Konzert der Bellamy Coverband in Schwarzenfeld

Es ist das erste öffentliche Konzert überhaupt, das Hermann und Norbert als „Bellamy Brothers“ im katholischen Jugendheim in Schwarzenfeld/Oberpfalz geben. Und ein bisschen Nervosität gehöre einfach dazu. Die beiden spielten schon früher in Countrybands, bis Kollegen ihnen gesagt hätten, dass sie recht gut zusammen singen würden. Das ist auch die Gemeinsamkeit mit den echten Bellamy Brothers – die Zweistimmigkeit und das Verstehen auf der Bühne. Ob sie schon mal die Bellamy Brothers getroffen hätten? Hermann hat bereits einem der Bellamys auf die Schulter geklopft, der sich aber bestimmt nicht mehr daran erinnern könne. Für die beiden Oberpfälzer bedeutet die Country-Musik Freiheit, Spaß und Lebensgefühl.

Norbert arbeitet als Qualitätskontrolleur und Hermann im Sicherheitsdienst. Da beide im Schichtdienst tätig sind, ist es auch nicht immer ganz einfach, Proben und Konzerte abzustimmen, sie hätten aber „günstige Arbeitgeber“.

Als das Duo mit „Dancin´ Cowboys“ das Konzert beginnt, steht eine riesige Tanzfläche bereit, sowohl für die Linedancer, den „Tännesse Fire Liners“ aus Tännesberg, als auch für die Paare bei den langsamen romantischen Songs. Nach anfänglichem Zögern zieht es bei „I need more of you“ doch einige andere auch aufs Parkett. Hermann und Norbert bedienen die Gäste des Abends sehr fleißig und lassen während des gesamten Konzerts ihre Bewunderung für ihre Vorbilder spüren. Sie machen nur eine Pause: nach den ersten 17 Songs.

Die Band hat fast das gesamte Repertoire der Bellamys auf ihrer „Playliste“. Von den Brüdern aus Florida gefällt Hermann der Song „Native America“ am besten; das sagt er jedenfalls, bevor der Titel während des Konzerts stimmungsvoll eingeleitet wird. Norbert steht da eher auf „Satin Sheets – Wish I was a Millionaire“, und lacht dabei.

Im zweiten Konzertteil schafft es Hermann bei „If I said you had a beautiful body“ schließlich fast alle, die noch auf ihren Stühlen sitzen, auf die Tanzfläche zu holen. Alle warten aber natürlich auf den Erfolgssong der Bellamys: „Let your Love flow“, der als 34 (!) Titel dann auch kommt und den viele nur in der deutschen Version von Jürgen Drews kennen. Nach zwei Zugaben („Dancin´ Cowboys“, „Old Hippie“) verabschiedet sich die Bellamy Coverband kurz vor Mitternacht. Vorerst.

Schade, dass am Abend doch einige Stühle leer blieben; den Schwarzenfeldern bzw. Oberpfälzern, die nicht da waren, ist sicherlich ein gutes und stimmungsvolles Konzert entgangen, das das Lebensgefühl der Country-Musik widerspiegelte. So bleibt zu hoffen, dass Hermann als Howard Bellamy und Norbert als David Bellamy in Zukunft weitere Konzerte geben werden. Eine Countryweihnacht, bei der sie unbedingt „Old Hippie“ spielen möchten, sei geplant.

Andreas Hilgart



 
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