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Ein
wundervoller Nachmittag in Röthenbach beim Konzert der Cripple Creek
Band und fassungsloses Staunen über so viel geballtes Talent beim
Konzert ihrer „Schützlinge“, den Gekkos
Bei der Ankunft in dem mittelfränkischen Ort ist man auf dem Rathausplatz noch beim Soundcheck. Hier sind aber nicht nur die Mitglieder von CCB auf der Bühne zugange, sondern auch eine Band namens „The Gekkos“. Wie sich herausstellt, werden diese jungen talentierten Musiker von der Cripple Creek Band in einer bewundernswerten Weise gefördert. Es ist sofort deutlich: An diesem Nachmittag werden auch junge Musiker auf der Bühne stehen, die die Besucher des Bürgerfests schwer beeindrucken werden. Konzert der Cripple Creek Band Um 14:00 Uhr beginnt das Bürgerfest in Röthenbach mit dem ersten Teil des Konzerts der Cripple Creek Band, kurz CCB. Während des Soundchecks hatte mich Erhard bereits begrüßt und ich hatte die Gelegenheit mit Helmut ein kurzes Gespräch zu führen. CCB starten ihr Konzert mit einem Instrumentalstück, bei dem gleich zu Beginn des Konzerts wieder einmal zu erkennen ist, was für geniale Musiker hier auf der Bühne stehen. Erhard, ein Gitarrenvirtuose, Helmut, der Multiinstrumentalist, Mike, ein hervorragender Bassist und Bernie ein genialer Drummer. Dazu haben alle noch wunderbare Stimmen und sie haben Spaß auf der Bühne. Nachdem ich nur ihre aktuelle CD kannte, konnte ich an diesem Tag auch einige ihrer älteren Titel und gecoverten Songs hören. CCB sind abwechslungsreich. Westcoast, Southern Rock, Hard Rock, Honky Tonk, Country-Klassiker wie „Ring Of Fire“ und dann noch ihre eigenen Songs. Die Setliste ist bewusst ausgewählt. „Rolling And Tumbling“, ein Bluestitel, den schon Bob Dylan und Eric Clapton aufgenommen haben. An diesem Nachmittag spielen ihn CCB in ihrer Version, und das rockt! „Wave On Wave“, ein Titel von Pat Greene, den CCB auf ihrem letzten Live-Album haben. Wunderschön! Es folgt der erste Song aus ihrem neuen Album, der Walzer „Glass Heart“, den Helmut singt. Aber egal wer von den vier Musikern der CCB den Leadvocal übernimmt, der Zuhörer ist begeistert, bekommt bei den Balladen immer wieder Gänsehaut. Dazu trägt sicherlich auch der Harmoniegesang bei. Ihre Arrangements sind beeinflusst von vielen traditionellen und modernen Stilrichtungen. Das ist das Rezept, was ihre Alben und Konzerte so abwechslungsreich macht. Im zweiten Teil des Konzerts sind die Plätze auf dem Rathausplatz gefüllt. Vorher waren noch zwei Kindergarden der Röthenbacher Faschingsgesellschaft bei diesem vom Kulturverein organisierten Bürgerfest aufgetreten. Wieder eröffnen CCB mit einem fetzigen Instrumental. Schnelle und langsame Titel - „Eine Ballade muss auch sein“, so Erhard - wechseln sich ab. „Happy Hours In Heaven“ aus ihrem aktuellen Album nimmt Erhard zum Anlass, hoffnungsvoll darauf hinzuweisen, dass das Wetter bei dieser Open-Air-Veranstaltung eventuell doch aushalten würde. Besorgt hatte er immer wieder zum Himmel geblickt. Der Wetterbericht hatte im Vorfeld ja bereits Regen gemeldet. CCB rufen Begeisterung in allen Altersklassen unter den Zuschauern hervor, von denen sicherlich die wenigsten Countryfans sind. Man muss einfach bei ihrer Musik mitgehen. Bernie, der als Drummer naturgemäß etwas im Hintergrund steht, glänzt nun durch ein Schlagzeugsolo. Es folgt eigentlich mein Lieblingstitel von der Cripple Creek Band: „Blue Water“, der ebenfalls auf dem neuen Album zu finden ist. Doch passend zum Songtext fallen die ersten Regentropfen, die sich zu einem Regenschauer ausweiten. „Da singt man von ´Blue Water´ und es kommt vom Himmel“, so Erhard. Dass im Grunde aber alle Gäste des Bürgerfests bleiben, zeigt, wie CCB die Zuschauer fesseln können. Vielleicht liegt es aber auch an der Tatsache, dass Erhard als nächsten Act „The Gekkos“ ankündigt. Konzert der Gekkos
