Große Vielfalt und hochklassige Musik beim Kötzer Country Festival
Internationaler Anspruch durch internationale Bands
Großkötz – hog Beim 23. Internationalen Kötzer Country Festival am 16. & 17. Juni erlebten die Freunde guter Country Music sieben Formationen aus Kanada, den USA, Holland, der Schweiz, Bulgarien und Deutschland. Die von den Country Friends sehr schön geschmückte Günzhalle in Großkötz war Treffpunkt für Fans aus verschiedenen Ländern wie Österreich, der Schweiz und Holland.
Trotz
der Fußball-WM war am Samstag die Halle ansprechend gefüllt, am Freitag hätten
die Veranstalter gerne etwas mehr Gäste begrüßt, schließlich hatten sie mit
South Mountain eine hervorragend eingespielte Band aus Kanada zu Gast, die
in zwei Sets alle Register ihres Könnens zog. Insbesondere Gitarrist Steve
Piticco bewies seine außergewöhnlichen Fähigkeiten auf seiner Fender Telecaster.
Da hatte so mancher Gitarrist im Publikum das Staunen im Gesicht nicht verbergen
können. Auch bei ruhigeren Stücken wie „I Won’t Be Blue Anymore" von Dan Seals
oder „Go Rest High On That Mountain" und „Just Look At Us" von Vince Gill hatten
South Mountain ihr Publikum bestens im Griff. Geiger Don Reid erwies sich als
feinfühliger Fiddler, der die Herzlichkeit in die Musik zu bringen vermochte.
Die Zugaben mit dem „Orange Blossom Special" und dem Western Swing Klassiker „Roly
Poly" sorgten für nicht enden wollende Begeisterung über eine perfekte
Darbietung, wie man sie selbst beim Kötzer Country Festival nicht alle Tage
erlebt. Zuvor hatte die siebenköpfige schweizer Andy Martin Band mit u.a.
Fiddle und Steel Guitar die Freunde der traditionellen Country Music begeistert,
sie brachten Hits wie „Chattahoochee" von Alan Jackson oder „Some Beach" von
Blake Shelton zu Gehör. Das Sound-Team zauberte bei allen Bands einen glasklaren
Sound in die Halle, auch die großen Bands waren differenziert zu hören. Eröffnet
hatte den Abend Peter Danny aus Bulgarien, der exklusiv für seinen
Auftritt beim Kötzer Country Festival aus Bulgarien angereist war, mit
Übernachtungsstopp in Budapest. Nur er und seine akustische Gitarre zogen das
Publikum in ihren Bann, das spürte, welch authentischer und bescheiden
gebliebener Künstler da auf der Bühne stand und mit wunderschöner Stimme Lieder
von Don Williams sang. Das rhythmische „Singing
The
Blues" animierte zum Mitklatschen und so durfte Peter Danny erst nach einigen
Zugaben von der Bühne gehen. Auch am zweiten Festivaltag stellte er einige
Lieder vor, und sorgte für diverse Anfragen, ob er nicht mit seiner Band für
einen ausführlichen Auftritt zurückkehren könnte.
Am Samstag hatte die Veranstaltung um 16 Uhr mit dem Quartett Backroad
aus Waldkraiburg begonnen. Die schöne Stimme von Rotraud überzeugte wie immer
und so machte es großen Spaß, der akustischen Country Music dieser Formation mit
teilweise Bluegrass-Einschlag zuzuhören. Das galt auch bei der warmen Witterung,
die dieses Festival begleitete, denn der Wind wehte in einem der Lieder aus
Richtung Norden, „The Only Wind That Blows". Acht Mann stark waren Panhandle
Swing aus Holland, die mit ihrem Western Swing im Stil von Bob Wills
erstmals diese Stilrichtung der Country Music in Kötz präsentierten. Ihre Musik
kam natürlich vom King des Western Swing, Bob Wills, (Right Or Wrong, Faded
Love, Stay A Little Longer oder Cotton Eye Joe), auch von Merle Travis und der
„Blues For Dixie" war tief empfunden von der altgedienten, in Teilen aber
dennoch jungen Formation. Aufgrund des großen Jazz und Blues-Einflusses beim
Western Swing und der damit verbundenen Vielzahl an Blue Notes, die durch die
unterschiedlich aufgebaute Tonleiter der Musik der Farbigen zustande kommen,
wird diese Musik für Kenner erst richtig interessant, für andere klingt das
teilweise schräg und gewöhnungsbedürftig. Der amerikanische Sänger, Gitarrist
und Liederschreiber Daniel T. Coates überzeugte von Anfang an mit seiner
perfekten Band und ihrer großen Spielfreude, „Riding My Thumb To Mexico" hieß es
gleich zu Beginn und alles passte bestens zusammen. Sehr schön eingesetzt war
die Steel Guitar von Dietmar Wächtler. „But For The Grace Of God" kam aus dem
Repertoire von Keith Urban, dem australischen Country Star, der mit Nicole
Kidman verlobt ist. Daniel T. Coates präsentierte auch eigene Stücke, die auf
seinen CD’s enthalten sind wie „"Up On A Hill" oder „Color Blind". Sehr schön
interpretiert wurden auch „Streets Of Bakersfield" von Buck Owens, „Thinkin‘
Problem" von David Ball oder „Brokenheartsville" von Joe Nichols. Die Band
erwies sich in beiden Sets als absolut kompetent und kam mit ihrem gut hörbaren
traditionellen
Country
Sound entsprechend gut beim Publikum an.
Etwas mehr „edge" bewies George Hamilton V. aus Nashville, der wie auch
Coates im Quintett auftrat. An der elektrischen Gitarre erwies sich Big Joe
Barret als genialer Meister der Saiten, Chris am Keyboard untermalte den
rockigen Country Sound mit feinen Pianoläufen. George Hamilton V. brachte seine
energiegeladene Show dem Publikum nahe, die hochklassig und mitreißend zugleich
war. Klassiker wie „Kansas City" oder „Call Me The Breeze" wechselten sich ab
mit Eigenkompositionen wie „Midnight At Red Light", das jüngst von der
amerikanischen Supergruppe „Burrito Deluxe" aufgenommen worden ist. Die
rhythmische Performance mit viel Bewegung auf der Bühne endete nach dem zweiten
Set mit der Zugabe „Forget About Me", nachdem auch Country-Rock-Klassiker wie „Can’t
You See" das Publikum zu später Stunde in ihren Bann gezogen hatten. Man wird
allerdings diesen starken Auftritt nicht so rasch vergessen, schließlich hat man
nicht alle Tage einen hochklassigen Künstler aus Music City USA zu Gast, dessen
Vater George Hamilton IV. einer der größten US-Stars der 60-er Jahre ist und
zeitgleich zum Kötzer Auftritt seines Sohnes in Nashville sein 50-jähriges
Bühnenjubiläum gefeiert hat.
Die Country & Western Friends hatten die Kötzer Günzhalle wieder schön geschmückt und freuten sich über die Gäste aus nah und fern, die u.a. aus Nürnberg, Koblenz, dem Schwarzwald, der Schweiz, Holland und Österreich angereist waren. Mit „Way Out West" aus Tucson, Arizona begrüßen die Kötzer Country Friends am Samstag, den 01. Juli um 20 Uhr ein Western-Music-Trio im Sportheim Großkötz zum Lagerfeuer und Fassbier. (Friedrich Hog)