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Chris Young: Neon (VÖ: 12. Juli 2011; RCA/Sony Music)
1. I Can Take It From There, 2. Lost, 3. Tomorrow, 4. Save Water, Drink
Beer, 5. Neon, 6. Old Love Feels New, 7. You, 8. Flashlight, 9. When
She´s On, 10. She´s Got This Thing About Her
Der im Jahr 1985 in Murfreesboro/Tennessee geborene Countrysänger gewann
2006 die vierte Staffel der Castingshow „Nashville Star“ – eine Show
ähnlich unserem DSDS. Aus dieser Show war zuvor ja auch schon Miranda
Lambert hervorgegangen und der Sieg in dem Wettbewerb hatte Chris Young
einen Plattenvertrag mit RCA eingebracht.
Nun legt er mit „Neon“ nach dem nach ihm benannten Album aus dem Jahr
2007 und „The Man I Want To Be“ von 2009 sein drittes, wieder von James
Stroud produzierte, Album vor, auf dem sich trotz der geringen Laufzeit
von nur etwa 32 Minuten sich dennoch insgesamt 10 Songs befinden, an
denen Chris Young meist auch mitgeschrieben hat. Im ersten Titel „I
Can´t Take It From There“ gibt er sein Rezept, eine Frau zu verführen,
preis, während er in „Lost“ aufzählt, worin er sich in seinem Leben
verlieren könnte; ob dies nun ein Lied ist, das im Radio gespielt wird
oder es die blauen Augen seines Girls sind. Es folgt der Song, der
bereits im Februar als Vorabsingle veröffentlicht wurde. In „Tomorrow“
geht es um ein Paar, das wie Feuer und Benzin zu sein scheint, irgendwie
aber nicht voneinander loskommt und sich noch eine Nacht gibt. Es ist
auch der Song „Tomorrow“, der nach dem Hören der CD im Grunde als
einziger im Gedächtnis bleibt. Dies könnte daran liegen, dass so mancher
Song auf dem Album sich leider inhaltlich und musikalisch eher im
Durchschnitt des Neotraditionalismus mit seinen gängigen Arrangements
mit Steel Guitar und Fiddle verliert. „Save Water, Drink Beer“ ist einer
der üblichen Drinkin´ Songs, die sich mittlerweile auf so vielen Alben
befinden. Der Titelsong „Neon“ glänzt durch eine wunderschöne Melodie,
wobei einem einige Sequenzen irgendwie doch sehr bekannt vorkommen.
Zunächst werden hier die Farben der Natur aufgezählt, doch stellt Chris
Young heraus, dass es wohl das Neonlicht ist, das ihn als Farbe am
meisten gefällt. In „Old Love Feels New“ taucht das inhaltliche
Grundthema des Albums auf: Woran ist die perfekte Frau, die perfekte
Liebe zu erkennen? Hierbei sollte man dann wohl auf seinen Großvater
hören, der erkannt hat, dass es die Richtige ist, wenn sich eine neue
Liebe alt anfühle und eine alte Liebe jung anfühle. Der Song „You“ hebt
sich durch seine bluesigen und akustischen Elemente etwas aus dem
Einheitssound des Albums heraus. In „Flashlight“ erzählt Chris Young,
dass auch vom Vater beim gemeinsamen Autobasteln in der Garage etwas zu
lernen sei, und zwar mehr über das Leben an sich. In den letzten beiden
Songs bezieht sich Chris Young noch einmal auf das Grundthema, die
Beschreibung der perfekten Frau, die das gewisse Etwas - ihr Lächeln,
blaue Augen - hat. Abschließend wird dies auch in Form einer
orchestralen Ballade vermittelt.
„Neon“ ist ein Album, das man sehr schön nebenher hören kann. Doch ist
Chris Young, der unbestritten eine weiche, fantastische Stimme hat, auf
dem Vorgängeralbum schon mal mutiger und abwechslungsreicher gewesen,
wenn ich zum Beispiel an das Duett mit Willie Nelson oder an seine
Interpretation des Tony Joe White-Titels „Rainy Night In Georgia“ denke.
Andreas Hilgart (country.andy@gmx.net) |