Americana-Sänger Bucky Halker überzeugt in Illerberg

Im Alten Sportheim Vöhringen-Illerberg, an der A-7 gelegen, wenige Kilometer südlich von Ulm, gab’s am Mittwoch, den 11. Oktober 2006 Americana Music der Spitzenklasse. Das Bucky Halker Trio überzeugte aufgrund einer vielfältigen Musikauswahl, der Erfüllung hoher musikalischer Ansprüche und feinen Gesangs des in Wisconsin aufgewachsenen, nunmehr aber in Chicago, Illinois lebenden Singer-Songwriters Bucky Halker.

Sein Vorbild ist Woody Guthrie, von ihm sang er gleich zum Einstieg die Geschichte von den Menschen, denen in der Zeit der Wirtschaftskrise um’s Jahr 1930 herum ihr zuhause abhanden gekommen ist und die nun ziellos umherwandern, "I Ain’t Got No Home In This World Anymore". Ben Lancing bediente Dobro, E-Gitarre und sehr filigran die Slide Guitar, Tom Pikarski war der Bassist, Bucky Halker selbst bediente gekonnt die akustische Gitarre. Schön waren die kleinen Anekdoten, die Bucky Halker zu den einzelnen Liedern erzählte, da fällt der Zugang zu den Aussagen ungleich leichter. Bei "Birdland Symphony" erläuterte er, dass die Singvögel in Deutschland anders klingen als in Amerika, auch wenn sie der gleichen Art angehören. Das ist insoweit schon nachvollziehbar, als dass sie in Deutschland eben deutsch singen J

"Constantina" war Bucky’s Nachruf auf eine unglückliche Beziehung, die er aber nicht vergessen kann. Eine wahre Geschichte ist auch "Squirrel In A Cage", die Geschichte von einem Eichhörnchen, das im Käfig eingesperrt war. So etwas entdeckt man, wenn man in Amerika lange genug auf Reisen ist, wobei man mal anhält und sich umschaut. Der Blues war immer wieder mal vertreten, z.B. in Form des "Eisenhower Blues" und "304 Blues". "St. Francis" ist das dezente Protestlied gegen den derzeitigen Präsidenten der USA, George W. Bush: Wenn der heilige St. Franziskus heute lebte, er hätte nichts übrig für die aktuelle Außenpolitik der USA. Woody Guthrie passt bestens hierzu, sein 1947 verfasstes Lied über einen Mining Accident in Centralia bezog sich auf das südliche Illinois, wo die Minenarbeiter nach einem Minenunglück Abschiedsbriefe geschrieben hatten, bevor sie unter Tage erstickt waren, "The Dying Miner".

Da John Arthur Martinez und Band einen freien Tag hatten und als Gäste anwesend waren, spielten sie zwischendurch zwei Songs, John meinte, "St. Francis Is Crying" sei ein wunderschönes Lied von Bucky gewesen. Es ist immer wieder toll, wenn sich amerikanische Künstler bei den Konzerten in Deutschland begegnen oder gar erst kennenlernen.

Bucky Halker setzte noch fort mit Woody Guthrie’s "Do Re Mi", das Lied über das Land, das alle aussperrte, die kein Geld hatten, Kalifornien, das gelobte Land in der Zeit des Dust Bowl und der Weltwirtschaftskrise um 1930, wo die trockenen Stürme die ebenso ausgetrocknete Erde davongeweht hatten und damit die Menschen, die zuvor das Land bearbeiteten. Mit "Hobo’s Lullaby" neigte sich der Abend, zufrieden konnte das Publikum entlassen werden. Bucky Halker erwies sich als ausgesprochen kompetenter und hochklassiger Künstler, der jederzeit empfohlen werden kann, auch seine CD’s sind hervorragend. (Friedrich Hog)

 
 
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