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Lady Antebellum: Own The Night (US-Version; VÖ: 13. September 2011;
Capitol/EMI)
1. We Owned The Night, 2. Just A Kiss, 3. Dancin´ Away With My Heart, 4. Friday Night, 5. When You Were Mine, 6. Cold As Stone, 7. Singing Me Home, 8. Wanted You More, 9. As You Turn Away, 10. Love I´ve Found In You, 11. Somewhere Love Remains, 12. Heart Of The World Mit Spannung habe ich das neue Album von Charles Kelley, Dave Haywood und Hillary Scott alias Lady Antebellum erwartet. Sie hatten ja bei den diesjährigen Grammy Awards mit fünf gewonnenen Preisen für ihr Album „Need You Now“, unter anderem für das Countryalbum des Jahres, groß abgeräumt. Also waren die Erwartungen sehr hoch. Im Grunde hat die Musik des Trios eigentlich aber nur noch an wenigen Stellen etwas mit Country zu tun. Typisch für die Stilrichtung New Country gehen auch ihre Songs und Arrangements sehr stark in den Popbereich, obwohl ich bei den letzten Alben darauf geachtet hatte, mir die US-Versionen anzuschaffen. Für den europäischen Markt hatten sie ja ihr zweites Album noch einmal neu abgemischt, wie das bei so vielen Countryalben, wie z. B. von Shania Twain oder Keith Urban, gemacht wird. Die Steel- oder die Slide-Guitar wird in diesen Abmischungen radikal entfernt. Das ruft bei einem Countryfan natürlich Einiges an Unmut hervor und er sieht zu, die etwas teureren US-Ausgaben zu bekommen. So auch bei dem neuesten Werk von Lady Antebellum: „Own The Night“. Was ist aber zu erwarten? Wie auf den Vorgängern sind viele Duette darauf zu finden, in denen hier speziell immer wieder das Ende von Beziehungen von unterschiedlichen Standpunkten aus betrachtet und bedauert wird. Bereits bei „We Owned The Night“ wird an eine vergangene Sommerliebe gedacht. Als der Sommer vorbei ist, bleibt im Grunde nur noch die Erinnerung. Dazu passt diese leichte sommerliche Melodie. Charles Kelley und Hillary Scott, die die meisten Songs im Duett bestreiten, haben wunderschöne Stimmen, die vor allem zu den orchestralen Balladen passen. So eine Ballade ist auch die vorab veröffentlichte Single „Just A Kiss“. Am Anfang einer Beziehung sollte man nichts überstürzen und es langsam angehen mit einem Kuss im Mondschein oder einer kleinen Berührung. Romantisch und wunderschön! Hier wird aber auch deutlich, dass die Arrangements der mit wenigen Ausnahmen selbst geschriebenen Songs durch die Verwendung eines großen Streich-Orchesters immer bombastischer werden. Bei „Dancin´Away With My Heart“ handelt es sich um eine richtige Gänsehautballade. In dem Duett geht es um die Erinnerung an eine Jugendliebe. Diese wird in der Vorstellung immer 18 Jahre alt und wunderschön bleiben („For Me You´ll Always Be 18 And Beautiful And Dancin´ Away With My Heart“). Eingängige Texte, wunderschöne und Gänsehaut erzeugende Melodien sind das Markenzeichen von Lady Antebellum. „Friday Night“ ist dagegen eher ein rockiger Titel. Man möchte in einer Beziehung nur die schönen Seiten wahrnehmen, den Spaß am Freitagabend. Stellenweise erinnert der von Rose Falcon, Eric Paslay und Rob Crosby geschriebene Titel an New Country-Songs wie die eines Keith Urban. Dennoch bietet gerade dieser Titel Abwechslung in dem doch recht Balladen lastigen Album. In „When You Were Mine“ geht es erneut um das Nachtrauern an eine vergangene Liebe. Man hatte sich ewige Treue geschworen, versprochen, dem anderen niemals das Herz zu brechen, doch das ist jetzt vorbei. Hillary Scott, die Tochter der Country-Sängerin Linda Davis, hat einfach eine tolle Stimme. „Cold As Stone“ ist der erste Song des Albums, der durch die Slide Guitar und die Mandoline richtig Country angehaucht ist. Aus zwei verschiedenen Sichtweisen wird – genau – das Ende einer Beziehung beleuchtet. Beide erkennen sie, dass sie die Situation nicht kalt lässt. In solchen Situationen wäre es wünschenswert, kalt wie Stein zu sein. Das Ende des Songs ist sehr dramatisch-orchestral mit irischem Einschlag, erinnert mich dann auch ein bisschen an Filmmusik. „Singing Me Home“ ist dagegen ein unbeschwerter Popsong mit einprägsamem Refrain und Backgroundgesang. Er macht einfach gute Laune. In „Wanted You More“ und in der Piano-Ballade „As You Turn Away“ wird erneut das Schwerpunktthema des Albums, das Ende einer Beziehung, aufgegriffen. Erneut gibt es dazu bombastisch orchestrale Klänge. Ein richtig flotter New-Countrysong verbirgt sich in „Love I´ve Found In You“. Wenn man die perfekte Liebe gefunden hat, ist es einem egal, was die Welt um einen herum macht. Man ist glücklich, den Abend mit der Liebsten/dem Liebsten zum Beispiel zuhause bei einem romantischen Abend auf der Couch zu verbringen. Viele suchen die gesamte Welt nach der wahren Liebe ab, die die Protagonisten des Songs schon gefunden haben. Ein positiver Aspekt auf dem Album neben all den Beziehungsproblemen. Um einen Beziehungsstreit geht es dann wieder in der Popballade „Somewhere Love Remains“. In einem Streit sollte man erst einmal ein- und ausatmen, dann an all die Liebe denken, die man sich geschenkt hat. Am Ende des Streits bleibt eh nur noch Liebe. In der abschließenden Ballade „Heart Of The World“ gibt es noch die Weisheit, dass Liebe das Herz der Welt sei. Orchestrale Pianoballaden überwiegen auf Lady Antebellums neuem Album. Wunderschöne meist ruhige Balladen, die das Ende einer Beziehung beleuchten. An vielen Stellen erzeugen die schönen Melodien und Arrangements Gänsehaut. Das Album gehört zum Herbst, genau wie der neueste Kuschelrock-Sampler. Andreas Hilgart (country.andy@gmx.net)
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