Stars and Fans ehren die Bluegrass Grösse Bobby Osborne
Fri. 25. März2006 6:03 PM EST
Stuart,
Nugent, die Grascals und weitere Mitglieder der Bluegrass-Elite treten an einem
Konzert in Nashville auf
Von: Edward Morris
Es stimmt schon, dass nur die Hälfte der Menge da war, welche
das Nashville's Belcourt Theater hätte füllen können. Donnerstag, 23. März 2006
fand hier nämlich das Bobby Osborne Tribute statt. Doch– es war die bessere
Hälfte des Publikums.
Es gab keine neugierigen Passanten oder laute Jungs, keine Mitsänger.
Es nahmen nur jene teil, die die Literatur kennen und auch die Wiege der
Bluegrass-Musik. Jene, die nicht lautstark nach „Rocky Top" verlangten,
aber jeden Song genossen, der an diesem speziellen Abend offeriert wurde. Jedes
Stück, dass der Bluegrass-Musik gewidmet war.
Die meisten Teilnehmer waren mittleren Alters oder noch ältere Semester. Sie
alle kamen zur Party, die abgehalten wurde, um den vielen Dekaden voller
erfreulicher Erinnerungen zu huldigen.
Natürlich gehörten Osborne und seine Band zu den Mitstreitern. Sie nennen sich
Rocky Top X-Press. Auf der Liste dieses Abends standen auch Alecia Nugent, der
ehemalige Shanandoah Lead-Sänger Marty Raybon, Claire Lynch, Larry Stephenson,
the Grascals und Marty Stuart + Band, the Fabulous Superlatives.
Jetzt, wo sich sein jüngerer Bruder, Sonny Osborne, vom Musikgeschäft
zurückgezogen hat, entschloss sich Bobby dazu, als Solo-Künstler weiterzumachen.
Die Tribute Show fand denn auch statt, um u.a. für sein neues Album, Try a
Little Kindness, bei Rounder Records erschienen, zu werben.
Bobby Osborne wurde in Hyden, Ky., während der Depression geboren. Und die
Osborne Brothers haben ihr Markenzeichen im Bluegrass mittels hoher
Tenor-Gesänge und flüssigem Mandolinen-Spiel Bobby’s wie auch Sonny’s
galoppierendem Banjo-Spiel gesetzt. Dazu konzentrierten sie sich gesanglich auf
ein Trio anstatt auf die Lead-Stimme.
Nach einer Weile, in der sie bei verschiedenen Bands
mitwirkten, beschlossen die Brüder, alleine weiterzumachen. Schnell wuchs ihr
Ruf als musikalische Experten. (Im Gegensatz zu vielen Bluegrass-Puristen
setzten sie schon bald Schlagzeug, Piano und Steel-Gitarre bei ihren
Aufzeichnungen ein).
1958 hatten sie ihre erste und grösste Chart-Single, "Once More" zu
feiern. 2 Jahre später, während des Folk-Musik-Booms, machten sie erneut
Geschichte. Nun wurden sie zum ersten Bluegrass-Akt, der auf einem
College-Campus auftreten sollte. (Antioch College in Yellow Springs, Ohio).
Während sie für Decca aufnahmen, konnten sie weitere
Chart-Erfolge dank Nummern wie "Up This Hill and Down" und "Roll Muddy
River" landen.
1968 brachten die Brüder schliesslich den Song, der ihr Markenzeichen werden
sollte: Boudleaux und Felice Bryant's faszinierendes "Rocky Top." Auch
wenn der Titel lediglich Nr. 33 der Country Charts erreichte, legte er den Sound
der Osbornes so fest wie das "Foggy Mountain Breakdown" die Klänge von
Flatt & Scruggs. 1964 traten die Brüder der Grand Ole Opry bei und wurden 1994
in die International Bluegrass Music Association's Hall of Honor aufgenommen.
Entgegen vielen anderen Tributen, die Stars brauchen, um sich selbst wichtig zu
machen, war dieses eine mit Künstlern angefüllt, die von den Osborne Brothers
wesentlich beeinflusst wurden und deren Repertoire offensichtlich kannten. Jeder
Interpret brachte Nummern der Osborne’s und jeder rief schliesslich nach dem
Gefeierten, damit dieser seinem Song auf der Bühne beiwohnen konnte.
Osborne selber eröffnete die Show mit 6 Titeln aus seinem neuen Album: "It's
Gonna Be Rainin' Til I Die," "West Virginia," "Mansions for Me", dem
Instrumental "Rocky Top X-Press," "Sunday Morning Coming Down" und "The
Hard Times." Bobby berichtete, dass das Belcourt einst die Heimat der Grand
Ole Opry (1934-36) war, bevor sich die Radioshow im Ryman Auditorium niederliess.
"Das ist eines der besten Dinge, die mir je zustiessen," verkündete Osborne
betreffend Tribute. "Es macht mir Angst, wenn ich darüber nachdenke." Bobby trug
wie immer den weissen Hut und die Sonnenbrille. Und der 74-jährige sang seinen
Part noch immer sanft und mühelos. Das einzige Zeichen seines Alters gab er,
indem er die Lyriken zu "Sunday Morning Coming Down" an einem Musikstand
erstand. "Die Nummer hat viele Worte," entschuldigte er sich.
Nugent und seine 5-köpfige Band waren die Nächsten. Auch Nugent hat ein neues
Album bei Rounder draussen: A Little Girl ... A Big Four-Lane. Sie sang
"Listening to the Rain" und "Windy City" bevor sie Bobby Osborne
auf die Bühne bat, um sie bei "Once More" zu begleiten.
