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Ein Abend im Four Corners mit Lorrie Morgan und Daniel T. Coates
Wie immer war ich einige Zeit vor Konzertbeginn am Veranstaltungsort und so konnte mir Bill zunächst einmal Daniel T. Coates vorstellen, der mit seiner Band den Support für den Nashville-Star an diesem Abend übernahm. Von Daniel erfuhr ich auch, dass ein Teil des Equipments von Lorrie Morgans Band beim Transport aus den USA nach Europa irgendwo hängen geblieben ist. So musste sich Joshua Motohashi am Vortag erst mit dem für ihn fremden Instrument von Dietmar Wächtler, Steel Gitarrist in Daniels Band, vertraut machen, was aber für den Steel Gitarristen in Lorrie Morgans Band kein Problem darstellte. Nach dem Abendessen mit einem von Mariannes und Bills Riesenburgern ging es nun in der Four Corners Music Hall los. Die Anspannung im Publikum war zu spüren, denn jeder erwartete den Star aus Nashville. Eine Situation, die für Vorgruppen nicht leicht zu bewältigen ist. Aber Daniel T. Coates ist ein hervorragender Entertainer, Sänger und Songwriter, seine Bandmitglieder, Dietmar Waechtler (Pedal Steel), Gábor Bárdfalvi (Bass), Andy Kupfer (Drums), allesamt geniale Musiker. Also eine sichere Bank, wenn es darum geht, das Publikum anzuheizen. Daniel war in Höchstform und präsentierte vor allem auch neues Material aus dem am voraussichtlich 4. Juli erscheinenden Album. Songs, wie der Titelsong „Jenny Works In There“, machen Appetit auf diese neue CD. Daneben spielten sie aber auch Titel aus früheren Alben und hatten Klassiker, die man nicht so oft hört, im Repertoire. In Hommage an die kürzlich verstorbenen Musiker Clarence Clemons und Mel McDaniel interpretierten Daniel und seine Band Bruce Springsteens „Fire“ und Mel McDaniels „Baby´s Got Blue Jeans On“. Zum Abschluss des einstündigen Konzerts gibt es noch einen Tracy Lawrence-Song. Den Gästen wird dabei wieder einmal deutlich, dass auch Deutschland fantastische Countrymusiker hat, so wie die „Four-Corners-Hausband“ Daniel T. Coates & Band. Nach einer kurzen Umbauphase kam dann sie, wie Daniel T. Coates besonders betonte: SIE! Lorrie Morgan war mit ihrer kompletten amerikanischen Band angereist, um während der kurzen Europa-Tournee zunächst einmal in Untermeitingen zwei Konzerte zu geben. Nach dem eher rockigen „Watch Me“ präsentierte Lorrie Morgan ihren Nummer-Eins-Erfolg, „What Part Of No“. Weiter ging es mit ihren Hits aus der Zeit bei RCA/BMG: „Except For Monday“ und „Half Enough“. Lorrie Morgan erzählte kurz etwas aus ihrer Biographie, dass sie das jüngste von fünf Kindern sei und neben drei Schwestern einen Bruder habe, was einen Zuschauer zu dem Zwischenruf „Poor Boy“ veranlasst. Durch ihren Vater, der Countrylegende George Morgan, kam sie sehr früh an ihre große Liebe, die Countrymusik. 1984 wurde sie dann im Alter von 25 Jahren Mitglied in der Grand Ole Opry in Nashville, zu deren Besuch sie die Zuschauer einlädt. Mit ihrem aktuellen Album „I Walk Alone“ verwirklichte Lorrie Morgan nun ihren Traum, auch selbst eigene Songs zu entwickeln. Zusammen mit ihrem Keyboarder und Produzenten, Mark Oliverius, schrieb sie zum Teil recht persönliche Songs. So steht nun der Titel an, den sie von ihrem Album am meisten liebt: „Mirror, Mirror“. Bei dieser Ballade wird deutlich, weshalb Lorrie Morgan auch zu den großen Diven des Showbusiness zu zählen ist. Natürlich warten die Fans auf Hits wie „You Had To Be There“ und „My Own Strength“, die dann auch nicht fehlen. Es folgen die Countryklassiker „King Of The Road“ und der Song, der nach Lorrie Morgans Aussage, sie die Liebe zur Countrymusik entdecken ließ, „Leaving On Your Mind“. Sie interpretiert gänsehauterzeugend ihren Hit „Standing Tall“ und ihre Version von „By The Time I Get To Phoenix“, der auf dem Album „A Moment In Time“ zu finden ist. Anschließend erzählt Lorrie Morgan von ihrer Sightseeing-Tour in Augsburg und von der Situation, als ihr beim Putzen der Text zu „Cleanin´ Out My Closet“ eingefallen ist. Beim Intro dieses Songs glänzt die wunderbare Backgroundsängerin Marcia Ware, die schon unter anderem mit Chaka Kahn und Alison Krauss zusammengearbeitet hat. Sie ahmt mit ihrer Soulstimme in übertriebener Weise die Stimme nach, die Lorrie Morgan angeblich beim Putzen gehört haben soll und zum Schreiben dieses Songs veranlasst habe. Auf den Zuruf „I like your shoes“ bezüglich der hohen Absätze ihrer High Heels, antwortet Lorrie Morgan spontan: „They love you too.“ Nach „Something In Red“, der als abschließender Höhepunkt natürlich kommen musste, folgen noch zwei Zugaben. Nach dem Konzert war Lorrie Morgan aber immer noch nicht müde, den zahlreichen Fans auch als besonderes Schmankerl Autogramme zu geben. Der ein oder andere mag sich in dem Konzert mit Lorrie Morgan, die Daniel T. Coates mir gegenüber im Vorfeld auf die gleiche Stufe mit Frank Sinatra gestellt hat, sicherlich in die Grand Ole Opry in Nashville versetzt gefühlt haben. Ein perfekter Abend für Countryfans im Four Corners.
Links: Lorrie Morgan: www.lorrie.com Daniel T. Coates: www.daniel-t-coates.com Four Corners: www.fourcorners.de Andreas Hilgart (country.andy@gmx.net) |