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Thementag 31. Dezember 2010
Okay.
Mr. Taylor hat mich nicht interessiert. Auch die Rolling Stones oder Rod
Stewart liessen mich kalt. Aber dann wurde das Zepter an Leonard Cohen
übergeben. Und er, den ich vor rund 20 Jahren live sah, begeisterte mich
erneut. Welche Würde. Welche Demut. Welche Eleganz. Welch ein Gentleman
der alten Schule. Erstaunlich, wie viel man mit Sprechgesang ausrichten
kann. Und wie er immer wieder die dunkle Seite des Lebens geradezu
zelebriert. Sich im Schmerz suhlt.
Zwar störte mich nach wie vor die Orgel, doch sei’s so. Ich fragte mich
eher, wieso der Mundharmonika Spieler für „So Long, Marianne“ zur
chromatischen Mundharmonika griff. Die Bluesharp, die er zuvor spielte,
hätte mir besser gefallen. Die geraden Töne (für Cohen ohnehin
ungewöhnlich) irritierten mich.
Sei’s drum: Für mich ist Sire Cohen einer der grössten Künstler unserer
Zeit. Er führt zur Einfachheit zurück und zeigt uns, was wichtig ist.
Vorausgesetzt, wir wollen zuhören.
Dann
wurde es noch besser. Die Everly Brothers in der Albert Hall. An ihrem
Reunion Konzert. Ich hab sie auch genossen. Damals, am Marlboro Konzert
in der Schweiz. Und obwohl ich mich nicht mehr genau an den Auftritt
erinnern kann (etwa, ob Albert Lee auch an der Gitarre war), weiss ich
doch, dass er zu den „guten“ zählte.
Was ich noch interessant finde ist dass hier, bei diesem Brüderduo,
beide Stimmen gleich wichtig sind. Zwar kommt der eine der beiden
sympathischer und temperamentvoller rüber, aber die hohe Stimme ist
anders wie bei den Bee Gees, nicht der Verkaufsschlager der Everlys.
Vielmehr wird mir wieder einmal bewusst, wie gross ihre Verehrung für
die Louvin Brothers sein muss. Denn gerade jetzt, wo sie Stücke aus
ihrer ersten LP vortragen, zeigen sie, wer für ihr Fundament zuständig
ist – meiner Meinung nach das Beste Brüder-Duett aller Zeiten (wobei
dort auch Ira die Zugnummer war – Charlie diente lediglich der
Ergänzung). Tja. LOVE HURTS…..
Und das bringt mich zum nächsten Thema (heute ist der Tag der
Erinnerungen). Ira’s Tochter:
Kathy Louvin (Tochter von Ira Louvin i.e. The Louvin Brothers)
Als irgendwer Kathy an einem Abend im Station Inn (Nashville) auf die
Bühne rief, wusste ich nicht, um wen es sich handelte. Allerdings hat
mich die Sängerin begeistert wie kaum eine. Das sagte ich ihr dann auch,
als sie an der Bar nach dem Stück, das sie zum Besten gab, einen Halt
einlegte. Sie danke höflich für das Kompliment. Eine nette, einfache
Lady, war mein Eindruck.
Später teilte mir eine Kellnerin mit, mit wem ich da gesprochen habe.
(Wohl eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich wegen eines ‚Stars‘
ohnmächtig geworden wäre, hätte ich’s bloss gewusst).
Nun – ich halte nichts von dem ganzen Starrummel. Mir ging schon die
Fan Fair mit ihren ‚Ständen‘ auf die Nerven. Die armen Künstler, die
dort stundenlang Autogramme geben müssen (am Eindrücklichsten blieb mir
Marty‘s (Stuart) Gesicht in Erinnerung. Das hätte man in den kurzen
Intervalls, die er für sich hatte, bis er wieder einen Fan in die Arme
nehmen und in die Kamera grinsen musste, echt fotografieren müssen. Sein
Ausdruck von Ekel, Übermüdung, Stress, Ungeduld wird für mich immer für
die Fan Fair stehen.
Nun heute, am letzten Tag des Jahres, werde ich wie viele, sentimental.
Und ich frage mich, wie’s dem oder jenem geht. Ergo habe ich nach Kathy
gesucht. Und sie gefunden.
Hier:
http://www.myspace.com/kathylouvin/music
Beim Anhören der Songs bin ich etwas enttäuscht.
So
habe ich Kathy nicht in Erinnerung.
