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Es sind natürlich wieder die Medien...... Kommentar von Frank Rickal, Radio Ostallgäu Hier macht es sich der Herr Frank Schmidt (Leserbrief in der WHEEL; Ausgabe 100, Seite 14 vom Juni 2007) mit seiner Medienschelte doch sehr einfach mit einer recht einseitigen Sichtweise. Vielleicht sollte er sich erst einmal über die Medienwelt informieren. Hierzu empfehle ich einen Besuch der Medientage 7.-9. November 2007 in München. Hier wird er dann feststellen, dass die Medienwelt viel umfangreicher ist als nur Radio und TV.(www.blm.de/inter/de/pub/aktuelles/veranstaltungen/medientage_muenchen.htm Auszug aus der Homepage: Die MEDIENTAGE MÜNCHEN bilden alle Mediengattungen und Fragestellungen der Branche – von der Medienpolitik über Werbung, Print, Hörfunk, Film, Fernsehen und Internet bis hin zur Medienkompetenz – ab. )Aus Sicht von Herrn Schmidt wird nichts getan, die Countrymusik der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen und dass die Medien an allem Schuld sind. Man kann es nicht mehr hören! Es ist immer einfach zu sagen es sind die anderen. Es wird auf „Hohem Niveau gejammert". Wenn man das JETZT und HEUTE betrachtet, dann wird man feststellen, dass es der Musikfreund der Countrymusik heute doch viel leichter hat an seine Musik zu kommen. Auch kann er sich ausreichend informieren. Es gibt in Deutschland Printmedien die sich auf Countrymusik spezialisiert haben. Hier sind z.B. die Westernmail, No Fences, Music Eagle, die Wheel, die Bluegrass Bühne von Eberhard Finke, oder die Countrytimes der Countryfreunden Kötz. Auch wenn in den letzten Jahren die ein oder andere Radiosendung auf Grund von Umstrukturierung leider eingestellt wurde, so gibt es heute immer noch mehr Spezial Sendungen für Countrymusik als in den von Herrn Frank Schmidt erwähnten Zeitspanne. Auch kann man immer wieder den ein oder anderen Countrysong im Radio hören. (Ein Jazzfreund würde vor Freude Purzelbäume schlagen wenn er seine Musik so oft im normalen Tagesprogramm oder Spezialsendungen hören könnte.) Im Fernsehen geben z.B. Thomas Gottschalk (z.B. Keith Urban, Texas Lightning) Stefan Raab (z.B. Dixie Chixs, Gretchen Wilson) Jürgen von der Lippe (z.B. Diamond Rio, Carlene Carter) oder Showsendungen wie der Fernsehgarten (z.B. Slow Horses, BossHoss) der Countrymusik eine Plattform. In diversen Filmen wird Countrymusik als Spannungsaufbau verwendet oder es laufen einfach interessante Dokus oder Roadmovies. Hier möchte ich nur als Beispiel „Oh Brother, Where Art Thou" oder in den Dritten Programmen die Doku „Down from The Mountain" anführen. Nicht zu vergessen, dass es die regelmäßig ausgestrahlte Sendung „CountryRoads" auf 3sat gibt und es gibt Bücher bzw. auch Hörbücher (Johnny Cash, Hank Williams). Auch die Werbung greift immer wieder auf Countrymusik zurück: z.B. Autofirmen oder Nutella. (Dem Leser dieser Zeilen fallen bestimmt weiter Beispiele ein.) Hier ist die entscheidende Frage WARUM? Weil wir alle in unserem Konsumverhalten erforscht sind, die hochbezahlten Werbestrategen wissen, dass es ein großes Potenzial von Käufern gibt die die Countrymusik mögen: die sogenannte „Schweigende Mehrheit". Daher werden diese Produkte mit Countrymusik unterlegt. Natürlich geht es in erster Linie schlicht und einfach ums Geldverdienen, aber die Countrymusik ist mit dabei. Das wichtigste Medium der heutigen Zeit: das Internet, seit Jahren die Kommunikationsplattform für allen möglichen Sinn und Unsinn. Ja Herr Schmidt, auch das Internet gehört zu den Medien. Wie sie feststellen werden, so wird gerade hier der Countrymusik keine öffentliche Plattform eingeräumt oder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wie sie ja in ihrem Leserbrief anführen......... Es gibt deutschsprachige Webseiten bez. „country.de", „countryhome", „countrymusicnews" , „hotcountrynews" oder „Country-Mag" so dass derjenige, der dem Englischen nicht so mächtig ist auch die Möglichkeit hat sich zu informieren. Man kann sich im Internet seine Songs zusammen suchen, bestellen oder downloaden. Findet im Grunde nach ausreichender Recherche alles über seine Lieblingsinterpreten, ganz gleich welcher Musikrichtung. Nicht zu vergessen die Videos auf