Barry & Holly Tashian in Vöhringen-Illerberg

DimitriDirekt aus Nashville, Tennessee nach Vöhringen-Illerberg kamen am 26. Oktober 2006 Barry & Holly Tashian, sie erfreuten mit ihren schönen Harmoniegesängen, begleitet von ihren akustischen Gitarren und Dimitri Eleftherakis am Kontrabass. Dessen Urgroßeltern stammen aus Kreta, er selbst lebt in Boston, Massachusetts. Seit der 80-er Jahre kommen Barry und Holly schon in die Ulmer Gegend. Barry Tashian hatte mit seiner Band Barry & The Remains 1965 die US-Tour der Beatles eröffnet, schon 1964 im Hamburger Star Club gespielt und 1966 gemeinsam mit Remains-Kollege Billy Briggs, sowie Ian Dunlop und Mickey Gauvin, beide von Gram Parsons' International Submarine Band die Urversion der Flying Burrito Brothers gegründet, ehe Gram Parsons, Chris Hillman, Sneeky Pete Kleinow, Chris Ethridge und Jon Corneal die Band im Dezember 1968 in einer neuen Version wiederbelebten. Neun Jahre hatte Barry Tashian als Gitarrist in Emmylou Harris‘ Hot Band gespielt, ehe Barry und Ehefrau Holly Tashian ihr Duo in den Vordergrund stellten.

Mit diesen Hintergründen lässt sich gut musizieren, „Lord I Hope This Day Is Good" war ein adäquates Motto für einen gelungenen musikalischen Abend. Lustig immer wieder das Lied über fishing in the sea of love „I Caught A Keeper When I Caught You", sie Trashianshaben jeweils einen guten Fisch geangelt, als sie sich kennengelernt hatten, was schon in der High School Zeit der Fall war. Es fasziniert, wenn man sieht, wie angenehm die beiden miteinander umgehen können und sich dadurch gemeinsam durch ein glückliches Leben begleiten. Das gilt sowohl für das Leben auf Tournee, als auch für zuhause, wo wir ja schon mal gemeinsam mit etlichen Musikern zu Abend gegessen hatten und eine tolle Session folgte. Western Swing bringt Holly rein bei ihrer Version des Klassikers „My Window Faces The South" und „Home" hat sie selbst geschrieben über ihre Heimatstadt West Port in Connecticut, 50 Meilen von New York City entfernt. Die Nashville Bluegrass Band hat das Lied gecovert, bei der Roland White früher die Mandoline spielte, er war beim Abendessen bei den Tashians ebenfalls anwesend und für’s Anrühren des Salats zuständig.

In Illerberg erwies sich Dimitri bei „Til The End Of The World Comes Around" und „Carolina Star" als guter Sänger, „Lucky Break" ist ein Liebeslied der besonderen Art, Barry und Holly erkennen eine Trennung als glückliche Fügung für etwas Neues. Manchmal hat man das Gefühl, die Arbeit wächst einem über den Kopf und man wagt sich schon gar nicht mehr an den Berg ran. Da würde man Roland Whitesich gerne verdoppelt, damit „One More Me" mit anpacken kann und man selbst bälder „Ready For Love" wäre. Von den Louvin Brothers kam „Running Wild", „We Got Love" sieht man Barry und Holly rasch an und „Hello Trouble" würde man ihnen fast nicht abnehmen. Einige Gospels wurden eingestreut, wie „Where The Soul Of Man Never Dies". Aus der Feder von Gram Parsons kam „Blue Eyes", wobei offen bleibt, was schöner ist, die Augen oder das Lied. Im Süden von Georgia beginnt sie im Juni, im Norden im August, aber schön ist sie überall, die Erntezeit für Wassermelonen. Daher wundert es nicht, dass es über „Watermelon Time In Georgia" einen schönen jazzigen Country Song gibt, der bestens aufgehoben ist bei den Tashians. Barry Tashian hatte das Lied von Merle Haggard gelernt, als dieser in einem Hotelzimmer am Boden saß und es sang. Von Buck Owens kam „Close Up The Honky Tonks" und wieder bestens für die Stimme von Holly geeignet war der „Blues For Dixie" aus dem Songbook von Bob Wills, The King Of Western Swing. „Going Home" haben Gary & Roberta Gordon beigesteuert, ein mit den Tashian befreundetes Ehepaar aus dem Old Time Music Bereich. Aus allem lässt sich etwas vernünftiges machen, wenn man nur kapiert, dass das Ergebnis besser ist, als nutzlose Einzelteile, „Spinning Straw Into Gold". Sehr schön auch „The Promise" aus der Feder von Niall Toner, den ich im Hause der Tashians und im Alten Sportheim Illerberg dieses Lied schon singen hörte. Damit schloss sich der Kreis und auch der Abend ging mit „Is My Home Still Up There" und „Bye Bye Love" fröhlich zu Ende. (Friedrich Hog)

 
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