Nachbarschaftshilfe – muss man lesen…

Sie kennen das sicherlich auch, dieses bum, bum, bum – wenn mal wieder so eine „schwerhörige Disco an ihnen vorbeigedonnert" ist. Ach, denk ich so im stillen, du siehst ihn kaum, hörst ihn aber laufend, so nach dem Motto leben,

das hat der Nachbar nun davon! „Letztens, hat er mich schon den ganzen Tag mit diesen komischen deutschen Fernfahrerliedern traktiert, dann ballerten tagelang Subwoofergeräusche gegen die Wände, das schaffen sonst nur noch LKW-Dröhnungen von der nahen Autobahnraststätte, dass mir der gute Walter v. der Vogelweide aus dem Rahmen fiel, und unser Haustiger ganz verschreckt die Milch verweigert." Gestern bin ich also hoch zu ihm: „Hey, du, ich lieb ja selber Musik, von Käthe Dorsch hab ich diverse Dudelsackpfeifer im Schrank - und „Rollen Over von Mozart" hat mir demnächst ein Abendkugeln zugesagt. Aber diese blöde Rockmusik heutiger Zeit, die da gegen meine Wände „ballern" kannste’ nun wirklich in die Tonne treten.

Na, da hab ich aber was angerichtet, war der arme Kerl vielleicht beleidigt – und ich fürchtete schon, jetzt holt er gleich den sixernen „Ballerman" von seiner Wand.

Da hat er mir dann seine Sammlung gezeigt, nur echt amerikanisch’ und so. Eine Südstaatenflagge mit komischen Cappyformen hing auch noch im Flur rum - da sollte man mal die Verfassungsschützer benachrichtigen, sagte der andere Nachbar, der zufällig dazukam. Und New Country Musik benennt er den ganzen Kram.

„He, warum versuchen sie das nicht mal mit deutschen Tönen. Da sind doch auch anständige Lieder dabei – und selbst das Mormonen Tabernakelorchester singt im Duett schon Feiertagslieder mit den Egerländer Husaren rund um Tennessee. Was zum Teufel also, soll verdammt noch mal dieses Geballer an meinen Wänden?"

Er richtig cool, das hätte nichts zu bedeuten, das käme nur von der Backgroundmusik seiner Johnny Cash-Scheiben. An jenem Tag haben wir uns dann richtig einen zur Brust genommen, da wären anderen die Tränen gekommen. Soviel hab ich daraus gelernt – und weiß, nun endlich über „Countrymusic" bescheid. Aha, ein Country-Fan bist du also. Nun weiß ich doch endlich was Countrymusik mit „Ballermänner" gemein hat:

„Wenn Johnny Cash mit Country gleichgestellt wird und schwere Auspuffgase durch den Flur ziehen, weil du zu viele Truckersongs dudelst. Oder vielleicht Krach mit unserer Ordnungswidrikeit bekommen könntest, weil die heutigen „Tittenellis" an seiner Wand ihre „Dinger" schon am Band hoch hängen müssen – oder der Paketzusteller vielleicht mehr über die Countrymusic weiß, als unsereiner selbst, weil er vorher immer diese Lektüre studiert, bevor er sie bei einem im Kasten versenkt.

Ja, so spielt manches mal das Leben, nun bin ich also ein Countryfan?

 

Keep It Country wünscht

Dr. Rock