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CMT, 20. Juni 2006
Nach einer 25-jährigen Wartezeit,
offeriert
Das neue Album glänzt mit bisher unveröffentlichten
von: Edward Morris
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Del McCoury hat 25 Jahre gebraucht,
um The
Promised Land
zu
erreichen. So
heisst sein neues Gospel-Album. Es ist das Endergebnis eines Projektes, das er
bereits anfangs der 80er Jahre plante.
"Damals wurde es für Rounder Records aufgezeichnet", erklärt er CMT.
"Mein Bassist – der auch die grossartige Lead Fingerstyle Gitarre zupfte –
kündigte aber.
Also
mussten wir auf das Album verzichten."
Kurz nachdem
Del sein eigenes Label vom Stapel liess, wurde ihm bewusst, dass er eine Band
zusammen hatte, auf die er sich verlassen konnte. Ergo beschloss er, erneut auf
den Gospel-Zug auf zuspringen. "Das erste Mal, das ich in der
Öffentlichkeit sang, war in der Kirche," erinnert er sich. "Wir gehörten
den Missionars Baptisten an. Ich, mein ältester Bruder und einer meiner Cousin bildeten
zusammen mit dem Prediger ein Quartett. In unserer Kirche war es erlaubt,
Instrumente zu spielen.... Gospel war also von jeher ein Teil von mir."
Anstatt die Songs aus den 80er Jahren zu übernehmen, begann Del McCoury
frischen Stoff zusammenzustellen. Soweit er es selber beurteilen kann, ist
lediglich einer der total 14 Songs vohrer aufgenommen worden.
Die Rede ist von Pete
Pyle's "Don't Put Off Until Tomorrow."
Die Nummer waxte Del's einstiger
Boss, Bill Monroe.
7 Songs wurden von Albert Brumley's Katalog ausgeliehen. Brumley war kein
Geringerer als die lyrische Kraft hinter Klassikern wie "I'll Fly
Away," "Jesus Hold My Hand," "Turn Your Radio On"
wie auch "Rank Stranger." Brumley's Sohn, Jackson, hörte vom
geplanten Album Del's und übermittelte die Songs McCoury's Sohn, dem Mandolin-Spieler
und Co-Produzenten Ronnie.
Im Album eingeschlossen wurde auch "Gold Under My Feet," eine
Nummer, die von Billy Walker, dem Grand Ole Opry Star, der am 21. Mai 2006 verstarb,
komponiert. Im vergangenen Winter hat Walker den Song McCoury an der Grand Ole
Opry übergeben. "Er hat das Album gehört," meint McCoury.
"Ich habe ihm im
Voraus eine Kopie zukommen lassen.
Er fand die Arbeit toll."
The
Promised Land
beeinhaltet u.a. Songs, die von Billy Smith, Shawn Camp und Ronnie Bowman
komponiert bzw. mitkomponiert wurden.
Ein Stück schrieb McCoury in Zusammenarbeit mit Jerry
Salley. Die Nummer basiert auf einem Spruch, der an Roy Acuff's Opry-Garderobe
prangte: "There ain't nothin' going to come up today me and the good Lord
can't handle."
("Heute
geschieht nichts, mit dem ich und Gott nicht umgehen können.")
McCoury verspricht, er habe bereits 6 Songs aus dem Album in seine gegenwärtige
Show eingebaut.
Darunter ist "Five Flat
Rocks," ein David gegen Goliath Märchen. Er und die Band haben das Stück
kurz vor ihrem Carnegie Hall Konzert quasi in letzter Minute gschrieben.
The
Promised Land
ist das 3.
Album,
das McCoury bereits auf seinem eigenen Label, McCoury Music, veröffentlicht.
Sein zweites Werk,
The Company We Keep, bescherte der Band letztes Jahr den
ersten Grammy. Der Preis galt dem besten Bluegrass-Album.
Sein eigener Manager, so McCoury, Stan Strickland, hat ihm geraten, ein eigenes
Label auf die Beine zu stellen. Zuvor nahm die Gruppe für Ricky Skaggs' Label,
Skaggs Family Music, auf. Der Album-Produzent des Films
O Brother, Where Art Thou?,
T-Bone
Burnette, hat Del vorgeschlagen, seinen Nashville Repräsentativen, John Grady zu treffen. Die
beiden sollten sich über die Möglichkeit eines eigenen Labels unterhalten.
