| Er kann sich ja nicht wehren – Chuck Mead von
BR549 bei seinen Konzerten 4.-6. Okt. 2008 in der Schweiz.
Der
Konzertbericht von (AW) hat doch leichte Verwunderung ausgelöst. Ich
hatte die Möglichkeit während des Freitagskonzertes zu einem längeren
Interview mit Chuck Mead. Da Chuck Mead zu dem Konzertberich von (AW)
nicht Stellung nehmen kann, möchte ich hier doch einiges sachlich
und fachlich richtig stellen.
Chuck Mead ist selbstverständlich Frontman und ein
Teil von BR549. So schreibt sich die Band erst seit der von Mike Poole &
Paul Worley produzierten CD „This Is BR459“ aus dem Jahre 2001.
Auch wenn sie seit Namensänderung nicht mehr ganz so erfolgreich sind,
es sollte mit der neuen Schreibweise ein Neuanfang symbolisiert
werden. Die von (AW) erwähnte Rootsband schreibt sich mit
Bindestrich „BR5-49“.
Don Herrdon ist immer wieder mal mit Bob Dylan
unterwegs. Das ist nur legitim und mit den anderen Bandmitgliedern
von BR549 abgesprochen. Auch ist er alles andere als ein Clown! Ihn als
solchen zu bezeichnen ist doch sehr anmaßend. Oder spielt der Autor des
verfassten Konzertberichtes vielleicht ebenso viele Instrumente?
Chuck Mead ist nach Albisgütli angereist als das, als
was er angekündigt wurde: Chuck Mead of BR549 (USA).
Mit der Band hat er schlicht seine Musik gespielt und auch etwas
experimentiert. Es mag sein, dass sie nicht nach BR549 klang, nur das
sollte sie auch gar nicht. Chuck Mead erklärte mir, dass er gar nicht
die Musik von BR549 machen wollte, sondern er ist hier mit einer eigenen
Band und macht daher auch andere Musik. Sonst würde er seinen Jungs von
BR549 ja in den Rücken fallen. Die Band BR549 gibt es nach wie vor und
sie gehen auch wieder gemeinsam auf Tour.
Ich möchte hier auch noch einmal betonen, dass auch in den
Pressemitteilung von seiten des Veranstalters nie die Formation BR459
angekündigt wurde, sonder immer nur Chuck Mead of BR459 (USA).
Ein Blick in die Musikgeschichte zeigt, dass Soloprojekte immer schon
anders klangen als die eigentliche Bandbesetzung. Phil Collins klingt
anders als wenn er ein Teil von Genesis ist. Das gleiche gilt für Glenn
Frey auf Solopfaden. Bei den Eagels ist er einfach ein Teil des Ganzen.
So hat auch Chuck Mead das Recht einen anderen Sound zu machen, wenn er
nicht als Teil von BR459 unterwegs ist.
Auch wird hier das angebliche hohe Eintrittsgeld für ein „laues Konzert“
angeprangert. Diese Aussagen ist wohl bei (ich glaube Fr. 38,00 / also
ca. € 24,00) übertrieben. Es haben schließlich zwei Bands
gespielt. Auch „Fais Do-Do (NL) machten einen tollen Job und konnten,
ebenso wie Chuck Mead, das Publikum begeistern.
Wenn Chuck Mead mit Band den Rockabilly-Klassiker „Red
Hot“ eigens interpretiert, dann ist das doch legitim und in Ordnung.
Dies aber als Frechheit zu bezeichnen ist schlechter Stil und läßt
fachliche Kompetenz vermissen. Eine gewisse künstlerische Freiheit bei
Konzerten muss dem Künstler zugestanden sein.
In der Musikgeschichte gab es das immer schon, dass Künstler
Originalsongs anders arrangiert haben. Zur Verdeutlichung hier einige
Beispiele die im neuen Arrangement alle zu Welthits wurden:
Elvis Presley „Love Me Tender“ (orig. „Aura Lee“ von den Shelton
Brohters), Ray Charles „Take This Chains From My Heart“ (Hank Williams),
Tennesse Ernie Ford „Sixteen Tons“ (Merle Travis) oder die
Carpenters mit ihrer Version von „Jambalya“ (Hank Williams). Man muß
gerade in der Schweiz nicht so weit schauen. Die schweizer Formation
„Nevada“ hat den Klassiker „Ring Of Fire“ von Johnny Cash mit drei
Trompeten hervorragend anders arrangiert.
Nicht zu guter letzt hat BR5-49 den Cherokee Boogie anders interpretiert
als das Original von Moon Mulligan. Bei Moon Mulligan ist es auch ein
Boogie, aber mit dem führenden Instrument, dem Piano. Dies scheint den
Verfasser (AW) ja auch nicht zu stören.
Das Konzert von Chuck Mead und seinen Musikern war
rund um eine gelungen Sache und die einzelnen Instrumente wurden
sauber abgemischt. Auch wenn das Konzert am Freitag leider nicht
voll besetzt war, so konnte Chuck Mead doch das Publikum begeistern und
die Tanzfläche war gut besucht. Ein untrügerisches Zeichen, dass es dem
Rest vom Publikum anscheinend gut gefallen hat.
Ich denke, die beiden Fans, die vorzeitig die Heimreise angetreten haben
wird Chuck Mead verkraften. Die Fangemeinde von BR549 besteht in der
Schweiz ja nicht nur aus diesen beiden. Der Konzertbericht tut nicht nur
Chuck Mead unrecht. Man sollte bitte die Kirche im Dorf lassen. Chuck
Mead und der Veranstalter können nichts dafür, wenn Plakataussagen von
einzelnen falsch interpretiert werden. Wie oben bereits aufgeführt,
BR549 warnen nie angekündigt!
In jedem Fall darf sich der Musikfreund schon jetzt
auf erstklassige Künstler für das große Countryfestival Anfang 2008 im
Schützenhaus Albisgütli freuen. (info: www.albisguetli.ch)
Frank Rickal
Radio Ostallgäu
Moderation/Redaktion
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Kontakt: frank_rickal@yahoo.de
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