CMT.com Ich weiß noch als ich mit Radio anfing gab es dieses Medium Internet noch gar nicht. Der ein oder andere Kollege wird wissen was ich meine. Es war wesentlich mühsamer an Informationen oder Songs bzw. Platten zu kommen als heute. Auch gibt es genügend Radiostationen im Internet die Countrymusik rund um die Uhr senden. Wer also nicht an seine Lieblingsmusik kommt, macht irgend etwas falsch. (Deutschsprachige Moderation z.B. bei: www.Countymusic24.com mit u.a. DJ Wölcken und DJ Bronco.) Wer heute noch keinen Computer besitzt, dem sei Klaus Grotelüschen mit „Hillbillie Guesthouse" und Richard Weize „Bear Family" ans Herz gelegt; einfach Katalog anfordern! Dass die 90iger in Deutschland die Beste Zeit der Countrymusik gewesen sein soll , ist aus der Sicht von Herrn Frank Schmidt doch sehr engstirnig und mit Scheuklappen gesehen. In dem JETZT und HEUTE gibt es schöne Festivals, die seit Jahren tolle Countrymusik bieten. Ob Kötz, Bühl oder die Countrymessen in Berlin und Nürnberg, es sollte für jeden etwas dabei sein. Der eine Fan ist anspruchsvoller, der andere gibt sich mit weniger zufrieden. Es kann sich jeder sein Festival selbst aussuchen. Dem Argument, dass die Musiker sich nicht weiterentwickelt haben und in den 90igern hängen geblieben sind, kann ich nur bedingt zustimmen; einige haben sich sehr wohl weiterentwickelt. Nur sind diese Bands kaum auf den Tanzveranstaltungen zu finden. Bei genauer Betrachtungsweise wird man nämlich feststellen, das eine große Mitschuld an dieser nicht Weiter-Entwicklung, die Linedanceclubs selbst tragen. Hier muss man die Band ein wenig in Schutz nehmen. Die Linedancer haben den Bands im Laufe der Jahre die Luft und Kreativität genommen. So konnten sich diese zwangsweise nicht entwickeln. Man wollte immer die gleichen Songs hören, weil der ein oder andere Linedancer leider nicht in der Lage ist, seine gelernten Schritte auch auf einen anderen Song mit gleichem Beat anzuwenden. Um also auch von den Veranstaltern noch Engagements zu bekommen, blieb den Bands oft nichts anderes übrig, als sich in diesen Teufelskreis zu begeben. Der Linedance in seiner ursprünglichen Form wie er einmal gedacht war , ist eine tolle Sache - aber nur in Verbundenheit mit 2step, Couple-Dance oder TrippleStep. Dann ist es eine wunderbare Symbiose bei Veranstaltungen, für Tänzer gleichermaßen wie für Bands und bei guter Disziplin, also Tanzetikette auf der Fläche, ist es eine wunderschöne Werbung für Tanz und Musik! So wie es sich in den letzten Jahren, speziell hier in Deutschland entwickelt hat, hat der Linedance der Countrymusik die Kultur und Seele geraubt. Die Musik oder Choreografien nehmen seltsam anmutende Formen an. Die sehr Skurrile Darbietung beim Förderpreis unterstreicht diese Aussage deutlich. Gott sei Dank gibt es aber auch noch Clubs, die Linedance oder Countrydance in seiner Urform noch fördern. Auch werden leider immer noch allzu oft Veranstaltungen, Bands oder CDs schön geschrieben. Konstruktive Kritik ist wünschenswert, angebracht und auch hilfreich in der Entwicklung der Bands oder für die Engametsentscheidung der Veranstalter. Viele Berichte werden leider immer nach dem gleichen Muster abgefasst. Dies hat nichts mit guten Journalismus zu tun. Im Gegenteil, es wirft kein gutes Bild auf die Arbeitsweise in der Countrymusik. Dass es auch anders geht, zeigt seit ca. zwei Jahren z.B Bettina Granegger von der Wheel. Für manch einen nicht immer angenehm zu lesen, aber bei genauem hinterfragen, trifft sie sehr oft den Nerv des Publikums. Diese Berichterstattung ist bestimmt für alle Beteiligte nicht immer einfach, aber ehrlicher und hilfreicher. Für Band, Veranstalter und vor allem für den Fan. Es ist nämlich nicht immer jede Band super oder alles toll......der Gast hat es ja vor Ort mitbekommen und wundert sich dann über die Berichterstattung. Da sind auch die Medien in der Verantwortung! Es war auch nicht alles Gold was glänzt, was Garth Brooks der Countrymusik gebracht hat. Im gleichen Maße wie er sie gefördert hat, hat er ihr aber auch Schaden zugefügt. Auch waren nicht alle auf dem Garth Brooks Trip. Unbestritten hat er schöne Musik gemacht, nur gab es wirklich weitere erstklassige Interpreten die dieses