Todd Fritsch From Fayetteville, Texas
Wer
auf der Country Music Messe in Berlin Todd Fritsch und seine Begleiter gesehen
hat, insbesondere in der akustischen Besetzung im Bluebird Café, musste fast
zwangsläufig in’s Four Corners in Untermeitingen kommen, wo Todd am Mittwoch,
den 08. Februar 2006 trotz winterlicher Witterung ein gut besuchtes Lokal
vorfand. Mitgebracht hatte er seinen Produzenten und Co-Autor mehrerer Lieder
Doug DeForest aus Arkansas am Bass und Scott Shipley an Steel Guitar,
elektrischer Gitarre, Mandoline und Fiddle. Daniel T. Coates brachte sich selbst
als akustischen Gitarristen und seinen Schlagzeuger ein, und fertig war eine
spielfreudige Band.
Daniel hat mit einem eigenen Set den Abend um 21 Uhr eröffnet. Scott Shipley sang „Six Days On The Road" und „Highway 40 Blues", er hatte wohl schon genug von der langen Reise J . Daniel T. Coates selbst brachte einige Lieder seiner großartigen aktuellen CD „Let That One Run", wie den Titelsong oder „Color Blind". Den Keith-Urban-Smash „But For The Grace Of God" wollen wir nicht unerwähnt lassen, Daniel T. Coates beherrscht auch die aktuellen Chartbreaker. Mit seiner kompletten Band ist Daniel T. Coates ebenso hörenswert wie bei seiner Zusammenarbeit mit anderen Musikern, was in Berlin bei verschiedenen Anlässen zu erleben war. Am Samstag, den 25. März kann man sich im Four Corners auf Traditional & New Country Music mit der Daniel T. Coates Band freuen.
Die beiden nächstens Sets waren von Todd Fritsch geprägt, 24-jähriger Country Sänger aus Fayetteville im Süden von Texas. Er war auf seinem ersten Auslandstrip überhaupt und hatte zum dritten Mal in seinem Leben Schnee gesehen. Gefallen hat es ihm offensichtlich gut im Four Corners und das Publikum tanzte und lauschte, je nach persönlicher Neigung. Das hat recht gut gepasst, wobei der Sound vielleicht sogar besser war als auf der Hauptbühne in Berlin aber nicht so differenziert wie im Bluebird Café auf der Messe, wo natürlich die ausdrucksstarke Stimme von Todd Fritsch am besten zur Geltung kam und man den einzelnen Instrumenten auch am besten lauschen und damit die Performance besonders intensiv genießen konnte. Auch war die Musik im Four Corners nicht akustisch und damit Bluebird-Café-mäßig ausgerichtet, sondern elektrifiziert, Texas Honky Tonk Sound, in das Ambiente im Four Corners durchaus perfekt einzufügen. Auch das Repertoire drehte sich fast ausschließlich um texanische Lieder, davon gibt es ja auch jede Menge. Den Anfang machte jedoch „I Got Mexico" aus der Feder von Eddy Raven aus Louisiana, der damit vor über 20 Jahren seinen ersten Toperfolg landen konnte. Todd Fritsch hat das Lied mit etwas mehr Geschwindigkeit ausgestattet und ihm ein Akkordeon verpasst, in diesem Fall von Daniel T. Coates gespielt. „I Got Mexico" war die erste Single aus seiner aktuellen, dritten CD „Todd Fritsch" und gilt als Erkennungslied für den schüchternen aber fleißigen und stets aktiven Sänger und Songschreiber, der noch immer, so es die Zeit zulässt, auf der Familienranch mit Vieherden arbeitet und Pferde dressiert.
Zum
texanisch orientierten Repertoire gehörten Lieder von Waylon Jennings wie „Are
You Sure Hank Done It This Way" und „Goodhearted Woman". Western Swing war
vertreten mit „Take Me Back To Tulsa" und der legendären „San Antone Rose". Aus
eigener Feder steuerte Todd Fritsch sogar den „Bob Wills Song" bei, den man auf
der neuen CD anhören kann. Auf der website
„Friends Behind Bars" ist ein richtiges Honky Tonk Stück, hat nichts mit schwedischen Gardinen zu tun, reines Wortspiel. George Strait ist eines der Vorbilder von Todd Fritsch, ebenso wie Alan Jackson und Garth Brooks. Da ist klar, dass „Amarillo By Morning" und „The Fireman" nicht fehlen durften. Auf der aktuellen CD von Todd Fritsch spielt der Drummer von George Strait’s „Ace In The Hole Band" das Schlagzeug. Das wunderschöne „Walk Softly On The Bridges", bestens bekannt von Mel Street, kommt auf der CD und kam auch live gut rüber, leider fand es bisher bei den Wählern auf der website noch keinen rechten Anklang, sollte sich ändern, bis 30. Juni läuft die Aktion. „Swinging Doors" kam von Merle Haggard, „Cowboy Legacy" hatte er Chris LeDoux gewidmet, dem leider viel zu früh verstorbenen Idol von Garth Brooks.
Als Zugaben spielte die Band „Friends In Low Places" von Garth Brooks und ein perfektes „Sweet Home Alabama" von Lynyrd Skynyrd, bei dem der Southern Rock Fan aber ganz schön auf seine Kosten gekommen ist. Im August 2006 wird Todd Fritsch wieder in Europa touren und auch in‘s Four Corners zurückkehren, sollte man sich dann keinesfalls entgehen lassen. (Friedrich Hog)