THE SPOTNICKS Countrysound im Spacegewand

(Burkhard „Börks" Bogenschneider)

Diese nordeuropäische Formation wurde zwischen 1956 und 1958 unter verschiedenen Namen, bevor sich The Spotnicks als Gruppenname herauskristallisierte, in Göteborg um Bandleader Bo Winberg gegründet. Björn Thelin am Bass und Ove Johansson (Schlagzeug), so wie der gute Bob Lander, der sich damals noch Bo Starander nannte! Wenn es um die Vocalstücke bei dieser Formation geht, dann ist es zumeist Bob Lander den man singen hört. So jedenfalls liest sich der Original Line Up dieser Ur-Formation!

Der „Spacesound" dieser Gruppe ist aber eindeutig das charismatische Gitarrenspiel Bo Winberg’s, der sein Vorbild aber in Chet Atkins Gitarrenspielereien sieht. Und da tauchen natürlich auch Countryerinnerungen jedweder Art auf.

Mit dem berühmten „Orange Blossom Special" machten sie 1960 auf sich aufmerksam. Aber auch Titel wie „Moonshot", „Big Jump", „Johnny Guitar", „The Great Snowman" usw. haben es in sich! Bei uns in den norddeutschen Gefilden fegte aber 1962 „Amapola" durch den Äther. Und durch die Sportschau auch noch Jahre später im Norddeutschen Rundfunk, diente der Spotnickssound Woche für Woche als Erkennungsmelodie! Zwischendurch folgten Galavorstellungen in Paris und London! Mitte der 60er war dann für Ove Johannson ein gewisser Jimmy Nicols am Schlagzeug, der u.a. auch schon bei den Beatles aushalf!

Zu Beginn der 70er Jahre gelang ihnen erneut ein Glanzstück mit „If You Could Read My Mind" – und wenn es um die Instrumentalmusik geht, sind die Spotnicks in einem Atemzug sicher mit der amerikanischen Gruppe The Ventures oder der britischen Formation The Shadows zu nennen. Mit den Shadows haben sie auch schon mal gemeinsame Studiosessions absolviert. Gegen Ende der 70er Jahre ging ein Instrumentalstück der deutschen Gruppe Blonker um Dieter Geike auf Hitparadenkurs. Und auf einemmal waren plötzlich auch Hank Marvin von den Shadows und Bo Winberg wieder präsent um gleichnamigen Titel für ihre LP’s einspielen zu können. (siehe Foto)

In den 80er Jahren bestanden die Spotnicks zeitweilig gar aus 6-7 Musikern und sie spielten u.a. auch gerne Countrysachen ein. Da war zeitweilig nur Bo Winberg
noch als Original Spotnick zugegen. Weitere Teammitglieder waren Juri Wijk (Sologitarre), Arne Österlingh (Steelguitar), Peter Wiberg (Keyboards), Kenth Andersson (Bass) und Benkt Andersson (Schlagzeug). Ab und an auch mal Ove Lindell (Sologitarre) oder Lasse Öhberg an den Drums! Auch Björn Thelin kam kurzfristig wieder dazu. Und später auch regelmäßig wieder Bob Lander. Und da Bob Lander sich immer mal wieder gerne mit Vocaleinlagen versuchte, gründete er so zwischenzeitlich mal eine Gruppe die sich VIKING TRUCKERS nannte und die deutsche Version „Ich fress Beton" („I Eat Concrete") lief ab und an gar bundesweit im Rundfunk.

Und man muß nicht unbedingt ein ausgemachter Spotnicksfan sein, um diese Instrumentalgruppe zu mögen. In der Memory Hits Show vom 2.07.2006 im Deutschlandfunk mit Gerd Alzen, hörte man nicht nur auch endlich mal ein Spotnicks-Special, sondern auch einen längeren O-Ton Bo Winberg’s in englischer Sprache zur Spotnicks-Geschichte. Und genau das macht wieder den Reiz des sammeln aus, mir geht es jedenfalls so…