Die berühmte Songwriterin/Verlegerin Marijohn Wilkin stirbt
(Mitkomponistin
von "The Long Black Veil" und Kris Kristofferson's erste Musikverlegerin)
Meldung auf CMT vom 28. Oktober 2006
Songwriterin Marijohn Wilkin, Mitkomponistin von "The Long Black Veil" und eine der ersten Unterstützerinnen von Kris Kristofferson verstarb am 28. Oktober 2006 in Nashville. Marijohn Wilkin war 86 Jahre alt. Seit einiger Zeit war Marijohn herzkrank.
Marijohn
Wilkin kam in Kemp, TX., zur Welt und unterrichtete zuerst in Oklahoma, wo sie
auch begann, für den Schulchor zu komponieren. 1955 zog Marijohn mit ihrem
Ehemann nach Springfied, MO. Hier trat ihr 9-jähriger Sohn, John "Bucky" Wilkin
bei der Ozark Junior Jubilee Show auf. Seine Mutter schrieb indes weiterhin
Songs, spielte aber auch Piano. 1958 zog die Familie nach Nashville. Inzwischen
nahmen die Kompositionen von Marijohn Red Foley, Wanda Jackson u.v.m. auf. Im
Voo Doo Room jobbte Marijohn nebenbei als Pianistin. Es handelte sich um einen
Klub der Printer's Alley. Hernach wurde Wilkin Staffel-Writerin für Cedarwood
Publishing und konnte mit Stonewall Jackson's 1959 Hit, "Waterloo", einen
Erfolg feiern. Komponiert wurde die Nummer von Wilkin und John D. Loudermilk
gemeinsam. Jackson's Single
erreichte übrigens Platz 1 der Country- wie auch der Pop-Charts.
Marijohn's Beschäftigung bei
Cedarwood brachte u.a. "The Long Black Veil" hervor. Dieses Stück
komponierte Marijohn mit Danny Dill zusammen. Ursprünglich von Lefty Frizzell
aufgenommen, klang der Titel wie ein traditioneller Folk-Song, der von
Generation zu Generation übergeben wurde. Obschon die Nummer lediglich auf Platz
6 der Country Charts kam, wurde "The Long Black Veil" zu einem Standard
der amerikanischen Musik. Später nahmen den Song u.a. Johnny Cash, The Band,
Joan Baez und das Kingston Trio auf. Selbst Mick Jagger und the Chieftains
schlossen sich für das Stück zusammen.
Weitere
Hits hatte Marijohn Wilkin Ende 50er/anfangs 60er Jahre, darunter Jimmy Dean's "P.T.
109" und Webb Pierce's "Fallen Star" wie auch sein "Take Time."
Ein weiteres Original, "Cut Across Shorty", wurde von Eddie Cochran, Carl
Smith, Rod Stewart, Nat Stuckey und vielen mehr aufgezeichnet. Unter den
Künstlern, welche Songs von Marijohn Wilkin aufnahmen, sind Brenda Lee, Johnny
Horton, Mel Tillis, Les Paul, the Fleetwoods, the Chordettes und Debbie
Reynolds.
Von der Aufnahme-Künstlerin Marijohn Wilkin erschienen 2 Columbia Alben (anfangs
60er Jahre) sowie ein späteres Projekt bei Dot Records. Ihre Gesangsgruppe, the
Marijohn Singers, erschien in den 60er Jahren auf zahlreichen Aufzeichnungen,
die in Nashville entstanden.
Nachdem sie Cedarwood Music verliess, gründete Wilkin ihre eigene Verlags-Firma, Buckhorn Music. Ihr Sohn, Bucky Wilkin, komponierte den ersten Song im Katalog der neuen Unternehmung: "G.T.O." Die Nummer wurde 1964 durch Ronny & The Daytonas (= Bucky) zu einem nicht unerheblichen Erfolg.
Wilkin, die erfolgreiche Verlegerin, war mit zahlreichen Songwritern befreundet, darunter Ed Bruce, Johnny Duncan und Kristofferson. Noch während Kris in der Armee seinen Dienst verrichtete, sandte er bereits erste Songs an Marijohn. Eine Cousine hatte dem zukünftigen Star von ihrem Verlag erzählt.
Nachdem Kris Wilkin in Nashville besuchte, begann Buckhorn Music, seine Songs zu vertreiben, darunter Titel wie "For the Good Times." Mit Ray Price's 1970er Aufzeich-nung begann die Karriere des jungen Kris Kristofferson, denn das Stück platzierte sich nicht nur in den Country-, sondern auch in den Popcharts.
Obschon
Kris Kristofferson später bei einem anderen Verlag unterschrieb, blieben er und
Wilkin enge Freunde. Anfangs 70er Jahre schrieb er mit Marijohn den
Gospel-Klassiker "One Day at a Time". Die Nummer wurde 1974 zum Hit für
Marilyn Sellars. 1975 schaffte es der Gospel bei den Dove Awards zum Song des
Jahres. Christy Lane's
Version wurde später,1980, zur Nr. 1 Country Single.
Auf Marijohn Wilkin's Tod
angesprochen meinte Kris Kristofferson:
"Marijohn verkörperte denselben Lebensspirit, dem ich mich vor 40 Jahren verschrieben habe. Sie wurde von allen sehr respektiert - als Sängerin, Songwriterin, Verlegerin - sie war eine rauhe, intelligente und sehr witzige Frau, die sich in einer Männerwelt zu behaupten wusste. Während meiner ersten Jahre in Nashville brachte sie mir mehr über das Herz und die Seele der Nashviller Musik bei, als ich je selber hätte lernen können. Ich muss ihr ewig dafür dankbar sein, dass sie mein Leben rettete."
Wilkin war die Mitgründerin der Nashville Songwriters Association International. 1975 wurde sie in die Nashville Songwriters Hall of Fame aufgenommen.
Über den Begräbnisservice ist noch
nichts bekannt.