Danny Santos & Los Bluegrass Vatos
Zum
Wohnzimmerkonzert in’s Alte Sportheim Vöhringen-Illerberg hatten am Montag, den
29. Mai 2006 die Illertal Cowboys eingeladen. Danny Santos & Los Bluegrass Vatos
aus Austin, Texas standen auf dem Programm. Das Trio hinterließ durchweg große
Begeisterung und wurde erst nach zwei ausführlichen Sets und mehreren Zugaben
von der Bühne gelassen.
Kraftvoll begann das Trio mit Billy Joe Shaver’s „George On A Fast Train". Danny Santos bediente die akustische Gitarre, Eddie Collins wechselte zwischen Mandoline und akustischer Gitarre, ist ansonsten auch Banjo-Spieler mit wunderbarer eigener CD „Golden Wings" (2005) und Jerry Burns zupfte den „verhungerten" Kontrabass. Danny Santos ist Songschreiber wie seine Vorbilder, die klangvolle Names tragen wie Townes Van Zandt oder Guy Clark. Daher sang er viele eigene Lieder, die Intensität und Authentizität aufweisen. U.a. „Giddyup" und „Here We Are There We Go" überzeugten aus seiner 2. CD „Headaches And Heartaches". Vom legendären Songschreiber und Sänger Warren Zevon stammte „Carmelita", das Lied über Heroin und von der Behörde verweigertes Methadon. Der „U.S. Of Generica Blues" berichtet über die eintönige Gestaltung Amerikas, alles sieht so gleichgeschaltet aus im Amiland. Egal ob im Süden, Norden, Osten oder Westen, die Interstates sind gekennzeichnet von immer den gleichen Ketten und Signs wie Shoney’s, McDonald’s, Wal-Mart und so weiter. Was Shoney’s betrifft, muss ich allerdings sagen, dort lässt sich gut und vielseitig essen und man wird nicht abgezockt!
„Desperado" hat nichts mit dem gleichnamigen Song der Eagles zu tun, die eine oder andere Berührung zur spanischen bzw. mexikanischen Kultur taucht immer wieder auf in der Musik von Danny Santos. Zum Ausgleich bringt er dann mal ein fröhliches Liebeslied wie „Josephine". Sehr gelungen war auch „Snowin‘ On Raton" aus der Feder von Townes Van Zandt und „Friend Of The Devil" aus dem Fundus der „Greatful Dead". Aus der ersten CD „Sinners And Saints" von 2001 sang Danny Santos sein umwerfend schönes „Mi Amor Escondido" über eine Liebe, die nicht sein darf und daher kein Glück bringt. Eine echte Perle! Auch „Before You Turn Around And Go" kommt aus dieser Silberscheibe, auch sehr schön live vorgetragen. Willie Nelson & Merle Haggard haben es bekannt gemacht, auch Danny Santos machte eine wunderbare Live-Version daraus: „Pancho & Lefty" von Townes Van Zandt. Toll auf der Gitarre herausgespielt kam der „Black Mountain Rag" von Doc Watson, Eddie Collins übernahm die Lead-Guitar. Eddie Collins und Jerry Burns hatten einige Lieder auch selbst gesungen, bei Eddie sind die Greatful Dead ganz groß, er hat in Amerika auch eine Cover Band für das Repertoire der Jerry-Garcia-Formation, „Ripple" war auch sehr schön, Jimmie Dale Gilmore hatte es auch einmal gecovert.
Bei den Zugaben sang Danny Santos solo „Magnolia Wind".
Gemeinsam kamen „You Ain’t Going Nowhere" von Bob Dylan via Eddie in Front und „Sittin‘
On Top Of The World" mit Jerry als Leader sehr schön rüber und das Publikum war
restlos begeistert von der Herzlichkeit und Schönheit der akustischen
texanischen Musik um Danny Santos. Da Danny Santos in der Schweiz eine Musikerin
zur Freundin hat, steht voraussichtlich im Oktober eine Solotournee von Danny
Santos durch Europa an. (Friedrich Hog)
