Blake Shelton: Red River Blue (VÖ: 12. Juli 2011; Warner Bros.)

19. Juli 2011 

Trackliste:

1. Honey Bee, 2. Ready To Roll, 3. God Gave Me You, 4. Get Some, 5. Drink On It, 6. Good Ole Boys, 7. I´m Sorry, 8. Sunny In Seattle, 9. Over, 10. Hey, 11. Red River Blue 

„Red River Blue“ ist Blake Sheltons fünftes Studioalbum. Im letzten Jahr hatte er zwei EPs herausgebracht - „Hillbilly Bone“ und „All About Tonight“ sowie das Best-of-Album „Loaded“. Seit Mai diesen Jahres ist er mit Miranda Lambert, die auf dem Album im Background ebenfalls vertreten ist, verheiratet.  

Elf neue Songs, geschrieben von der ersten Garde der Songwriter in Nashville, findet man auf dem neuen Album. Und die CD beginnt gleich mit einem starken Titel: „Honey Bee“, das die letzten Wochen die Billboard-Country-Charts anführte. Geschrieben wurde der Song, der in recht bildhaften und anschaulichen Vergleichen eine glückliche Beziehung beschreibt, von Ben Hayslip und Rhett Akins, die bereits für Sheltons Nummer Eins-Erfolg „All About Tonight“ verantwortlich waren. Bei „Honey Bee“ handelt es sich um eine fröhliche Pop-Nummer, die gute Laune macht. Einen eher souligen Touch hat die nächste Hammer-Nummer „Ready To Roll“. Hierin geht es um einen Mann, der die ganze Woche über arbeiten geht und am Abend am liebsten mit seiner Partnerin auf dem Sofa zuhause gemütlich rumhängen möchte. Dazu ein bisschen Bier und Chips, während man den ein oder anderen Countrysong im Radio hört. „God Gave Me You“ ist die Coverversion eines Titels, den der amerikanische Singer und Songwriter Dave Barnes vor einem Jahr bereits herausbrachte. Der Song handelt davon, wie überglücklich jemand ist, eine passende Lebenspartnerin gefunden zu haben. Für die Begegnung mit diesem „lieblichen Engel“ muss wohl Gott verantwortlich sein – passend dazu der engelsgleiche Backgroundgesang. Es folgt ein richtiger Country angehauchter Party-Song, „Get Some“. Textlich handelt es sich sehr einfach um eine Aneinanderreihung von Gedanken, die mit der Freude auf das Wochenende assoziiert werden können. Purer Soul zeichnet sich dann in dem Titel „Drink On It“ ab. Man stellt sich hier eine Bar vor, wo ein Seelentröster sich an eine Frau ranmacht, die von ihrem Freund betrogen wurde. Geschrieben wurde dieser melodische Titel von Jon Randall, Rodney Clawson und Jessi Alexander, die auch schon an Songs für Trisha Yearwood oder Patty Loveless mitgeschrieben hat und als Co-Writerin auch für „The Climb“ von Miley Cyrus verantwortlich ist. Ein typischer Titel im New-Country-Stil ist „Good Ole Boys“. Es wird darin bedauert, dass es die alten Jungs nicht mehr gibt, die zum Beispiel einer Frau noch die Tür aufgehalten haben. Die Frage ist, wo sind sie hin, die Jungs, die einem älteren Menschen gegenüber noch Respekt gezollt haben. Für „I´m Sorry“ konnte Blake Shelton für den Background Martina McBride gewinnen. Blake Shelton und das Arrangement des Songs erinnern sehr stark an eine Bon Jovi-Ballade. Es geht um Erwartungen an eine Beziehung, die nicht erfüllt werden können; vor allem weiß er, dass sie lügt, wenn sie ihm sagt, dass sie ihn liebe. Der Titel „Sunny In Seattle“ erinnert dann dagegen eher an einen George-Strait-Song. Eine richtig schöne romantische Liebeserklärung mit einer gewissen Prise Humor: Wenn es in Mexiko keinen Tequila mehr geben sollte, wenn es in Seattle sonnig ist und in New Orleans Schnee fällt, dann hört er auf, sie zu lieben. Um zwischenmenschliche Beziehungen geht es auch in dem von Paul Jenkins (Co-Writer des Jason Aldean-Hits „Don´t You Wanna Stay“) und David Elliott Johnson komponierten „Over“. Balladenhafte Strophen wechseln mit dem rockigen Refrain ab. Gute Laune verbreitet noch einmal der Country-Rap „Hey“. Geschrieben wurde der Song von Craig Wiseman (Co-Writer einiger Songs für Tim McGraw, Faith Hill, LeAnn Rimes), Chris Tompkins (Co-Writer des Carrie Underwood-Erfolgs „Before He Cheats“) und Clint Lagerberg (Co-Writer von Josh Kelleys „Georgia Clay“). Den Abschluss bildet die wunderschöne, von Ray Stephenson und Buddy Owens komponierte, Ballade „Red River Blue“. Beim Refrain singt Miranda Lambert im Background. 

Das Herz des New-Country-Fans schlägt höher beim Hören des neuen Blake Shelton-Albums. Blake Shelton hat die besten Songwriter verpflichtet, weshalb das Album ein einziges Hitalbum ist, abwechslungsreich wandelnd zwischen Pop, Rock, Country, hier ein bisschen Soul, da ein bisschen Rap. Eine Kaufempfehlung aber nicht nur für New-Country-Fans, sondern auch für jene Rock- und Popfans, die mit Country Musik bisher nichts anfangen konnten.

So macht Country Musik einfach Spaß! 

Andreas Hilgart (country.andy@gmx.net)