|
CCB rocken im Four Corners und sorgen für eine Riesenstimmung 1. Oktober 2011
Wieder beginnen die vier Musiker mit einem Instrumental. Gerade die Instrumentals zeigen, dass Helmut, Erhard, Mike und Bernie ihre Instrumente meisterlich beherrschen. Und CCB rocken weiter mit dem „Honky Tonk Blues“. Sofort ist zu spüren, dass die Musiker heute Abend wieder richtig in Spiellaune sind. Es geht Schlag auf Schlag. Brad Paisleys „The World“, bei dem Helmut mit seiner fabelhaften Stimme den Leadvocal übernimmt und Erhard an der Gitarre glänzt. Bei dem Song kommen auch die ersten Tänzer auf die Tanzfläche. Der schwäbische Countryclub ist an diesem Abend recht gut besucht. „After Last Night“, das auf ihrem letzten Live-Album zu finden ist und natürlich ein erster Keith Urban-Song, „Who Wouldn´t Wanna Be Me“. Wer wäre bei diesem Gute-Laune-Song nicht dabei? Gänsehaut bereiten natürlich wieder die ruhigen Songs. „Wave On Wave“ mit seinem markanten Intro, ebenfalls vom letzten Live-Album. Vom neuen Album „Still Alive & Kicking“ spielen CCB den Walzer „Glass Heart“. An diesem Abend ist für jeden etwas dabei. Es folgt Helmuts „Schwabensolo“, sein Meisterstück, eine Explosion des Mandolinenspiels. „Guitars Cadillac“ von Dwight Yoakam, mittlerweile ein Klassiker. Immer wieder lassen sie aber auch Songs ihres neuen Albums einfließen, für das sie einen amerikanischen Textschreiber verpflichten konnten. „Happy Hours In Heaven“ ist ein richtiger Feel-Good-Song und kommt beim Publikum im Four Corners richtig gut an. Die Forderung auf Konzerten und Festivals, „Macht doch mal richtig Country“, beantwortet die Cripple Creek Band mit ihrer Version von Johnny Cashs „Ring Of Fire“. Doch zuerst bringt Erhard den Gästen im Saloon erst einmal richtig bei, countrymäßig zu klatschen. Ja, „da ist der Mensch glücklich“, so Erhard. Extra für die Linedancer haben CCB eine Countryfassung von Robert Palmers „Bad Case Of Loving You“ arrangiert und auf ihr aktuelles Album gepresst. Der Song rockt. Nach der Pause zeigen Helmut, Erhard, Mike und Bernie in einem Akustik-Set wahres Können. Unplugged werden Titel wie das Traditional „I´m A Man Of Constant Sorrow“ oder ein Song von Bill Monroe, dem „Godfather des Bluegrass“ vorgetragen. Hier zeigen sich die wahren Meister der Country-Musik. Die Vier haben alle amerikanischen Stilrichtungen des Genres drauf, weshalb ihre Alben und vor allem ihre Konzerte äußerst abwechslungsreich sind. Es folgt wieder New Country pur. „Backwards“ von Rascal Flatts und Garth Brooks „Callin´ Baton Rouge“. Helmut entfacht an seiner Fiddle ein wahres Feuerwerk. CCB sind die Rock´n´Roller unter den Countrymusikern. Bei „Doreen“ hat Bernie wieder sein großes Schlagzeugsolo. Bernie trommelt, was das Zeug hält, und im Saal wird es ganz still. Der Rest der Band hat Bernie die Bühne überlassen, wohin die Gäste zu ihm und seinem Schlagzeug fasziniert blicken. Noch ein Song von Rascal Flatts, „was für´s Herz“, wie es Erhard so schön ausdrückt: „What Hurts The Most“. Darauf folgt noch ein weiterer Keith Urban-Hit: „But For The Grace Of God“. „Was, das soll Countrymusik sein?