Jahrzehnt geprägt haben (Clint Black, John Michael Montgomery, Joe Diffie, Mark Chesnutt, George Strait, Alan Jackson, John Anderson, Travis Tritt, Trisha Yearwood, Brooks & Dunn) um nur einige zu nennen. Wenn man auch hier die Fakten des JETZT und HEUTE betrachtet, geht es dem Musikfreund der heutigen Zeit doch blendend. Sicher, es bestimmen heute andere Künstler das Geschehen. Der Generationswechsel ist im vollem Gange. Brad Paisly oder Carrie Underwood haben das Zepter von Reba & Co übernommen. Das gab es immer schon und es ist der Lauf der Zeit. Es gab früher Festivals wie z.B. das Marlboro Festival, Neusüdende oder Stuttgart etc. Heute gibt es heute in Deutschland z.B. AGR Television Records. Ein engagiertes Label, das immer wieder große Künstler nach Deutschland holt. Seit Jahren das „Rattlesnake", das „Four Corners" mit einem erstklassigen Liveprogramm, es gibt Bühl mit hochwertiger Qualiät und Liebe zum Detail, es gibt Kötz, Geiselwind für das etwas „grobere", den „American Western Saloon", den TeXas Saloon, oder die liebenswerten „Hauskonzerte" von Herbert Schildhammer, veranstaltet zusammen mit den Illertal Cowboys. Nicht zu vergessen die intensiven Arbeiten von Rüdiger Schmitt (Schüttekeller) oder die Musikagenten Rainer Zellner (u.a. The Wilders – einen klasse Tour!) oder Karl-Heinz Siber, alle mit hervorragenden Independentkünstlern im Angebot. (Auch hier bitte ich um Nachsicht, wenn ich nicht alle Veranstaltungen oder Veranstalter aufzählen kann). Bei den Musikern der jüngeren Generation in Deutschland gibt es sehr wohl hoffnungsvolle, hervorragende junge Künstler. Ob Scarlett, Suzie Candell, Carina u. Anja Hager oder Tommy Roberts, sie haben frischen Wind in die Musik gebracht und ihre Altersgruppe für die Countrymusik begeistern können. Gerade BossHoss zieht das jüngere Publikum in seinen Bann. Ob man die Art der Countrymusik mag, muss jeder für sich entscheiden. Ich bin von Daniel Kübelböck nicht begeistert. Ihm muss aber fairer Weise zugestanden werden, dass sein Projekt gar nicht schlecht rüber kommt. Vielleicht entdeckt einer seiner jungen Fans (und das sind ja nicht wenige!) sein Interesse an der Countrymusik made in USA. Wäre doch auch ein schöner Erfolg. Wir sind hier in Deutschland und nicht in den USA, das hat sogar Herr Frank Schmidt bemerkt. Dies sollte man sich auch immer vor Augen führen und dann stellt man fest, es ist um die Countrymusik gar nicht schlecht bestellt. Wer mehr möchte, sollte sich halt überlegen in die USA auszuwandern. Dies sollte man Herrn Frank Schmidt vielleicht empfehlen; Ohio scheint Ihm ja gut gefallen zu haben. Ich saß vor kurzem bei einem Festival mit einem Gast am Tisch der seine Arbeit verloren hat. Zum auftanken der Seele hat er das Festival genutzt – und es hat ihm gut getan. Es ist schlimm genug, dass die Menschen heute sehr schnell ihren Job verlieren, damit aber noch Polemik zu betreiben wie Herr Schmidt, ist unterste Schublade. Viele würden doch gerne mehr Veranstaltungen besuchen, nur lässt es das finanzielle Budget oder das soziale Umfeld nicht zu. Es gibt nämlich für manch einen auch noch wichtigeres wie Countymusik – die Familie oder Arbeit. Nebenbei bemerkt Herr Schmidt, es gibt in den USA ebenso Klischeedenken über Deutschland - Lederhosen, Heidelberg, Oktoberfest – noch Fragen? Vielleicht sollte man nicht immer alles negativ sehen oder schlecht reden. Irgendwie eine „typische deutsche Michel Eigenschaft", ebenso wie Eingangs erwähnt: „Jammern auf hohem Niveau". Die Countrymusik hat viele positive Aspekte und schöne Seiten. Genau dies sollten man genießen und weiter vermitteln. Die Countrymusik muss nicht neu erfunden werden. Ganz gleich welche faszinierenden Fassette der Countrymusik man nimmt, ob Bluegrass, Western-Swing, Honky-Tonk oder Country Rock-Pop, man sollte sie nehmen, als das was sie gedacht ist und immer schon war: UNTERHALTUNGSMUSIK, denn nichts anderes ist es: UNTERHALTUNG. Also Augen und Ohren auf, positiv nach vorn! Dann entdeckt man auch, dass die Medien die Countrymusik der Öffentlichkeit sehr wohl zugänglich machen! Mit freundlichen Grüßen, ein Vertreter der Medien Frank Rickal Radio Ostallgäu 10.06.2007 |
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