Der nächste Künstler war Raybon. Er blieb unerkannt, bis ihn Kyle Cantrell
vorstellte. Aber der Musiker brauchte nicht viel Werbung. So stand er denn
alleine auf der Bühne und begleitete sich lediglich auf der Gitarre. Das
Publikum ermunterte ihn sofort, als er die ersten traurigen Noten von "Ghost
in This House," 1990 ein Hit für Shenandoah, anstimmte. Seine Stimme war
stark, charmant und dramatisch. Das Volk liebte sie.
Raybon erzählte, dass er sich zuerst mit Bluegrass in Florida beschäftigte,
aber: "Wenn die Osborne Brothers nicht gewesen wären, hätte ich nichts zu singen
gehabt". Dann berichtete er weiter, dass die Osborne Brothers für seine
Generation das waren, was Flatt & Scruggs der vorherigen bedeutete.
Zum Beweis rief auch Raybon Osborne und Band auf die Bühne, während er "Big „Spike
Hammer," eine Osborne-Nummer, anstimmte. Das Set schloss mit "Will You Be
Lovin' Another Man."
Claire Lynch und ihre Band startete mit "This Heart of Mine Can Never Say
Goodbye." (Ihr neues Rounder Album heisst New Day). Claire teilte
mit, dass Paul Craft im Publikum sass, also führte sie das Publikum in dessen
"Blue Heartache" ein. Dieses Stück hatten die Osbornes wie auch Gail Davies
aufgenommen. Bobby gesellte sich zu Claire und sie beendeten gemeinsam den
Auftritt mit Bobby’s "Is This My Destiny."
Stephenson eröffnete den zweiten Teil der Show. Als einer der besten Sänger
der Bluegrass-Musik, begann Stephenson mit "The Sound That Set My Soul on
Fire," seinem Tribut an die Osbornes. "Als ich den Song 'Rocky
Top,' hörte, veränderte sich mein Leben," gab er zu. Dann drehte er seine
Mandoline um, um dem Publikum Bobby Osborne’s Portrait auf deren Rückseite zu
präsentieren.
Während er Bobby auf die Bühne winkte, erzählte der 49-jährige Stephenson, dass
er als 14-jähriger Bobby zum ersten Mal in Culpepper, Va., traf. "Ich sagte:
‘Ich singe Rocky Top,' und er täschelte meinen Kopf und meinte:, 'Wenn Du diese
Nummer magst, wird Dir auch meine neue Single "Georgia Pineywoods"
gefallen’ . . . Er war nett zu mir – das kann ich nicht von allen behaupten."
Nach diesen netten Worten sangen Stephenson und Osborne "Today I Started
Loving You Again" und "Pain in My Heart,". Letztere Nummer war das
erste Stück, das Bobby schrieb, den ersten Titel nahmen Flatt & Scruggs auf.
The Grascals waren die nächsten, die im Rampenlicht standen. Sie begannen ihren
Auftritt mit "Hard Times." Zwei Mitglieder der Grascals, Bassist Terry
Smith und Gitarrist/Sänger Terry Eldredge, waren einst ebenfalls Musiker bei den
Osborne Brothers'. "Sie sind grossartige Lehrer," meinte der Lead-Sänger Jamie
Johnson über die Osbornes. "Sie haben die Bluegrass-Musik auf ein neues Level
gebracht."
Osborne gesellte sich für "I'll Just Pretend" zu den Grasals und verliess
die Jungs wieder, bevor sie ihre Show mit "Roll Muddy River" abschlossen.
Neben Bobby Osborne war es sicher diese Grammy-nominierte Rounder
Aufnahme-Gruppe, die den lautesten Beifall im Saal einheimste.
"Nur im Fall, dass es noch keiner sagte", begann Marty Stuart, als er die Bühne
mit den Fabulous Superlatives betrat: "[Bobby] gehört zu den grössten Sängern,
welche diese Stadt je hervorbrachte." Vom Schlagzeuger/Sänger Harry Stinson
unterstützt, begann Stuart sein Mini-Set mit "Up This Hill and Down,"
einem Osborne-Stück aus dem Jahr 1966, gefolgt von "Makin' Plans."
Dann, als die anderen Musiker die Bühne verliessen, bat Stuart Bobby um
Mithilfe. "Wenn Ihr dieses Stück nicht mögt," meinte er zum Publikum gewandt,
"werden wir Euer Geld zurückerstatten." Damit stimmten die beiden Opry Ikonen --
Stuart an der Gitarre, Osborne an der Mandoline, die Hymne "What Would You
Give in Exchange for Your Soul" an.
Als das Stück ausklang, ging Stuart ab, damit Bobby Osborne die Show beenden
konnte. Der Gefeierte gab bekannt, dass sein erster Song an Weihnachten 1967
veröffentlicht wurde.
"Das grösste Ereignis meines Lebens," meinte er. Noch während er sprach, kehrten
alle Interpreten noch einmal auf die Bühne zurück, um mit Osborne "Rocky Top"
vorzutragen.
XM Satellite Radio hat die Show für Cantrell's Programm, Bluegrass Junction,
aufgezeichnet.
Mit dem Ausklang von "Rocky Top" verlangte das Publikum nach mehr. Doch
keiner schrie nach Osborne’s Bravour-Stück, "Ruby, Are You Mad." Aber ich
denke, keinem hätte der Titel missfallen.