Fancy
(written by Bobbie Gentry
© Universal -MCA Music Publishing
auf "Greatest Hits, Volume 2", © 1994, MCA)
Reba McEntire

Ich erinnere mich noch genau, wenn ich zurückschaue
Es war der Sommer, in dem ich 18 wurde
Wir lebten in einer heruntergekommenen 1-Zimmer-Barracke
Am Stadtrand von New Orleans

Wir hatten kein Geld für Essen oder Miete
Um es gelinde auszudrücken: Wir waren hart bedrängt
Da kaufte Mama für unser allerletztes Geld
Ein Tanzkleid nur für mich

Und Mama wusch und kämmte mein Haar und drehte mir Locken ein
Dann malte sie meine Augen und Lippen an
Und ich stieg in ein Tanzkleid aus Satin
Das hatte einen Schlitz in der Seite bis hinauf zur Hüfte
Es war rot-samten verziert und es stand mir gut
Ich trat zurück und vor dem Spiegel stand eine Frau
Wo ein halbwüchsiges Kind gestanden hatte

Sie sagte: "Hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen
Sie sagte: Hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen"

Mama tupfte ein bisschen Parfüm auf meinen Nacken
Dann küsste sie meine Wange
Und ich sah die Tränen in ihren sorgenvollen Augen aufsteigen
Als sie anfing zu sprechen
Sie schaute unsere armselige Hütte an
Und dann blickte sie auf mich
Und nahm einen rauhen Atemzug
Sie sagte: "Dein Pa ist abgehau'n
Und ich bin wirklich krank und das Baby wird verhungern"

Sie drückte mir einen herzförmigen Anhänger in die Hand
Auf dem stand "Deinem eigen Selbst sei wahrhaftig"
Und ich zitterte, als eine Kakerlake
Über die Spitze meines hochhackigen Schuhs kroch
Es hörte sich an, als würde jemand anders sprechen
Und fragen: "Mama, was soll ich denn tun?"
Sie sagte: "Sei einfach nett zu den Gentleman
Dann sind sie auch nett zu dir."

Sie sagte: "Hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen
Herr, vergib mir, was ich tue
Doch wenn man es schaffen will
Liegt es an jedem selbst
Jetzt lass' mich nicht hängen
Jetzt wird dich deine Mama zu was Besserem machen"

Das war das letzte Mal, dass ich meine Mutter sah
Jene Nacht, als ich diese wacklige Hütte verlies
Die Leute von der Wohlfahrt kamen und nahmen das Baby mit
Mama starb und ich kam nie zurück

Doch die Räder des Schicksals hatten angefangen sich zu drehen
Und für mich gab es keinen Weg hinaus
Es dauerte nicht sehr lange, bis ich ganz genau wusste
Worüber meine Mutter gesprochen hatte!


Ich wusste, was ich zu tun hatte
Und legte mir selbst einen feierlichen Schwur ab
Dass ich eines Tages eine Lady sein würde
Obwohl ich nicht wusste, wann oder wie

Doch ich konnte nicht den Rest meines Lebens zusehen
Mit hängendem Kopf vor Scham
Weißt du, ich bin vielleicht als absolutes Bettelvolk geboren
Doch Fancy war schon immer mein Name!

Sie sagte: "Hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen"
Sie sagte: "Hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen"


Es war nicht lange danach, als ein mildtätiger Mann
Mich nahm und auch von der Straße
Eine Woche später servierte ich seinen Tee
In einer Fünf-Zimmer Hotel-Suite

Ich verführte einen König, einen Abgeordneten
Und einen gelegentlichen Aristokraten
Und dann holte ich mir eine Georgia-Maisonette
In einem eleganten New-York Stadthaus
Und ich hab's nicht schlecht gemacht

Jetzt gibt es in dieser Welt einen Haufen selbstgerechte
Scheinheilige, die mich "schlecht" nennen
Und Mama kritisieren würden, weil sie mich hinausschickte
Egal, wie wenig wir hatten

Doch obwohl ich mir keine Sorgen mehr zu machen brauche
Seit inzwischen 15 Jahren
Kann ich immer noch die Verzweiflung in der Stimme
Meiner Mama hören, die mir in den Ohren hallt

Sie sagte: "Hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen"

Oh, hier ist deine einzige Chance
Fancy, lass mich nicht hängen
Herr, vergib mir, was ich tue
Doch wenn man es schaffen will
Liegt es an jedem selbst
Jetzt lass' mich nicht hängen, Schatz,
Deine Mama wird dich zu was Besserem machen"

Oh, ich meine, das hat sie geschafft!