"Irgendwie," so McCoury, "sprach es sich herum, dass wir nach
einem eigenen Label Ausschau hielten."
10 verschiedene Aufnahme-Firmen
machten der Band ein Angebot.
Strickland meinte jedoch, egal, mit wem Del das Geschäft
abschloss, das Album würde schliesslich über ihn laufen, denn kein Mensch
wüsste, wie mit Bluegrass zu handeln sei. Diese Bemerkung veranlasste Del
dazu, sein eigenes Label zu gründen.
Obwohl McCoury seit seiner Zeit bei Monroe (1963) eine Bluegrass-Grösse war, hörten
viele Musikliebhaber erstmals die hohe, leicht wieder erkennbare Stimme dank
des Rockers Steve Earle. 1999 erschien das gemeinsame Album
The Mountain, eine Sammlung
Bluegrass-Songs, die Earle komponiert hat. Gemeinsam gingen die beiden auf
Tournee, um für das Album zu werben.
"Ich wusste damals nicht, ob Gott für oder gegen mich war," gesteht McCoury
mit einem Lachen. "Bereits bei der ersten Show verfiel Steve in diese
dämliche Sprache und ich dachte: 'Wo habe ich mich da reingeritten?' Ich war
immer für eine saubere Show. Aber ich konnte nichts mehr dagegen tun. Die Sache
war beschlossen. Meine Frau verkauft unsere Produkte an den Shows und es gibt
immer noch viele Leute, die gerade jenes Album verlangen."
McCoury erzählt, er und Earle sprechen noch immer miteinander, so z.B. am
MerleFest und dem Telluride Bluegrass Festival.
"Er ist ein grossartiger
Komponist," gibt Del McCoury zu.
"Ich denke einfach, unsere Kulturen sind zu verschieden,
deshalb klappte es nicht."
Eventuell liegt es daran, dass seine Söhne Ronnie und Rob in seine Band kamen,
aber McCoury, jetzt 67, ist erfolgreich darin gewesen, seine Musik einer
jüngeren wie auch einer älteren Generation gleichzeitig nahe zubringen. Jam
Bands wie Phish, Leftover Salmon und String Cheese Incident, mit welchen er
arbeitete, listen seine Musik auf. Del's Band war die erste Bluegrass-Truppe,
die am Bonnaroo Musik-Festival teilnahm. Dort haben seine Fans Songs gewünscht,
die er vor 30 Jahren aufgenommen hat.
Als Zeichen seiner Akzeptanz in Nashville's grösserer Musikgemeinde führt
McCoury an, dass auf seinen Wunsch hin Arbeiten mit Country-Komponisten, z.B. Salley,
Camp, Don Schlitz, Harley Allen und Bob DiPiero entstanden. Dierks Bentley, ein
langjähriger Fan, nahm gar McCoury's "Good Man Like Me" für
sein letztes Album auf.
Die McCoury Band begleitet ihn dabei.
Auch auf seinem ersten
Album ist die Gruppe mit von der Partie.
McCoury meint, er sei von der zunehmenden Popularität der Bluegrass-Musik
überrascht. Diese sei sicher wesentlich dem Bluegrass-Festival, das erstmals
1965 stattfand und der Gründung der Internationalen Bluegrass Music Association
im Jahr 1985 zu verdanken.
"Dadurch wurde alles anders," denkt er. "Man muss sich
organisieren."
Die IBMA war unbestritten ein Plus für die Del McCoury Band. Hat sie doch 9 x
deren Entertainer of The Year Award gewonnen. Zweimal wählte dieselbe
Organisation Del's Band zur Instrumental Gruppe des Jahres. Und: McCoury wurde
4 Jahre lang zum besten Sänger erklärt.
Neben den 3 McCourys der Del McCoury Band machen aktuell der Fiddler Jason Carter und der Bassist Alan Bartram das Line-Up aus. (Mike Bub, der langjährige Bassist, verliess die Band vor kurzem).