“, fragen manche oft, die sich mit dem Genre noch nicht beschäftigt haben und bei Countrymusik sicher zuerst an deutsche Interpreten wie Truck Stop oder Tom Astor denken. Da leisten die Musiker der Cripple Creek Band echte Aufklärungsarbeit vor allem in Sachen New Country. Das Genre ist groß und vielfältig, die Fangemeinde in Deutschland aber leider noch sehr klein und überschaubar. Wenn man dann so eine großartige Band wie CCB erlebt, denkt man sich, dass es nun endlich auch mal Zeit wäre, dass dieses Genre in deutschen Landen seinen Durchbruch erleben muss. Vor allem begeistern die vier Bandmitglieder nicht nur durch zahlreiche Songs, die sie richtig gut covern, sondern auch durch eigene Songs, wie „Alive & Kickin“ oder „Forgot To Forget“. Besonders stolz sind sie auf den letztgenannten Song, der es auf einen „Sony-Sampler“ geschafft hat. Als Kult darf mittlerweile die Interpretation des Countryrock-Klassikers „Devil Went Down To Georgia“ bezeichnet werden. Erhard und Helmut, der sich hier wie immer die Teufelsmaske aufsetzt und darunter unter den heißen Temperaturen sicherlich leiden muss, liefern sich einen E-Gitarren – Fiddle-Wettstreit, der es in sich hat. Zu Beginn des dritten Sets stellt Erhard zehn Minuten nach Mitternacht zum Publikum gewandt überrascht fest: „Ihr seid ja immer noch da! Dann könnt Ihr uns gut leiden.“ So ist es! Wer die Band noch nicht erlebt hat, sollte unbedingt einen ihrer nächsten Auftritte (siehe Homepage) wahrnehmen. Auf ihren Konzerten ist meiner Meinung nach eine ganz besondere Stimmung, die auch Nicht-Countryfans immer wieder begeistert. Mich begeistert vor allem auch der für die Countrymusik so typische Harmoniegesang, wie zum Beispiel bei „She don´t Love Nobody“ von der Desert Rose Band. Dass für manche Fans der Band der Weg nicht zu weit ist, zeigt sich daran, dass an diesem Abend sogar Fans aus Bonn angereist sind, um CCB zu erleben. Diese weite Anreise wird belohnt, indem die Band ihnen den nächsten Song, „Blue Water“, widmet. Ein wunderschöner Song im Westcoast-Sound, ebenfalls vom neuen Album. Daraus gibt es auch einen Song, den Helmut zusammen mit Barbara Müller - einer Fränkin, wie Erhard betont, geschrieben hat. Für die nächste Woche sei dann ein Videodreh für den Titel „Who, What, When…“ geplant, der anschließend auf dem Programm steht. CCB arbeiten nach Halb Eins aber noch nicht auf das Ende des Konzerts hin, sondern heizen den Zuschauern mit Eric Claptons „Cocaine“ und Keith Urbans „Somebody Like You“ noch einmal richtig ein. Ganz klar: Die Gäste im Four Corners lassen die Cripple Creek Band in dieser Stimmung nicht so einfach gehen. Erhard spornt die Konzertbesucher extra zu einem gemeinsamen „We Will Rock You“ an. Da lässt sich Bernie nicht lumpen und stimmt am Schlagzeug seinerseits ein „Live Is Life“ an. Die Stimmung im Saloon ist am Höhepunkt. Es folgt als Zugabe „Thank God I´m A Country Boy“ – bisher die beste Version, die ich gehört habe. Nun möchte sich Erhard selbst einen Song wünschen: „Ashes Of Love“. Nach einer weiteren Zugabe folgt der letzte Titel fünf Minuten nach ein Uhr: „Catfish John“ von Alison Krauss, bei dem die Musiker noch einmal mit ihrem wunderschönen Harmoniegesang die Zuhörer überzeugen. Was soll man noch sagen? Wer die Cripple Creek Band live noch nicht gesehen hat, muss das unbedingt nachholen. Wer fantastische Musiker, hervorragende Sänger, gute (Country)musik bzw. (Country)rock hören möchte, muss eines ihrer nächsten Konzerte besuchen. Dabei ist es aber egal, ob man Fan dieses Genres ist oder nicht. Ich werde sicherlich wieder bei einem der nächsten Konzerte auftauchen. Andreas Hilgart (country.andy@gmx.net) Internetadressen: Cripple Creek Band: www.ccb.tc Four Corners: www.fourcorners.de
|