklasse.

Sacred Sounds Of Grass (D)

Gegründet bereits 1979, gilt die Gruppe Sacred Sounds Of Grass als eine der ältesten Bands Deutschlands. Sie haben sich auf Gospelsongs spezialisiert, aber auch weltliche Themen beherrschen ihr Repertoire. Mit ihrem klassischen Bluegrass Sound wird die Gruppe auch als die authentischste Bluegrass Band außerhalb der USA apostrophiert. In den USA wurden Sacred Sounds Of Grass auf drei Tourneen frenetisch gefeiert und Thilo Hain, Gesang, Banjo wurde gar in Wien bei den "World Music Events" als bester Banjospieler Europas ausgezeichnet. Sein Bruder Sam Hain agiert an Gesang und Mandoline, Alfred Bonk bedient des Bass und Heiko Ahrend hat anstelle seines auf dem Bandfoto abgebildeten Bruders Hendrik Ahrend Zeit, an Gitarre und Gesang mitzumachen, schließlich hat seine jetzige Country Band "Silverwood" durch die Baby-Pause ihrer Sängerin Miruna derzeit außer der Begleitung des Norwegers Arne Benoni nicht so viel zu tun. Miruna bekam am 07. Februar 2007 ein Töchterchen, Mara Sophie.

Roland Heinrich & The Jimmie Rodgers Experience (D)

Die Welt der Country Music gedenkt im Jahre 2007 des 110. Geburtstags von Jimmie Rodgers, Vater der Country Music, der erstmals in der Musikgeschichte erfolgreich die Musik der Weißen und Farbigen miteinander kombiniert hat, über 28 Jahre vor der offiziellen Entstehung des Rock’n’Roll. Gestorben ist Rodgers bereits 1933 im Alter von nur 35 Jahren. Aus diesem Anlass und aufgrund der selbstgestellten Verpflichtung beim 5. Festival am 05.05. mit einer 5. Band aufzuwarten, präsentiert sich in Bühl der in Deutschland reinkarnierte Jimmie Rodgers in der Person von Roland Heinrich zusammen mit Musikern, die ganz im Geiste von Rodgers die Musik der späten 20-er und frühen 30-er Jahre praktizieren. Roland Heinrich, der über zwei alte LP’s zur Musik von Jimmie Rodgers fand, übersetzte die Lieder von America’s Blue Yodeler in eine Deutsche Umgangssprache, wie sie in Großstadtkneipen gepflegt wird. Mit seiner wunderbaren Tenorstimme trifft Roland Heinrich seinen Zuhörer mitten ins Herz und er ist so ziemlich der netteste Mensch, den ich jemals getroffen habe, anlässlich seines Engagements im Kleinen Theater in Berlin, wo er derzeit in "Johnny Cash – The Beast In Me" Jimmie Rodgers verkörpert. "Ich bin so betrübt, ach so betrübt, ich heul’ in mein Bier, heul’ in mein Bier. Ich sitz’ jeden Abend hier, willst Du ein paar Nüsse? Komm, setz Dich zu mir. Bestell Dir ‘nen Drink und treib mir die Trübsal aus ...!" Roland Heinrich singt und spielt die akustische Gitarre und Mundharmonika, Rudie Blazer, eifriger Mitstreiter bei den Johnny Cash Memorial Konzerten mit Dieter Thomas Kuhn und einem großen Staraufgebot hat nicht nur Roland Heinrich’s Gitarre gebaut, sondern bedient kompetent die Hawaiian Steel Guitar, Lap-Steel, Gitarre und Mandoline, Nout Grupstra bedient Fiddle, Mandoline, Banjo, Singing Saw und Akkordeon, Oldrik Scholz spielt Ukulele und Bass und Markus Krieger bedient die Tuba. Roland Heinrich & The Jimmie Rodgers Experience dürfte eines der genialsten Projekte sein, die je auf einer deutschen Bühne zur Aufführung gebracht wurden, ganz im Geiste von Jimmie Rodgers und dessen Instrumentierung.

Ein besseres Bühler Bluegrass Festival hat es noch nie gegeben, beim 5. Jubiläum sollte man sich die Karten rasch reservieren unter 0 72 23 / 250 076, denn bei dieser durchweg phantastischen Besetzung wird rasch auch der letzte Stehplatz vergeben sein! (Friedrich Hog)

 
 
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