CD- Besprechung: The Silverettes – „Talk Dirty“

Diese 3 Ladies aus Deutschland überraschen mit einer gelungenen Mischung aus Rockabilly, Countryrock, Pop und verschiedenen anderen Einflüssen.

Der Titelsong kommt ziemlich rockig daher mit der provokanten Aufforderung „Talk Dirty“… Ob sie das zu jedem sagen? 😉

Im nächsten Song „Treat Me Like A Lady“, der etwas jazzig daher kommt, fordern sie die Männerwelt auf „Behandle mich wie eine Lady, sei mein Bunker, sei mein Soldat, sei mein Nervenkitzel“…

„Chicken“ ist ein klassischer Rockabilly. „Wenn Du der einzige Hahn auf dem Hof sein willst, musst Du erstmal beweisen, dass Du diese Rolle spielen kannst…“

„Better Than That“ klingt ein wenig nach 60er-Jahre Pop im „Beach-Boy-Style“.
„Du kannst es besser als das“… Eine Feststellung, die wohl niemand gerne hört, aber die manchmal einfach sein muß…

„Black and Gold“ ist einer der beiden Coversongs auf dem Album. Geschrieben 2008 von Jesse Rogg und Sam Falson und interpretiert von Sam Sparro. Er wurde in den Filmen „Fame“ und „Obsessed“ verwendet und von vielen Künstlern wie Adele oder Kate Perry gecovert. Für mich wirkt der Song auf diesem Album etwas deplatziert… Aber das trifft auch für den anderen Coversong der CD zu.

„Shipwrecked“ klingt leider auch ziemlich poppig, da kann auch der Satzgesang nicht drüber hinwegtäuschen.

Ebenfalls ein wenig poppig mit leichtem Swing- Einschlag klingt „Sweet Butt“ „Uh, alles was ich sehen will, komm mit Deinem süßen Hintern zu mir rüber“ möchte sicher jeder Mann gerne hören, wenn es aus dem Mund dieser Mädels kommt…

Auch der Aufforderung in dem nächsten jazzig- angehauchten Titel „Kiss, Kiss, Kiss“ (me Baby) kommt sicher jeder gerne nach…

Danach folgt eine Warnung an die Herren der Schöpfung „Watch Out“ – „Pass auf, ich schieß‘ Dich nieder, ich bin nicht Dein Baby, Pass auf, ich schieß‘ Dich nieder, nieder, nieder, Pass auf, bald wirst Du die Gänseblümchen von unten betrachten, Pass auf, ich schieß‘ Dich nieder“.

Lied Nummer 10 ist ebenfalls reiner Pop. In „Love Style“ geht es inhaltlich um Individualität. „I got my own style and it’s a love style“ – „Ich habe meinen eigenen Stil – und es ist ein Liebes-Stil”.

In der leicht swingenden Ballade „Drunk Love“ geht es um die Liebe zum Alkohol. Hier besticht der Satzgesang im Refrain „Betrunkene Liebe, betrunkene Liebe, ich bin ein Gin & Tonic-Typ, kauf mir eine weitere Runde, betrunkene Liebe, betrunkene Liebe, ja Baby füll mich ab, ich brauche ein weiteres Glas“…

Als vorletztes Stück auf dieser Scheibe – der 2. Coversong, auch dieser aus dem Pop – Bereich. „All About That Bass“ von Megan Trainor aus dem Jahr 2014, hier im Doo-Wop-Style interpretiert, besticht durch den dreistimmigen Satzgesang, aber kann mich persönlich nicht überzeugen.

Bei der abschließenden Ballade „Hey, Hey, Hey“ kann man nochmal ein wenig träumen, sie soll ein wenig aufmuntern „Hey, lass Deinen Kopf nicht hängen…“

Ein Booklet in dem alle eigenen Texte abgedruckt sind rundet das Gesamtbild wohltuend ab.

Für Country-Puristen ist diese CD ganz sicher nix. Wer offen ist für andere Musikrichtungen und sich auch mit seichter Pop-Musik anfreunden kann, wird hier ganz sicher fündig werden.