Bezeichnend ist, dass ihre New Country Songs nicht überzeugen, dafür
ihre traditionellen Stücke. Am meisten wohl
„I Wish You Knew“
(Louvin Brothers). Beim Song
„The Wall“
halte ich den Atem an, so schön ist er……welch ein Waltz ins 2011!!!!!
Bio:
Sie könnte “Königliche Hoheit der Country Musik” genannt werden. Als
Tochter einer Coutnry Legende, im Nashville während des Höhepunkts der
Grand Ole Opry aufgewachsen, steht sie für eine Familie, die der
Tradition frönte, amerikanische Musik vorzutragen und zu kreiiren. Ihr
Vater war der verstorbene Ira Louvin, Tenorstimme der Louvin Brohers.
Doch auch die Mutter entsprang einer musikalischen Familie. Ihr Onkel,
Johnny Johnson, (der Bruder ihrer Mutter) spielte Rhythmusgitarre und
arbeitete für Lester Flatt / Earl Scruggs in der Zeit, in welcher die
beiden am Erfolgreichsten waren. Ein weiterer Onkel und eine Tante,
Kitty und Smiley Wilson, (die Schwester ihrer Mutter und deren Ehemann)
waren ebenfalls erfolgreich. Sie arbeiteten unabhängig für die Armed
Services Network, wo sie Ferlin Husky, The Louvin Brothers sowie den
Hauptakt bei Eddie Hill's Country Junction jeweils unterstützten. Bei
der Sendung handelte es ich um Livbe-Nachrichten und Unterhaltung einer
Tochtergesellschaft von WSM in Nashville.
Später eröffnete Smiley übrigens eine der ersten Buchungs-Agenturen in
Nashville, (Wil-Helm Agency). Die Firma hatte Künstler wie Loretta Lynn,
Porter Wagoner, The Wilburn Brothers, Little Jimmy Dickens und weitere
Veteranen der Country Musik unter sich, die heute selbst Legenden sind.
Ihre Tochter, Little Rita Fay, war ein Kinderstar bei MGM Records,
später kam sie bei Capitol Records, Nashville, unter Vertrag.
Kathy's grosses musikalisches Erbe reicht bis zu den Woottens aus Sand
Mountain, Alabama (The Louvin Brothers' Mutterseite der Familie) zurück.
Diese hielten sich an den sogenannten Shape Note bzw. Sacred Harp
Singing Stil. Diese Woottens sind identisch mit der Familie, die im
Streifen Cold Mountain auftritt. Bereits in der Grundschule folgte
Kathy den Fussstapfen ihrer Vaters. Schon damals schrieb das Mädchen
Theaterstücke, Reime und Gedichte. Dann, anfangs der 80er Jahre, kam
sie zu einem Publishing Vertrag.
Künstler
wie Randy Travis, Ricky Van Shelton, Confederate Railroad, Martina
McBride, Dwight Yoakam, Patty Loveless und Rhonda Vincent nahmen ihre
Stücke auf.
Nicht lange und Kathy gewann Preise. U.a. wurde sie Mitglied von BMI's
wertvollem 'Millionaire's Club'. Damals erreichte sie Platz 1 von
Billboard Magazine's Country Hitparade.
2004 gewann Kathy zwei Grammy Awards für ihre Arbeit als Mitproduzentin
und Mitwirkende bei einem Tribut an ihren Vater bzw. ihren Onkel. Es
nennt sich:, 'Living', Loving', Losin', Songs of the Louvin Brothers'
und ist bei Universal South Records erschienen.
Doch nicht immer ist ihr Leben so verlaufen.
Ihre Eltern verlor Kathy schon in jungen Jahren (ihren Vater mit 7, ihre
Mutter mit 17). Über jene Zeite meinte sie einmal: ‘Ich verbrachte Jahre
damit, nach etwas zu suchen, dass die entstandene Lücke schliessen
konnte”. Sie hatte dem Musikbusiness abgeschworen, forderte der
Geschäftszweig doch einst das Leben ihrer Eltern. In ihrer Biografie,
“Time Served” hat die Sängerin und Songwriterin alles festgehalten.
Das Werk ist erhältlich unter:
kathylouvin.com.
Kathy ist mit dem Schlagzeuger und Produzenten Chuck Pearson
verheiratet. Gemeinsam führen die beiden Blue Collar Productions und The
Blue Collar Gospel Ministry.
Wer an Buchungen interessiert ist, kontaktiere: Chuck Pearson bei Blue
Collar Productions (615) 598-8891 oder BlueCollarProductions.chuck@gmail.com
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