Aus Kingston, Ontario, Kanada in die Christuskirche nach Munderkingen: The Abrams Brothers
Durch
Vermittlung der Country & Western Friends Kötz ist es gelungen, ganz spontan die
kanadischen Abrams Brothers auf ihrem Weg vom renommierten Bluegrass Festival im
schweizerischen Willisau zur EWOB (European World Of Bluegrass) nach Holland ins
oberschwäbische Munderkingen bei Ulm zu holen. Die Christuskirche bot einen
würdigen Rahmen für die Bluegrass und Bluegrass Gospel Musik der Brüder, die bei
ihrer ersten Europatournee im Sextett auftraten. Am Sonntag, den 20. Mai 2006
von 19 bis 22 Uhr begeisterten sie die gut besuchte Kirche und hinterließen
standing ovations beim restlos begeisterten Publikum, das z.T. aus großer
Entfernung angereist war, um die Abrams Brothers und special guests, The Hunger
Mountain Boys, zu erleben.
John Abrams ist 15, James Abrams 13. Sie sangen und spielten Fiddle und Mandoline und wurden begleitet von Vater Brian Abrams an Gesang und Gitarre und dessen Vater Wayne Abrams an Bass, Gesang und Gitarre. Wayne’s Freund Bob Burtch bediente ebenfalls die Gitarre und Mandoline, Brandon Green aus West Virginia das Banjo und Dobro. Mit ihren herrlichen mehrstimmigen Gesängen und der abwechslungsreichen Instrumentierung begeisterten die drei Generationen der Abrams Familie von Anfang an das Publikum, das sich gerne zu Szenenapplaus hinreißen ließ. Ihr Repertoire beinhaltete „Oklahoma Hills" von Jack und Woody Guthrie ebenso wie Steve Goodman’s „City Of New Orleans", das Woody Guthrie’s Sohn Arlo Guthrie zum Hit gemacht hat. „I’m Gonna Trait My Cross" war leichtfüßiger Bluegrass-Gospel mit Swing-Einschlag. Aus der Feder von Del McCoury kam „I Believe".
Anlässlich
ihres genialen Auftritts zwei Tage zuvor in Kötz erhielten die Hunger Mountain
Boys die Einladung, ebenfalls auf ihrem Weg von Willisau zur EWOB in
Munderkingen vorbeizuschauen. Der Einladung waren sie gerne gefolgt, und so
gestalteten sie als Überraschungsgäste den zweiten Set des Abends. „I’m Going
Back Where Time Stands Still" und „Coming From The Ball" folgten einem
Gospelstück, etwas Blues auf der National Steel durfte nicht fehlen und eine
Zugabe für dieses fähige Old-Time Duo war obligatorisch.
Die Abrams Brothers setzten mit Twin Fiddles der Brüder John und James fort, bei so viel Drive ernteten sie immer wieder Szenenapplaus. Das Instrumentalstück „Far From Home" war eine Eigenkomposition der Brüder, gemeinsam mit Brandon Green im modernen Stil von „Nickel Creek", die Nummer wurde erst bei dieser Tour endgültig betitelt. Eine phantastische Zugreise wurde beim „Orange Blossom Special" in Szene gesetzt und gerne erinnerte die Formation mit einem instrumentalen Medley an ihren ersten Auftritt an Nashville’s Grand Ole Opry am 29. Oktober 2005.
Die Band hinterließ restlose Begeisterung, erhielt standing ovations und verabschiedete sich mit Arlo Guthrie’s „Last Train To Glory", nur um direkt nach dem Auftritt zu Radio free FM in Ulm zu fahren, wo sie in AMERICANA ausführlich interviewt wurden und sieben Stücke live spielten. (Friedrich Hog)