Die Musiker der Cripple Creek Band, die jeden Einzelnen der „Gekkos“ betreuen, muss man wirklich bewundern. Es ist schon schwer mit Kindern gemeinsam auf der Bühne zu stehen (dagegen kann man einfach nicht konkurrieren), und dann handelt es sich auch noch um solch große Talente. Ich kenne keine Musiker, die dann ihren „Schützlingen“ so eine Plattform schaffen und viele ihrer Konzerte gemeinsam mit diesen bestreiten würden. Aber was sagt Erhard: „Sie müssen Erfahrung sammeln.“ Das sollte man im Casting-Deutschland endlich unter der Förderung von Musikern oder einer Band verstehen! Doch die Gekkos covern nicht nur Songs. Nein, sie haben sogar eigene Songs. Katharina, die überwiegend die Texte schreibt, ist hier ein wahres Naturtalent. Die Themen entnimmt sie ihrem Alltag. So handelt der Song „Geh nicht weg“ von Scheidungskindern. Durch die private Situation in ihrer Klasse – 70 % der Eltern ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler sind geschieden - wurde sie zu dieser Ballade inspiriert und schrieb, ohne klischeehaft zu werden, diesen wunderbaren Text. Im anschließenden Interview erzählen die Bandmitglieder, wie der Prozess des Songschreibens bei ihnen abläuft. Katharina stellt ihren Text den übrigen Bandmitgliedern vor, die dann gemeinsam die Musik dazu entwickeln. Routiniert sagen sie, das liefe ganz von selbst. Für ihren Song „Klugscheißer“ wurden sie sogar vom Bundesministerium für Bildung, das den Song als „bemerkenswert und beispielhaft“ bezeichnet, für den Dezember zum 28.Treffen „Junge Musik-Szene“ nach Berlin eingeladen. Sie vertreten dort als jüngste Band das Bundesland Bayern. Erneut die Frage: Wie kommt man auf solche Texte wie bei „Klugscheißer“? Es habe manche in der Klasse gegeben, die hätten so „rumgestänkert“. Man stellt fest, dass die Gekkos gute Beobachter ihres sozialen Umfelds sind. Es folgt ein weiterer AC/DC-Kracher: „Hells Bells“. Erstaunlich bei diesem Repertoire, dass die Jugendlichen, während andere in ihrem Alter eventuell Lady Gaga oder Bruno Mars hören, solche Songs selber auswählen. Und wer gerne einen Song singen würde, der singe ihn dann auch. So übernimmt Maxi den Leadvocal bei „Born To Be Wild“, den er im Vorfeld als „ultracoolen Bikersong“ ankündigt. Ein weiterer selbst verfasster Song ist „Kidsstress“. Im Text wird deutlich, wieviel Stress man bereits in jungen Jahren als Schüler bewältigen muss. Ganz Profi fordert Katharina die Zuschauer auf, sie beim Refrain stimmlich zu unterstützen. „Rock You Like A Hurricane“ verschafft ihr anschließend auch ein Gitarrensolo. Dass die Zuschauer die Gekkos nach „Summer of 69“ noch nicht von der Bühne gehen lassen wollen, ist klar. So folgt als Zugabe noch ein Status-Quo-Klassiker, bei dem Simon sehr selbstsicher den Gesangspart übernimmt. Es bleibt die Frage: Wie kamen die jungen Musiker überhaupt zu ihrem Bandnamen? Sie hätten einfach einige Namen auf eine Liste gesetzt, bis Maxis Vater beim Frühstück mit dem Namen „Gekkos“ ankam. Den Namen könne man sich auch leicht merken. Und im Angesicht dieser Talente bin ich mir sicher: Man wird ihn sich merken! Dass die Bandmitglieder aber dennoch auf dem Boden bleiben, dafür sorgen deren Eltern und die Musiker der Cripple Creek Band. Am 28. Oktober treten die „Gekkos“ in Eisenach beim 2. Rockliner Veteranentreffen in Eisenach auf, wo sie sicherlich wieder die Zuschauer sprachlos machend begeistern werden. CCB zum Zweiten Als CCB nach den Gekkos noch zwei weitere Sets spielen, bin ich, von dem, was ich da gesehen und vor allem gehört hatte, immer noch ganz geplättet. CCB ziehen aber noch einige Highlights aus der Tasche, wie Robert Palmers „Bad Case Of Loving You“, das sie nach Erhards Aussage „countryfiziert“ hätten. Bei Erhards Gitarrensolo während „Sultans Of Swing“ ist man der Meinung, Mark Knopfler stehe in Röthenbach persönlich auf der Bühne. Als Helmut, der „Teufelsgeiger“, die Fiddle wieder hervorholt, wird es noch einmal traditionell. Am Platz vor dem Rathaus ist es mittlerweile dunkel geworden, doch die Gäste sitzen bis zum letzten Titel, „The Devil Went Down To Georgia“, auf den Bierbänken und begeistern sich für die Musik von CCB. Am 1. Oktober werden CCB im „Four Corners“ in Untermeitingen auftreten, wo ich, das beschließe ich am Ende des Konzerts, als Zuschauer und Zuhörer erneut dabei sein werde. Andreas Hilgart (country.andy@gmx.net)
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